24. MAI 2018

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Rekordstart für Port of Antwerp


Der Hafen Antwerpen verzeichnet erneut einen Rekord. In den ersten drei Monaten 2018 wurden 58.328.678 Tonnen Güter umgeschlagen.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergibt sich damit ein deutliches Plus von 7,1 Prozent. Der Gesamtumschlag ist das Ergebnis eines Wachstums in allen Bereichen, mit Ausnahme des konventionellen Stückguts. Größter Wachstumstreiber ist erneut der Containerverkehr, der im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2017 mit 9,5 Prozent stark angestiegen ist.

Container
Der Containerumschlag ist um 9,5 Prozent auf 32.580.600 Tonnen oder 2.744.226 TEU (+10,7 Prozent) angestiegen. Allein im März wurde mit 980.000 TEU dabei ein neuer Rekord im Containervolumen aufgestellt. In allen Fahrtgebieten waren Zuwächse zu verzeichnen, sowohl im Import als auch im Export. Am deutlichsten entwickelte sich die europäische Containerfracht mit einem Plus von 14,5 Prozent. Dies ist unter anderem auf die Erholung des Transshipments zurückzuführen, das im vergangenen Jahr aufgrund eines Mangels an Hafenarbeitern vorübergehend zurückgegangen war. Der Containerverkehr mit Nordamerika ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,7 Prozent gestiegen, wobei das erste Quartal 2017 in diesem Sektor allerdings eher schwach war. Auf den asiatischen Routen verzeichnete der Hafen Antwerpen ein Wachstum von 7 Prozent. „In der aktuellen öffentlichen Debatte über zusätzliche Containerkapazitäten, die zur Sicherung der Zukunft des Hafens Antwerpen und seines Platzes in der globalen Lieferkette erforderlich sind, wird von einem jährlichen Wachstum von 3,5 Prozent ausgegangen. Die aktuellen Wachstumszahlen von 9,5 Prozent im Containerbereich bestätigen nicht nur den Bedarf an zusätzlichen Containerkapazitäten. Sie machen auch deutlich, dass die operative Kapazitätsgrenze von 80 Prozent bald überschritten wird und eine Erweiterung der Kapazitäten deutlich früher notwendig wird als ursprünglich geplant," sagt Jacques Vandermeiren, CEO der Antwerp Port Authority.

Breakbulk
Das Umschlagvolumen im Ro/Ro-Segment ist im Vergleich zum ersten Quartal 2017 um 6,0 Prozent auf insgesamt 1.300.086 Tonnen gewachsen. Die Anzahl der umgeschlagenen Fahrzeuge stieg dabei um 2,3 Prozent auf 323.901 Stück. Im konventionellen Breakbulk war mit 2.512.276 Tonnen und einem Minus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein weniger gutes Ergebnis zu verzeichnen. Nichteisenmetalle, Holz, Papier, Zellstoffe sowie Obst mussten dabei den größten Rückgang hinnehmen. Hintergrund dieser Entwicklung sind sowohl die Volatilität der jeweiligen Märkte als auch die zunehmende Containerisierung dieser Transportgüter. Der Umschlag von Stahl, der sich im Vergleichszeitraum des Vorjahres sehr gut entwickelt hatte, legte im ersten Quartal 2018 immer noch um 1,5 Prozent leicht zu, obwohl bei den Importen ein Rückgang von 9,9 Prozent zu verzeichnen war. Insbesondere die Importe aus China sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark rückläufig, obwohl sich diese Entwicklung bereits im zweiten Quartal des vergangenen Jahres abzeichnete und inzwischen stabilisiert hat. Auch die Stahlimporte aus Indien sind nach dem Höchststand in der ersten Jahreshälfte 2017 allmählich zurückgegangen. Auf der anderen Seite sind die Importe von Stahl aus der Türkei und Russland stark gestiegen. Im Export von Stahlerzeugnissen zeigt sich hingegen ein anderes Bild mit einem Plus von 19,7 Prozent. Im Vergleich zu einem eher schwachen ersten Quartal 2017 verzeichnete der Hafen Antwerpen von Januar bis März 2018 nun einen kräftigen Anstieg der Stahlexporte in die USA, wobei der Monat März besonders gut verlief. Hier kamen deutliche antizipatorische Effekte zum Tragen, im Hinblick auf die Drohung der USA mit Einfuhrzöllen auf verschiedene Produkte einschließlich Stahl.

Flüssiggut
Für Flüssiggut ergab sich im ersten Quartal 2018 ein Anstieg um 4,6 Prozent auf insgesamt 18.552.332 Tonnen. Der größte Zuwachs konnte bei chemischen Produkten (+6,8 Prozent) verzeichnet werden, aber auch die Ölderivate als größtes Flüssiggutsegment entwickelten sich erneut positiv (+4,6 Prozent). Diese Wachstumszahlen unterstreichen einmal mehr den idealen Standort Antwerpen für die europäische Distribution mit dem immensen Zuwachs an Tanklagerkapazitäten und dem damit verbundenen Vertrauen in den Chemie- und Petrochemiecluster.

Schüttgut
Das Volumen im Schüttgutumschlag lag Ende März bei 3.383.384 Tonnen und erreichte damit ein Plus von 7,4 Prozent. Dies ist vor allem auf gestiegene Importe von Kohle, Düngemitteln, Sand und Kies sowie auf die vermehrten Exporte von Schrott zurückzuführen.

Seeschiffe
Im ersten Quartal dieses Jahres liefen 3.531 Seeschiffe (+0,7 Prozent) den Hafen Antwerpen an. Die Bruttotonnage stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,0 Prozent auf 101.728.371 GT.

Globaler politischer und wirtschaftlicher Kontext
Die Exporte in die USA verzeichneten im ersten Quartal 2018 in allen Bereichen starkes Wachstum. Die Entwicklungen im Stahlbereich sind zum Teil durch die drohende Gefahr von Einfuhrzöllen auf europäische Produkte zu erklären. Getragen wurde dieses Wachstum aber neben Stahl vor allem von einem starken Anstieg der Chemieexporte. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird.

Die Auswirkungen des Brexits auf das Transportvolumen mit Großbritannien sind bisher begrenzt. Das erste Quartal wurde mit einem Anstieg von 4 Prozent abgeschlossen, was wahrscheinlich auf das schwächere Pfund zurückzuführen ist. In jedem Fall bleibt das Vereinigte Königreich weiterhin der drittwichtigste Handelspartner für den Hafen von Antwerpen. Die Antwerp Port Authority verfolgt die Entwicklungen daher sehr genau. Während des kürzlichen Besuchs des britischen Staatssekretärs Robin Walker hat die Hafenbehörde angekündigt, dass sie die Ernennung eines hauptamtlichen Vertreters im Vereinigten Königreich beabsichtigt.

Datum:
25.04.2018
Unternehmen:
Bilder:
© Antwerp Port Authority

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