20. NOVEMBER 2017

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„Unser Weg in die Welt ist ein voller Erfolg“


Special Intralogistik

Interview - Kaum ein anderes Unternehmen hat in den zurückliegenden Jahren ein derart rasantes Wachstum hingelegt wie der Maschinen- und Anlagenbauer Beumer aus Beckum. Zu Hause in Westfalen ist die Beumer Group heute ein global erfolgreiches Unternehmen der Intralogistik. Zum 80-jährigen Firmenbestehen sprach logistik journal mit Unternehmens-Chef Dr. Christoph Beumer.
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Vom Kleinbetrieb zum Weltunternehmen und laut »Focus« einer der beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland. Dazu Platz sieben in einer »Wirtschaftswochen«-Liste mit den 100 innovativsten Mittelständlern. Und all das in 80 Jahren. Herzlichen Glückwunsch, Herr Dr. Beumer. Erstaunt Sie manchmal selbst, dass Ihr Unternehmen den Weg genommen hat, den es genommen hat?

Nicht wirklich, nein. Für den Erfolg unseres Unternehmens haben die jeweils Verantwortlichen und deren Mitarbeiter zu jeder Zeit hart gearbeitet. Die jeweiligen Ziele wurden erreicht, weil die Weichen richtig gestellt waren. Die Auszeichnungen machen uns natürlich stolz, sind aber letztlich eine Folge unserer Unternehmensphilosophie und kein Ziel an sich. Wichtig auch: Neben der kontinuierlichen Ausrichtung auf die Anforderungen der Märkte und der fortwährenden Erweiterung des Portfolios gehört bei der erfolgreichen Entwicklung eines Unternehmens auch Fortune dazu. Wirkt alles zusammen, passiert auch was.

Betrachtet man den Umsatz der Beumer Group, momentan liegt er bei 750 Millionen Euro pro anno, ist in Ihrem Unternehmen, Herr Dr. Beumer, ganz schön viel passiert.

Ja, das ist so. Vor allem, weil wir im Zuge des Generationswechsels vor fünfzehn Jahren die Konsequenzen aus einer fundamentalen Erkenntnis gezogen haben: Wenn wir unseren Standort hier in Deutschland halten wollen – damals waren wir hier knapp 600 Mitarbeiter –, wenn wir hier am Standort überleben wollen, dann können wir das nicht über das Geschäft aus Westfalen erreichen, aus dem Sauerland oder dem Bergischen Land, sondern dann müssen wir über den Tellerrand hinausgucken. Das führte dazu, dass wir die Welt in elf Regionen aufgeteilt haben. Erstes strategisches Ziel war, in jeder dieser Regionen mit einer eigenen Gesellschaft vor Ort zu sein. Nicht zwangsläufig mit einer Produktion, aber doch mit kompetenten Ansprechpartnern für unsere Kunden. Denn in dem Moment, in dem ich mein Geschäft nicht mehr nur aus Beckum heraus, sondern eben auch in Shanghai, Australien, Südostasien, in Nord- und Südamerika betreibe, mit Leuten, die motiviert sind und gut, dann bringt das auch zusätzlichen Umsatz.

Internationalisierung als wesentlicher Wachstumsfaktor also?

Ja, unsere Entscheidung, in die Welt hinaus zu gehen, mit eigenen, guten, motivierten Leuten, das war die Basis für das Wachstum, das wir in der zurückliegenden Dekade generieren konnten. Welche Wachstumsraten wir dann erreicht haben, das konnte – mit Verlaub – keiner wissen. Nur ein Beispiel: In Australien haben wir über 20 Jahre 250.000 Euro Umsatz gemacht, mit einem Becherwerk oder einem Palettierer pro Jahr. Heute sind wir bei 25 Millionen Euro, weil wir auch down under eine eigene Gesellschaft mit mittlerweile 30 Leuten haben – eine super Truppe, kann ich nur sagen.

Dann ist die Internationalisierung von Beumer ein voller Erfolg?

Ja, gepaart mit unserer Unternehmenskultur, die zulässt, dass auch mal ein Fehler passieren kann. Beide Faktoren haben dazu geführt, dass wir unsere Strategie mehr als umsetzten konnten. Dabei war der ursprüngliche Trigger lediglich, die Leute hier am Standort Beckum halten zu können. Heute arbeiten hier 1.000 Leute, fast doppelt so viele wie vor unserem Weg in die Welt.


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lj 01/2016
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