23. JANUAR 2018

zurück

kommentieren drucken  

Fit für schwere Aufgaben


Special

Modernisierung - Das Pumpspeicherkraftwerk Witznau nutzt Wasser, um Strom zu erzeugen. Jetzt müssen die mehr als 200 Tonnen schweren Generatorpolräder zur Revision. Deshalb ließ die Schluchseewerk AG ihre Krananlagen von Konecranes rundum modernisieren.
Mehrseitiger Artikel:
1 2  

Im Südschwarzwald ist die Energiewende seit Jahrzehnten Realität. Rund um den Schluchsee liefern fünf Pumpspeicherkraftwerke der Schluchseewerk AG umweltfreundliche Energie. Das Wasser aus dem See treibt die Turbinen der Kraftwerke an. Sie erzeugen mit ihren Generatoren Strom – jährlich rund 2,2 Milliarden Kilowattstunden. Hier fällt das Wasser des Schluchsees aus 250 Metern Höhe in den mehr als 9 Kilometer langen Druckstollen; rund 130 Kubikmeter Wasser drücken pro Sekunde gegen die Rotorblätter der Turbinen; sie treiben die vier Generatoren an, die den Strom erzeugen – mit einer Leistung von 220 Megawatt. Jetzt müssen die jeweils mehr als 200 Tonnen schweren Generatoren zur Revision. Dafür benötigt die Schluchseewerk AG extrem tragfähige Krane. Sie sollen die Generatorenwellen präzise positionieren und Kollisionen zwischen Rotor und Stator beim Anheben verhindern. Konecranes hat deshalb für die Schluchseewerk AG wichtige, in die Jahre gekommene Komponenten der Krananlagen demontiert und ersetzt sowie die Katzbahn eines der beiden Maschinenhaus-Zweiträgerbrückenkrane vermessen und geprüft sowie mit Hilfshubwerken und digitalen Features ausgestattet.

Um die Sicherheit beim Ein- und Ausbau sowie beim Transport der Generatorenkomponenten zu erhöhen, hat Konecranes die Krananlagen mit neuer Antriebs- und Steuerungstechnik ausgestattet. »Das hier ist eine besondere Aufgabe, weil keine Konstruktionszeichnungen der beiden Maschinenhauskrane mehr existieren«, erklärt Andreas Scheerer, Leiter der Modernisierungsabteilung bei Konecranes. Zudem erfolgte die Montage der Komponenten in Einzelteilen, weil in der Kraftwerkshalle zwischen Träger und Hallendecke kein Platz für den Einsatz eines Autokrans ist. Konecranes hat im Kraftwerk unter anderem neue Hilfshubwerke, Getriebemotoren und Schmiersysteme für die Zweiträgerbrückenkrane installiert. Zusätzlich hat der Kran- und Hebetechnikhersteller beide Maschinenhauskrane mit rückspeisefähigen Frequenzumrichtern für stufenloses Heben und Fahren ausgestattet und die Schaltschränke und elektrischen Anschlüsse modernisiert.

Eine für zwei

Um Komponenten und die Generatorpolräder zu heben, verfügen die zwei Maschinenhauskrane jeweils über ein Haupthubwerk mit 120 Tonnen und ein Hilfshubwerk mit 12,5 Tonnen Tragkraft. »Für den sicheren Transport der Generatoren ist die gesamte Kraft beider Haupthubwerke nötig«, erläutert Scheerer. Die Hilfshubwerke konnten nicht mit der geforderten Technik nachgerüstet werden: »Wir haben deshalb die beiden alten Hilfshubwerke gegen neue ausgetauscht«. Sie drehen mit ihren jeweils 12,5 Tonnen Tragkraft bei 30 Metern Hubhöhe jetzt Komponenten während der Montagearbeiten in die richtige Position und unterstützen so die Haupthubwerke. Zugleich lassen sie sich komplett autark nutzen. Bei den Hebeprozessen bieten neueste Features höhere Sicherheit und Effizienz. »Mit dem Master/Slave-Modus lenkt ein Kranführer mit einer Funkfernsteuerung gleichzeitig beide Krane«, sagt Andreas Scheerer.


Mehrseitiger Artikel:
1 2  
Ausgabe:
lj 03/2017
Unternehmen:
Bilder:
Konecranes
Konecranes
Konecranes

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Weltmarkt Flurförderzeuge

logistik journal: Weltmarkt Flurförderzeuge 2016

Video der Woche