17. NOVEMBER 2017

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"Unser Kernthema ist der Kunde"


Markt

Material Handling - Gerade erst wurde sein Vertrag als Chef von Linde Material Handling bis 2021 verlängert. Der Mann muss also gut sein. Wie er seinen Job und insbesondere Gegenwart und Zukunft der Intralogistik sieht, sagt Andreas Krinninger im Gespräch mit Michael Weilacher.
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Herr Krinninger, Sie sagen, Materialfluss wird es immer geben, er wird nur anders aussehen. Wie, fragen wir uns da, wird er denn aussehen, der Materialfluss der Zukunft?

Der Materialfluss wird sich in dem Maße ändern, in dem sich die Kundenbedürfnisse ändern. E-Commerce oder Onlineshopping führen schon jetzt zu kleineren Losgrößen und individualisierten Produkten, dies wiederum treibt ganz andere Lager- respektive Logistikprozesse, als wir sie vorher hatten. Künftig wird das Ganze noch viel transparenter, viel vernetzter sein. Das bedeutet, dass sich der Schwerpunkt auch unserer Arbeit verschieben wird.

Staplerschmiede adé, Hightechunternehmen olé?

Ein Hightechunternehmen sind wir schon lange, da reicht ein Blick schon auf unsere heutigen Produkte und Dienstleistungen. Aber während wir heute noch den überwiegenden Teil unseres Umsatzes mit »Stahl & Eisen« erzielen, werden wir in Zukunft unser Geld mehr und mehr mit Beratungslösungen, Softwareinstallationen oder digitalen Applikationen verdienen. Natürlich wird es weiterhin Gabelstapler geben, aber eben auch ganz andere Flurfördermittel, im Sinne von flexibleren modularen Lösungen, damit einher geht, dass die technologischen Anforderungen an unser Unternehmen weiter steigen. Wir müssen nicht mehr nur in der Lage sein, ein wie auch immer geartetes Fahrzeug aus »Stahl & Eisen« zu beherrschen, sondern zusammen mit und für unsere Kunden die wirtschaftlichsten Materialflusskonzepte zu entwickeln – mit Software, Hardware, Fahrzeugen, Regalen und allem, was dazugehört.

Linde Material Handling, das mit viel Ingenieurwissen ausgestattete Beratungsunternehmen mit angegliederter Stahl- und Ei-senfraktion?

Das sind wir heute schon. Das Gros unserer Mitarbeiter ist schon jetzt in den Bereichen Kundenberatung und Service tätig. Der deutlich kleinere Teil arbeitet in der Produktion. Und dieser Trend wird sich fortsetzen.

Das Wirtschaftsleben, auch in Ihrem Segment, Herr Krinninger, ist immer wieder Schwankungen unterworfen. Mal bereitet Osteuropa Probleme, mal steht es um die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten nicht zum Besten, mal bricht mit Brasilien ein zuvor noch von großen Hoffnungen getragener Markt komplett ein. Wie planbar ist sinnvolles Wirtschaften überhaupt noch?

Stärker als man vor dem Hintergrund der von Ihnen beschriebenen, richtigen Szenarien denken könnte. Natürlich bleibt eine gewisse Volatilität. Aber insgesamt stellen wir doch fest, dass die Wirtschaft sich bis zu einem gewissen Grad von der Politik entkoppelt. Es gibt ausreichend Gründe, Krisen und Risiken, weswegen man annehmen könnte, dass sich diese Gemengelage in der Wirtschaft stärker bemerkbar machen müsste. Aber in den meisten Ländern sind die Auswirkungen, die man befürchten könnte, gar nicht oder unmerklich wahrzunehmen.


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Ausgabe:
lj 05/2017
Unternehmen:
Bilder:
Daniel Peter/Linde MH
Daniel Peter/Linde MH

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