20. NOVEMBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Profi mit Profil


Unternehmen

Material Handling - Matthias Fischer, Chef von Toyota Material Handling Europe, kennt das Staplergeschäft wie kaum ein anderer. Im Gespräch mit Logistik-Journal-Chefredakteur Michael Weilacher erläutert er die Übernahme von Vanderlande durch Toyota und erklärt, was Manager von Golfern lernen können.
Mehrseitiger Artikel:
1 2 3 4  

Herr Fischer, der Flurförderzeug-Himmel hängt voller Geigen. Früher haben die Hersteller mal von einem Marktvolumen von einer Million Fahrzeugengeträumt. Heute wären die Staplerbauer enttäuscht, wenn das Gesamtvolumen wieder bei einer Million läge.
Ja, das bisherige All-Time-High von 2007 ist längst überschritten. Heute liegen wir bei einem weltweiten Marktvolumen von deutlich über 1,2 Millionen Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten. Selbst in Europa verkaufen die Hersteller so viel wie noch nie, knapp über 450.000 Einheiten. Und es ist immer noch Potenzial vorhanden.

Da müsste doch gerade der Weltmarktführer, also Ihr Haus, Herr Fischer, frohlocken. Klingt nach guter Kasse.
Zunächst einmal: Der Markt ist für alle Wettbewerber gleich gut. Richtig ist aber auch: Toyota Material Handling erlebt sehr erfreuliche Zeiten. Das zurückliegende Geschäftsjahr haben wir mit einigen Rekorden abgeschlossen. Ein ausgesprochen gutes Ergebnis etwa hatten wir in Europa, wo wir im Markt-anteil noch einmal vorangekommen sind. Die Performance der Mannschaft war ausgesprochen gut.

Gratulation.
Danke. Allerdings ist das Geschäft für uns schwieriger geworden. Wir spüren deutlich mehr Gegenwind von unseren Wettbewerbern in diesem Jahr als in den Jahren zuvor.

Woran liegt’s?
Die anderen maßgeblichen Hersteller haben wohl realisiert, dass Toyota beständig Marktanteile hinzugewonnen hat. Wir kommen ja von der Größenordnung 18 Prozent und liegen jetzt bei weit über 20 Prozent. Das kann einigen kaum gefallen.

Wie macht sich denn der stärkere »Gegenwind«, vom dem Sie sprechen, Herr Fischer, im Einzelnen bemerkbar?
An der Preisgestaltung der anderen zum Beispiel. Aber auch an unserer Hit-Rate. Unsere Hauptwettbewerber legen eine gewisse Aggressivität an den Tag. Und trotz aller Erfolg unsererseits: Es ist schwieriger geworden, Aufträge zu realisieren. In der Summe ist der Wettbewerb extrem hart. Aber wir bei Toyota sehen das sportlich, betrachten die Situation als Herausforderung. Ohne Wettbewerb wäre das Business langweilig.

Der Markt in Europa wächst nach wie vor. Welche Segmente bereiten Ihnen besonders viel Freude?
Wenn man sich den Trend anschaut, findet das Wachstum vor allem im Warehouse-Bereich statt. Das ist in starkem Maß auf den Online-Handel zurückzuführen, der zu einer veränderten Logistik geführt hat. Man braucht sich ja bloß anzuschauen, bei welchen Unternehmen Amazon als Referenzkunde auftaucht. Die haben einen Riesenbedarf und shoppen im Prinzip fast überall.

Auch China shoppt fast wieder überall.
Ja, der chinesische Markt für Flurförderzeuge hat kräftigst angezogen, was für Toyota Material Handling leider weniger relevant ist. Das hat, wie alle wissen, historische Gründe, die im Verhältnis zwischen Japan und Chi-na liegen.


Mehrseitiger Artikel:
1 2 3 4  
Ausgabe:
lj 05/2017
Unternehmen:
Bilder:
Toyota
Toyota
Toyota
Toyota
Toyota

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Weltmarkt Flurförderzeuge

logistik journal: Weltmarkt Flurförderzeuge 2016

Video der Woche