20. MAI 2018

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Mitten im Markt


Messen & Events - Der Verkehr von und nach China boomt. So wird der Luftfracht ein Wachstum von jährlich 12 - 15 % prognostiziert. Auch dies ein Thema von »Transport Logistic« und »Air Cargo« in Shanghai.

Die von der Messe München organisierten Transport Logistic China und die Air Cargo China finden vom 19. bis 22. September im Expo-Centre von Shanghai statt. Neben der Seefracht wird der Lufttransport eine wesentliche Rolle in Chinas Boomtown spielen. Wobei die Gründe für die erwarteten Zuwächse im Flugverkehr auf der Hand liegen: Die Zeitersparnis beim Transport von Gütern und Waren mit dem Flugzeug ist für manche hochwertigen und sensiblen Produkte das entscheidende Kriterium. Zudem wird das erhöhte Passagieraufkommen bewältigt. Singapore Airlines startet demnächst mit der Cargo-Linie »Great Wall«. Und auch die Lufthansa Cargo AG verstärkt ihr Engagement. Sie schickte Anfang August eine erste Boeing mit dem chinesischen Schriftzug »Jade Cargo International« in den Wettbewerb am Himmel. Bei Jade handelt es sich um ein Joint Venture, an dem die Lufthansa 25 Prozent, die DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft) 24 Prozent und der chinesische Partner 51 Prozent der Anteile halten. Ihren Hub hat die Linie in Shenzhen, den Gateway in Amsterdam. Um beide Destinationen herum ist ein dichtes Netz an Logistikeinrichtungen installiert, denn ohne Transport am Boden geht in der Luftfracht gar nichts. Das entscheidende Bindeglied zwischen Absender und Empfänger im Air-Cargo-Geschäft ist der Lkw. Wie der Pressesprecher von Lufthansa Cargo, Nils Haupt, bestätigt, wird das Unternehmen mit Jade-Cargo International auf der Transport Logistic China erstmals an einem Partnerstand vertreten sein.

Dichtes Trucking-Netz
Seit August bedient Jade von seinem Cargo-Hub in Südchina die Flughäfen Amsterdam und Seoul. Zudem verbindet ein dichtes Trucking-Netz den Hub mit Hongkong und Guangzhou sowie Amsterdam mit allen europäischen Großstädten.
Neben den erwarteten Zuwachsraten im Luftverkehr ist Chinas Außenhandel auch der Hauptantrieb im internationalen Seeverkehr. Durch die Importe von Gütern wie Eisenerz und Rohöl haben die Umsätze in der Seefracht von Massengut in den letzten Jahren einen unerwarteten Höhepunkt erreicht. Gleichzeitig haben die Exporte der Industrieprodukte das Wachstum des Containerverkehrs stark gefördert. Die Transport Logistic China bietet Gelegenheit, die chinesischen Key-Player der Branche zu treffen. Das zeigte bereits die Transport Logistic China 2004, die von mehr als 10.000 Fachleuten aus 54 Ländern besucht wurde.

Beeindruckendes Wachstum
Nach Angaben der Transpacific Stabilization Agreement (TSA), des Verbands der elf größten Containerschifffahrts-Gesellschaften für den transpazifischen Seeverkehr, lag das durchschnittliche Wachstum der Seetransporte von China in die USA in den ersten beiden Monaten 2006 bei beeindruckenden 24 Prozent.
Die durchschnittlichen Lohnkosten in China lagen in den Jahren 2004 und 2005 bei 0,61 Euro pro Stunde. Das entspricht rund einem Vierzigstel vergleichbarer Werte in Deutschland, wie der deutsche Materialwirtschafts-, Einkaufs- und Logistikverbund BME erklärt. Viele kleine und mittlere Betriebe nutzen diese Chance zur Kosteneinsparung, indem sie ihre Einkaufsstrategien revidieren.
Mehr als 90 Prozent des interkontinentalen Handels gehen über See- und Überseefracht mit den entsprechenden Serviceleistungen (Spedition, Warenumschlag etc.). Der größte Teil der Ware wird in Seecontainern transportiert, Tendenz: steigend. Die chinesische Frachtgruppe Cosco erwartet bei den Twenty-Foot Equivalent Units (TEU), der Standardeinheit für Container, einen Anstieg von jährlich 12 Prozent über die nächsten fünf Jahre. Darauf müssen sich die europäischen und amerikanischen Häfen einstellen, denn die meisten Container, die in China auf ein Schiff verladen werden, sind für eine der beiden Regionen bestimmt.

Neue Containerterminals
In Bremerhaven haben die Arbeiten an einem neuen Containerterminal mit einer Beckenlänge von 1,7 km für große Überseeschiffe aus Fernost begonnen. Weiter ist man in Rotterdam. Das neue Euromax-Terminal an der Maasvlakte soll Anfang 2007 betriebsbereit sein. Und die Hafenverwaltung hat bereits Pläne für die zweite Maasvlakte vorgelegt, ein rund 2.000 ha großes Projekt, das ab 2008 gebaut werden soll.
Auch auf der Transport Logistic China 2006 erwartet die Besucher wieder ein hochkarätiges Rahmenprogramm. Am 19. und 21. September finden im Rahmen des Events »Logistics Excellence in China« Vorträge mit Podiumsdiskussionen zu diesem Thema statt. Transport Logistic China und BVL greifen Themen auf wie »Benchmarking in Chinas Beschaffungswirtschaft«, »Lokale und internationale Logistikdienstleistler«, »Best Practice Transfer von Europa nach China und umgekehrt« oder »Personalentwicklung als Differenzierungsmerkmal zum Wettbewerb«.
Die Air Cargo China wurde als Fachveranstaltung mit eigener Konferenz in die Transport Logistic China eingegliedert. Die Konferenz der Air Cargo findet am 20. und 21. September statt. Im Mittelpunkt stehen globale Anforderungen und deren Auswirkungen auf die Luftfracht. Zu den Themen gehören die »Geschäftsbeziehungen in China«, »Chinas Entwicklungsprogramm für Luftfracht« und »China aus internationaler Perspektive«. Am Mittwoch, 20. September, steht eine Konferenz mit dem Titel »Deutschland: Chinas
Tor nach Europa« auf dem abwechslungsreichen Fachprogramm.

Transport Logistic China
Die Branche trifft sich in Shanghai
Die zweite Transport Logistic China findet vom 19. bis 22. September im Expo Centre von Shanghai statt. Auf der Transport Logistic China 2004 mit der Air Cargo China 2004 präsentierten 214 Aussteller aus 27 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen. Sie stießen auf das Interesse von über 10.000 Besuchern aus 54 Ländern. Damit hat sich das system- und branchenübergreifende Konzept der Transport Logistic in München erfolgreich auf dem asiatischen Markt etabliert.

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