21. FEBRUAR 2018

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Intralogistik im Aufwind


Bilanz - Das Forum Intralogistik erwartet mit Blick auf 2004 für Deutschland ein branchenbezogenes Produktionsvolumen von 11,2 Milliarden Euro, also ein Wachstum von drei Prozent gegenüber 2003.

Auf europäischer Ebene liegt die Intralogistik ebenfalls im Aufwind. Ihre Sprecher erwarten, daß im vergangenen Jahr 1.500 Unternehmen mit rund 150.000 Beschäftigten gut 22,7 Milliarden Euro umgesetzt haben. Auch die europäischen Intralogistiker hätten damit ein Wachstum von drei Prozent erzielt.

Deutschland auf Platz 1
Selbst wenn manch andere Branche ein Wachstum von drei Prozent geradezu herbeisehnen würde, liegt die europäische Zuwachsrate der Intralogistiker unter den Erwartungen der deutschen Experten. Christoph Hahn-Woernle, Sprecher des Forums Intralogistik und Vorstandsmitglied im VDMA-Fachverband Fördertechnik und Logistiksysteme, anläßlich eines Pressegesprächs in Frankfurt: »Prognostiziert hatten wir ein Wachstum von fünf Prozent. Einer der Indikatoren unserer Prognose für 2004 war der Auftragseingang von 2003. Nicht berücksichtigt hatten wir, daß in diesem Auftragseingang einige Großaufträge im Ausland enthalten waren, die im vierten Quartal hereingekommen sind und sich in ihrer Abwicklung über mehrere Jahre hinziehen werden.“ Innerhalb der europäischen Intralogistik-Branche nimmt Deutschland mit einem Marktanteil von etwa 50 Prozent weiterhin unangefochten den Spitzenplatz ein.

Dabei soll es bleiben, zumal das Forum Intralogistik für Deutschland auch in diesem Jahr mit einem branchenbezogenen Wachstum von drei Prozent rechnet. Ein Wert, »der sich in diesen Zeiten gut sehen lassen kann«, wie Christoph Hahn-Woernle betont. Die Bundesrepublik könne auch deswegen ihren Spitzenplatz innerhalb der europäischen Intralogistik-Nationen behaupten und weiter ausbauen, so der Branchensprecher weiter, »weil Deutschland gerade durch die zentrale Lage nach der EU-Osterweiterung die große Chance hat, sich zur Logistikdrehscheibe Nummer 1 in Europa zu entwicklen«. Die zunehmende Streckenabhängigkeit der Transportkosten werde dazu führen, daß Hersteller und Dienstleister in ganz Europa verstärkt auf das Kostensenkungs- und Rationalisierungspotential der Intralogistik zurückgreifen müßten. Dem Staat dagegen ständen nach Einführung der Lkw-Maut »Mittel für dringend erforderliche Investitionen in die Infrastruktur« zur Verfügung. Doch nicht nur diesbezüglich gebe es Handlungsbedarf, betonte der Sprecher des Forums Intralogistik in Frankfurt, erforderlich sei auch die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.

Moderne Logistik muß flexibel reagieren
Mit Blick auf immer noch starre Strukturen sagte Christoph Hahn-Woernle beim VDMA in Frankfurt: »Eine moderne Logistik muß flexibel auf den Bedarf ihrer Kunden reagieren können. In saisonalen Spitzenzeiten kommen in einem Distributionszentrum schnell mehr als 40 Wochenstunden für den einzelnen Mitarbeiter zusammen. Eine Zahl, die sich zu anderen Zeitpunkten auf weniger als die Hälfte reduzieren kann. Auch die Entgelte sollten flexibler gestaltet werden. Vor allem durch die Festlegung niedrigerer Einstiegstarife für Arbeitslose und durch wirksame Öffnungsklauseln muß es für Unternehmen interessanter werden, auch kurzfristig neue Mitarbeiter einzustellen, um so auf Nachfrageschwankungen besser reagieren zu können.«

Fazit Hahn-Woernle: »Das machen uns andere Länder erfolgreich vor.« Zufrieden zeigte sich der Sprecher des Forums Intralogistik indes mit deutschen Erfolgen im Ausland: »Die deutsche Intralogistik-Branche ist, wie der deutsche Maschinenbau insgesamt, nach wie vor Exportweltmeister.« Im zurückliegenden Jahr betrug das Exportvolumen der deutschen Intralogistik 7,5 Milliarden Euro. Den zweiten Platz belegte Japan mit 3,8 Milliarden Euro vor den USA (3,4 Mrd.), Italien (2,5 Mrd.) und Frankreich (2,4 Mrd.). Die wichtigsten Exportmärkte für Deutschland sind Frankreich, die USA und Großbritannien. Bemerkenswert, so Christoph Hahn-Woernle, sei Chinas Sprung in dieser Rangliste von Platz 8 auf Platz 6. Apropos Rang: Den 1. Platz unter den Messen für Intralogistik soll ab Oktober die neu aufgestellte Cemat in Hannover einnehmen. Auf die herausragende Bedeutung der logistischen Leistungsschau wiesen in Frankfurt sowohl Christoph Hahn-Woernle als auch Peter Günther, Geschäftsführer des Fachverbandes Fördertechnik und Logistiksysteme im VDMA, hin.

Cemat-Vorbereitungen laufen auf Hochtouren
Hahn-Woernle unterstrich mit Blick auf die Cemat, daß es der Intralogistik immer mehr gelänge, durch moderne Technologien den weltweiten Warenfluß zu verbessern: »Wir sind sicher, daß dazu auf der Cemat weitere wichtige Neuerungen vorgestellt werden.« Derweil laufen die Vorbereitungen für die Weltleitmesse der Intralogistik auf Hochtouren. Und die Zeichen stehen auf Erfolg. Hahn-Woernle: »Wir gehen da-von aus, daß sich an die 1.000 deutsche und internationale Aussteller engagieren, um Produktpremieren und technische Innovationen zu präsentieren.«

Ein Highlight der Messe wird aber auch der Campus Intralogistik sein. Kern des Campus auf der Cemat ist der Auftritt der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Technische Logistik, in der sich die Institute von elf deutschen Universitäten zusammengeschlossen haben, um die Wissenschaft auf dem Gebiet der Intralogistik national und international zu fördern. Christoph Hahn-Woernle: »Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschulen ist nicht nur ein Schlüssel-element für die qualifizierte Nachwuchssicherung, sondern sie liefert zudem einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Wissens- und Technologietransfers.«

Ausgabe:
lj 01/2005
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