20. FEBRUAR 2018

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Die Cemat ist unsere Leitmesse


Technik

Interview - Auch für die Cemat 2011 stehen wieder alle Zeichen auf Erfolg. Dr. Christoph Beumer, Vorsitzender des Cemat-Präsi-diums und Geschäftsführungs-Vorsitzender der Beumer Maschinenfabrik, sagt, welchen Stellenwert die Cemat hat und was die Messebesucher 2011 erwarten dürfen. Zudem äußert Christoph Beumer sich zu Philosophie und Zielen der eigenen Unternehmensgruppe.

Herr Dr. Beumer, als Nachfolger von Christoph Hahn-Woernle im Amt des Cemat-Präsidiums-Vorsitzenden: Welche Schwerpunkte setzen Sie mit Blick auf die Cemat 2011?

Aller guten Dinge sind drei: Die Cemat ist die internationale Intralogistik-Leitmesse. Diesen Stellenwert, den die Besucher dieser Veranstaltung beimessen, müssen wir im Vergleich zu den verschiedenen eher regional angelegten Messen immer weiter ausbauen. Das wollen wir erreichen, indem wir alle an den intralogistischen Prozessen beteiligten Fakultäten an Bord holen. Daraus resultiert der zweite Schwerpunkt: die Erweiterung des Cemat-Netzwerks. Wir haben dafür wichtige Kooperationen geschlossen, die den Besuchern einen Mehrwert bringen. Der dritte Schwerpunkt ist, dass sich die Intralogistik-Anwender immer intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Das wird auf der Cemat 2011 eine große Rolle spielen – und die Intralogistik kann hier wichtige Antworten geben.

Was sagen Sie Unternehmen, die sich im Zuge einer immer noch schwierigen wirtschaftlichen Großwetterlage gegen eine Präsenz auf der Cemat entscheiden?

Da kann ich nur Henry Ford zitieren: »Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.« Die Cemat ist im kommenden Jahr für Unternehmen unserer Branche die beste Gelegenheit, ihre Innovationen einem breiten und investitionsbereiten Fachpublikum zu präsentieren. Weshalb sollte ein Unternehmen diese Gelegenheit ungenutzt lassen?

Glauben Sie, dass die Cemat 2011 ein ähnlich großer Erfolg wird wie ihre beiden Vorgänger?

Veranstalter und Aussteller tun alles dafür. Die Besucher aus aller Herren Länder warten auf diese Messe und auf die Lösungen, die dort gezeigt werden. Weshalb sollte also der Erfolg ausbleiben?

Können Sie – jedenfalls in groben Zügen – skizzieren, auf welche besonders interessanten Neuheiten der Messebesucher gespannt dein darf?

Ihre Neuheiten stellen die Unternehmen in der Regel ja erst kurz vor oder noch besser erst auf der Messe vor – das ist ja auch der Sinn der Messe, Innovationen dort zu zeigen. Doch die Entwicklungen werden sich sicher um den Messe-Schwerpunkt Nachhaltigkeit drehen: intelligente Konzepte zur Energieeinsparung, ergonomische Arbeitsplätze in Lagern und Logistikzentren, effizientere Anlagen, höhere Prozesssicherheit.

Wie stellt sich aus Ihrer Sicht die Logistik-Messelandschaft in Deutschland generell dar? Halten Sie das Angebot für adäquat?

Wir sind ein Unternehmen, das neben Deutschland auch sehr stark die internationalen Märkte bedient. Mehr als drei Viertel unseres Umsatzes generieren wir im Ausland. Aus diesem Grund halte ich das Cemat-Konzept für das richtige: die Leit- und Innovations-Veranstaltung alle drei Jahre in Deutschland – kleinere und regionalere Cemat-Messen in kürzeren Zyklen in den Zukunftsmärkten Russland, Brasilien, China oder Indien. Die Messelandschaft innerhalb Deutschlands ist durch viele eher regional geprägte Veranstaltungen ein wenig unübersichtlich geworden. Da tut es gut, alle drei Jahre alles an einem Platz zu haben.

Als Intralogistik-Fachmann sind Sie nicht nur Vorsitzender des Cemat-Präsidiums, sondern auch – oder besser: in erster Linie – Chef des eigenen Unternehmens, der Beumer-Gruppe in Beckum. Lassen sich die mit der Doppelfunktion verbundenen Aufgaben immer problemlos bewältigen?

Wenn man etwas bewegen möchte, muss man sich engagieren. Das gilt für das eigene Unternehmen genauso wie für unsere Branche. Die Intralogistik ist eine der wenigen Zukunftsbranchen, die wir in Deutschland noch haben, und deshalb hat es Sinn, dass wir uns – denn das bin im Übrigen nicht nur ich, sondern auch die vielen anderen Mitstreiter in der Community und im Cemat-Netzwerk – für diese Zukunftsbranche einsetzen. Aber Sie haben Recht: Am Ende bleibt in der Tat leider zu wenig Zeit für meine Schalker …

Im vergangenen Jahr hat die Beumer-Gruppe nicht zuletzt durch die Akquisition des dänischen Sortiersysteme-Spezialisten Crisplant von sich reden gemacht. Welche Vorteile, Herr Dr. Beumer, hat dieser Zugewinn für Ihr Unternehmen?

Die Frage hat sich für uns anders gestellt: Welchen Nutzen hat das für unsere Kunden? Gemeinsam mit dem Leistungsspektrum von Crisplant und dem großen Know-how der Mitarbeiter können wir ein komplettes Portfolio an Sortier- und Verteiltechnik anbieten, können ein noch größeres und engmaschigeres Servicenetz zur Verfügung stellen, haben eine noch breitere Basis an technischen Innovationen – und wir können unsere Kunden noch internationaler bedienen. Wir bieten ihnen eine Systemlösung, die sich an ihrer Aufgabenstellung orientiert und nicht am Produkt, das wir gerade im Portfolio haben.

Welche Ziele verfolgt die Beumer-Gruppe, sagen wir, in den kommenden drei bis fünf Jahren?

Als Familienunternehmen haben wir nicht den kurzfristigen Gewinn im Blick, sondern den langfristigen Erfolg. Das ist unser Wahlspruch seit der Gründung vor 75 Jahren, und das wird für uns auch in Zukunft richtungweisend sein. Daran wird sich auch in der größer gewordenen Unternehmensgruppe nichts ändern. Aus dieser Orientierung heraus lassen sich unsere Ziele ableiten: Wir wollen das Unternehmen langfristig in Familienhand halten, unsere globale Aufstellung über die 25 Gesellschaften, die wir derzeit weltweit haben, noch weiter ausbauen und langfristig profitabel wachsen. Nur so können wir unseren Kunden dauerhaft ein verlässlicher Partner sein.

Welche Märkte spielen dabei eine besonders wichtige Rolle und warum?

Entsprechend unserem breiten Produkt-Portfolio sind das zum einen die Wachstumsländer, die gerade ihre Infrastruktur auf- oder weiter ausbauen. Unsere Schüttgutförder- und Verladetechnik wird beispielsweise in der Baustoffherstellung eingesetzt. Unsere Sortier- und Verteiltechnik, die zum Beispiel in Flughäfen oder in Post- oder Warenverteilzentren zu finden ist, wird wie auch unsere Palettier- und Verpackungssysteme in Märkten nachgefragt, die bereits weiter entwickelt sind. Deshalb spielen für uns die Wachstumsmärkte eine ebenso wichtige Rolle wie die hoch entwickelten Industrienationen.

Wann, glauben Sie, wird sich die Intralogistik-Branche wieder auf einem ähnlichen Umsatzlevel bewegen wie 2008?

Diese Zahlen- und Rekordjagd ist für mich nicht entscheidend. Für mich lautet die Frage: Wie effizient und profitabel arbeiten die Unternehmen unserer Branche, indem sie beispielsweise ihre Prozesse straffen und ihre Schnittstellen besser in den Griff bekommen? Wie innovativ sind die Firmen, mit welchen Lösungen können sie den Kunden einen Wettbewerbsvorteil verschaffen? Und über all dem steht: Wie viele Arbeitsplätze können wir auch in schlechten Zeiten erhalten? Das verstehe ich auch unter Nachhaltigkeit.

www.cemat.com
www.beumer.com

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