18. JANUAR 2018

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Hohe Strahlkraft


Unternehmen

Flurförderzeuge - Jungheinrich kommt mit guten Nachrichten nach Hannover. Nachdem das Unternehmen 2010 gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgegangen ist, stehen alle Zeichen auf weiteres Wachstum. Dazu werden auch die auf der Cemat zu sehenden Innovationen beitragen.

Die Jungheinrich AG ist 2010 gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgegangen und befindet sich wieder auf einem profitablen Wachstumskurs. Die Flurförderzeugbranche wies – begünstigt durch die starke Erholung der Weltwirtschaft – einen Anstieg des Weltmarktvolumens für Flurförderzeuge um 45 % auf, in den Kernmärkten von Jungheinrich in Europa um 32 %. Jungheinrich nutzte diese erfreulichen Rahmenbedingungen und steigerte Auftragseingang und Umsatz deutlich. Die Ertragsentwicklung profitierte von der höheren Kapazitätsauslastung der Werke und einem verbesserten Produktmix. Mit einem kräftigen Ergebnissprung kehrte das Unternehmen in die Gewinnzone zurück.

Beachtliche Steigerungen

Der Konzernumsatz stieg im Berichtsjahr 2010 um 8 Prozent auf 1.816 Millionen Euro (Vorjahr: 1.677 Millionen Euro). Im Berichtszeitraum 2010 wurde ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von plus 98 Millionen Euro (Vorjahr: minus 72 Millionen Euro inkl. Einmalaufwendungen in Höhe von 80 Millionen Euro) erwirtschaftet. »Dies ist ein gutes Ergebnis für ein ›Nachkrisenjahr‹, wobei das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht ist. Im langjährigen Vergleich hat unser Unternehmen jedoch bereits wieder ein ansprechendes Niveau erzielt«, so Hans-Georg Frey, Vorsitzender der Vorstandes, anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 31. März 2011 in Hamburg.

Die EBIT-Umsatzrendite erreichte plus 5,4 Prozent (Vorjahr: minus 4,3 Prozent). Die entsprechende Kapitalrendite auf das eingesetzte zinspflichtige Kapital (ROCE) stieg auf plus 22,7 Prozent (Vorjahr: minus 16,8 Prozent) und erreichte damit wieder das langfristige Kapitalrenditeziel des Jungheinrich-Konzerns von über 20 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern, das von einer niedrigen Steuerquote profitierte, stieg überproportional auf plus 82 Millionen Euro (Vorjahr: minus 55 Millionen Euro).

F&E auf hohem Niveau

Die Aufwendungen des Jungheinrich-Konzerns für Forschung und Entwicklung lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 36 Millionen Euro (Vorjahr: 39 Millionen Euro) auf hohem Niveau. In der Grundlagenentwicklung wurden Möglichkeiten zur Erhöhung der Energieeffizienz und damit der Umweltfreundlichkeit untersucht, beispielsweise Energiespeicher auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich im Jahr 2010 auf 33 Millionen Euro (Vorjahr: 46 Millionen Euro).

Hierzu gehörte eine neue, nach modernsten Umweltgesichtspunkten konzipierte Pulverbeschichtungsanlage im Werk Norderstedt. Zum 31. Dezember 2010 waren konzernweit 10.138 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 10.266), davon 5.477 im Ausland (Vorjahr: 5.473) und 4.661 im Inland (Vorjahr: 4.793). Die kräftige Markterholung bei Flurförderzeugen im Jahr 2010 setzte sich in den ersten beiden Monaten dieses Jahres fort. Die weltweite Nachfrage stieg in den Monaten Januar und Februar 2011 insgesamt um 48 % (Vorjahr: plus 31 %). Der europäische Markt verzeichnete in diesem Zeitraum ein Wachstum von 62 Prozent (Vorjahr: plus 3 %).

Für die Zukunft gut aufgestellt

Von dieser Entwicklung profitierte insbesondere das Neugeschäft von Jungheinrich. Der Auftragseingangswert aller Geschäftsfelder erhöhte sich in den ersten zwei Monaten 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 Prozent auf 333 Millionen Euro (Vorjahr: 265 Millionen Euro). Der Auftragsbestand des Neugeschäftes stieg im selben Zeitraum um 17 Prozent auf 329 Millionen Euro. Der Umsatz lag Ende Februar 2011 kumuliert bei 279 Millionen Euro und damit 21 Prozent über dem Vorjahreswert von 230 Millionen Euro.

»Angesichts der bisher robusten Konjunktur bestehen gute Chancen, dass die Aussichten für die Flurförderzeugindustrie weiter günstig bleiben. Nach dem kräftigen Nachholeffekt im Vorjahr dürfte sich die Marktdynamik jedoch verringern. Allerdings sind die Auswirkungen der dramatischen Umweltkatastrophe in Japan auf die Weltwirtschaft derzeit nicht abzuschätzen«, erklärte Hans-Georg Frey. Ohne Berücksichtigung möglicher Folgen geht Jungheinrich für das weltweite Marktvolumen für Flurförderzeuge von einer stückzahlbezogenen Steigerung um rund 10 Prozent auf ca. 870 Tsd. Fahrzeuge aus. Damit könnte das Vorkrisenniveau des Jahres 2008 nahezu erreicht werden. Hierauf basierend erwartet Jungheinrich einen organisch steigenden Auftragseingang von über 1,95 Milliarden Euro, einen Konzernumsatz in Höhe von über 1,9 Milliarden Euro und eine Steigerung des operativen Ergebnisses. Frey: »Unser Unternehmen ist für die Zukunft gut aufgestellt und auf dem richtigen Weg, um in einem überschaubaren Zeitraum zur alten Umsatz- und Ertragsstärke zurückzukehren.«

Auf der Cemat zeigt Jungheinrich erneut seine Innovationskraft, unter anderem mit der Navigation von frei verfahrbaren Flurförderzeugen im Breitgang und mit einem fahrerlosen Transportsystem. Mit dem Einsatz des Moduls »Lagernavigation Breitgang« können die Möglichkeiten der Lagernavigation in Breitgang und Vorzone erstmals für frei verfahrbare Flurförderzeuge genutzt werden. Die Funktionsweise des Moduls ähnelt dem eines Navigationssystems im Pkw. »Mit unserer Neuentwicklung ist es möglich, die Prozesse außerhalb des Schmalgangs noch effizienter und sicherer zu gestalten«, freut sich Jungheinrich-Vertriebsvostand Dr. Helmut Limberg und ergänzt: »Mit der Lagernavigation im Schmalgang, die Jungheinrich bereits seit zwei Jahren anbietet, kann die Umschlagleistung bis zu 25 Prozent gesteigert werden.« Allerdings gibt es zwischen der Navigation im Schmalgang und der im Breitgang deutliche Unterschiede.

Unterschiedliche Systeme

Während im Schmalganglager die Standortbestimmung des Staplers auf RFID-Technologie und Transpondern im Hallenboden basiert, funktioniert die Positionserkennung im Breitgang und in der Vorzone über ein spezielles Ortungssystem. »Der Grund dafür ist«, so Helmut Limberg, »dass die Fahrzeuge im Breitgang – anders als im Schmalgang – nicht geführt werden, sondern frei verfahrbar sind.« Basis einer sinnvollen Nutzung der Lagernavigation im Breitgang ist die Einbindung aller im Einsatz befindlichen Flurförderzeuge in die Prozesskette des Nutzers: vom Wareneingang bzw. der Lkw-Entladung bis hin zum Versand bzw. der Lkw-Beladung. Die Breitgang-Navigation kann dabei als Modul auf verschiedene Jungheinrich-Fahrzeuge, seien es Schubmaststapler, Kommissionierer oder Elektrostapler, aufgebaut werden. Für die Navigation im Breitgang verwendet Jungheinrich ein optisches Ortungssystem. So ist es möglich, zu jeder Zeit die genaue Position des Staplers zu ermitteln.

Grundlagen für die Navigation sind das Datenfunk-Terminal 2475 sowie das Logistik-Interface von Jungheinrich. Letzteres übersetzt die Anforderungen des Lagerverwaltungssystems in die Fahrzeugsprache und umgekehrt. Die neue Lagernavigation von Jungheinrich ermöglicht verschiedene Funktionalitäten. Die Neuentwicklung zeigt dem Fahrer unter anderem Richtung und Route an – ähnlich einem Navigationssystem, das heute im Pkw zum Einsatz kommt. Ziel ist, dass der Gabelstapler seinen Bestimmungsort auf dem kürzesten bzw. schnellsten Weg erreicht. Die parallel dazu stattfindende Rückmeldung der Ortungsinformationen an Lagerverwaltungs- bzw. Staplerleitsystem optimiert die Steuerung der gesamten Fahrzeugflotte.

Deutliche Entlastung des Fahrers

Sobald der Stapler sein Ziel, etwa eine bestimmte Position im Regalgang, erreicht, ermöglicht die Funktion »Hubhöhenvorwahl« das automatische Ausfahren des Hubgerüsts bis zum vom Lagerverwaltungssystem vorgegebenen Palettenplatz. Das Scannen oder Bestätigen des Lagerplatzes entfällt. Jungheinrich-Vertriebsvorstand Dr. Limberg: »Routenführung, Hubhöhenvorwahl und automatische Bestätigung an das WMS führen zu einer erheblichen Entlastung des Staplerfahrers. Ein- oder Auslagerungen im falschen Regalgang oder im falschen Fach werden verhindert. Durch den Einsatz der Lagernavigation im Breitgang erhöht sich die Prozesssicherheit in Lager- und Logistiksystemen auf signifikante Weise.«

Sein Lagernavigations-System bietet Jungheinrich auch für die aktuelle Generation der ETX-Quersitz-/Dreiseitenstapler an. Die hochperformanten Man-down-Fahrzeuge kommen überall dort im Schmalgang zum Einsatz, wo ganze Paletten ein- und ausgestapelt, aber nicht kommissioniert werden. »Durch ihr Facelifting ist diese Generation von Schmalgangstaplern nun technisch auf dem gleichen hohen Niveau wie unsere Kombistapler«, freut sich der Jungheinrich-Systemfahrzeug-Experte Sebastian Riedmaier: »Durch die Neuerungen kennt der ETX exakt die anzufahrenden Positionen. Der Fahrer muss nur noch Gas geben.«

Fahrerloses Transportsystem

Gas gibt Jungheinrich auch bei einer komplett neuen Fahrzeuglösung, dem Auto Pallet Mover. Beim APM, der genau wie die Lagernavigation im Breitgang auf der Cemat vorgestellt wird, handelt es sich um ein selbstständig fahrendes Flurförderzeug. Haupteinsatzgebiet des fahrerlosen Transportsystems sind regelmäßig auszuführende Transportaufgaben, etwa zwischen Wareneingang oder Produktion und dem entsprechenden Übergabeplatz am Regal. Mit dem Auto Pallet Mover, so Jungheinrich, sei eine deutliche Effizienzsteigerung intralogistischer Prozesse zu erreichen.

Ein eigens entwickeltes Steuerungssystem sorgt nicht nur für die Planung der Fahrwege und die Koordination der eingesetzten APM-Fahrzeuge, sondern auch für die Optimierung des Verkehrsflusses. Umfangreiche Safety-Features gewährleisten sicheren, kollisionsfreien Betrieb der APMs in jedem Lagerumfeld. Als Basisfahrzeuge dienen bewährte Jungheinrich-Serienfahrzeuge. Der Auto Pallet Mover kann entweder als Stand-alone-Lösung oder in Verbindung mit einem Warehouse-Management-System betrieben werden.

www.jungheinrich.de


Daten & Fakten
Jungheinrich zählt auf internationaler Ebene zu den führenden Unternehmen in den Bereichen innovative Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg bietet ein umfassendes Intralogistikprogramm aus Flurförderzeugen, Regal- und Automatiksystemen, Lagerverwaltungssoftware und Dienstleistungen an.

Ausgabe:
lj 02/2011
Unternehmen:
Bilder:

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