17. JANUAR 2018

zurück

kommentieren drucken  

»Wer Qualität will, kommt zu Vanderlande«


Unternehmen

Kompetenzzentrum - Distribution, Flughäfen, Post- und Paketzentren Materialfluss-Systeme von Vanderlande Industries findet man vielerorts. Matthias Kramm, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung, führt den Zuspruch der Kunden auf hohe Kompetenz zurück. Van-derlande, so Kramm, habe die besten Planer und Projektabwickler. Interview: Michael Weilacher
Mehrseitiger Artikel:
1 2 3  

Herr Kramm, im Sommer 2009, bei unserem letzten Gespräch, sprachen wir über die Krise. Jetzt, im Herbst 2011, müssen wir wieder über eine Krise reden. Kommen die Einschläge in immer kürzeren Abständen?

Es ist ganz sicher so, dass die Märkte volatiler geworden sind. Die Zeiten eher langer Wirtschaftszyklen, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, sind vorbei – eine Folge der Globalisierung. Alles hängt mit allem zusammen. Inzwischen erleben wir Zyklen von zwei, drei Jahren – was bedeutet, dass die Unternehmen heute wesentlich flexibler sein müssen. Sie müssen sich schneller als bisher auf veränderte Bedingungen einstellen können.

Gilt das auch für die Vanderlande Industries GmbH im vierzigsten Jahr ihres Bestehens?

Das gilt für alle Marktteilnehmer, wobei ich sagen muss, dass Vanderlande seine Hausaufgaben gemacht hat. Was die aktuelle Situation und die Möglichkeit eines weiteren Abschwungs betrifft, ist Folgendes festzustellen: Die wirtschaftliche Situation, wie sie die Medien darstellen, entspricht in keiner Weise der derzeitigen Situation von Vanderlande. Unsere Auftragsbücher und die Sales Pipeline sind voll. Viele langjährige Kunden von Vanderlande haben große Pläne.

Dann sehen Sie der Zukunft also relativ entspannt entgegen?

Durchaus, mit der Einschränkung allerdings, dass der Auftragseingang uns ganz schön auf Trab hält. Da braucht man schon ein intaktes Zeitmanagement.

Ein Luxusproblem – sind Sie damit besser dran als die Konkurrenz?

Nicht unbedingt. Einige Mitbewerber von uns sind schon jetzt so ausgelastet, dass sie keine neuen Aufträge mehr annehmen.

Dann können die, die noch freie Kapazitäten haben, ja fast jeden Preis verlangen.

Der Preiskampf in unserem Geschäft ist nach wie vor im Gange; daher wird dem einen oder anderen noch die Puste ausgehen. Man kann eine Leistung auf Dauer nicht unter Wert verkaufen. Mittelfristig wird sich das Preisniveau wieder auf dem »Normal Level« einschwingen.

Sie rechnen also damit, dass es auch in Ihrem Segment früher oder später zu Übernahmen kommen wird?

Ja, davon ist auszugehen.

Was, Herr Kramm, ist denn Ihrer Meinung nach das wichtigste Unterscheidungskriterium in Ihrem Segment?

Völlig klar: der Qualitätsanspruch beziehungsweise die Qualität der tatsächlich abgelieferten Leistung. Wir bei Vanderlande haben einen sehr hohen Qualitätsanspruch. Was wir anbieten, bieten auch andere an – aber nicht in unserer Qualität.

Dann ist Vanderlande in seinen Bereichen der Premiumanbieter?

Das sehe ich so. Wer zu uns kommt, möchte nicht irgendeine Lösung, sondern den Audi, und das zu fairen Preisen.

Warum ist Vanderlande Industries denn besser als andere? Warum soll sich der Kunde für Sie entscheiden?

Weil wir den Dingen auf den Grund gehen. Wir denken uns tief in die betrieblichen Abläufe des Kunden hinein, analysieren die Ist-Situation und heben das Optimierungspotenzial. Am Ende dieses Prozesses muss die optimale Lösung stehen. Genau das ist der Anspruch, den wir an uns selbst stellen. Diese Planungskompetenz haben andere nicht.

Sind Sie deshalb besonders teuer?

Natürlich nicht. Bei all unseren Bemühungen müssen wir immer darauf achten, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Nachdem Auf- und Abschwünge der Wirtschaft in viel schnellerem Tempo als früher aufeinanderfolgen, bleibt zwangsläufig auch weniger Zeit, Projekte mit der erforderlichen Sorgfalt zu realisieren.

Das ist so, die Reaktionszeiten sind sehr kurz geworden. Trotzdem dürfen Sie keinen Fehler machen. Das ist, ich gebe es zu, auch für uns eine echte Herausforderung. Auch wir müssen uns permanent den Marktgegebenheiten anpassen. Aber die Zeiten, in denen man Aufträge in aller Ruhe abarbeiten konnte, sind definitiv vorbei.

… was sich zwangsläufig auf die Personal-politik auswirken muss.

Ja, keine Frage. Wir sind heilfroh, dass wir vor zwei Jahren keine Leute nach Hause geschickt haben. Hätten wir 2009 anders entschieden, dann hätten wir jetzt ein echtes Problem. Es ist ja schon schwierig genug, gute Neueinsteiger zu bekommen. Von erfahrenen Fachleuten ganz zu schweigen.

Welcher der drei Vanderlande-Bereiche – Postal & Parcel, Gepäckförderung, Distributionsanlagen – macht Ihnen derzeit besonders viel Freude? Wo brummt das Geschäft besonders?

Zunächst einmal: Eigentlich sind es vier Bereiche. Sie dürfen die Services nicht vergessen. Was aber die von Ihnen genannten Tätigkeitsfelder betrifft, ist es fraglos der Bereich Distributionszentren, der uns besonders viel Freude macht.


Mehrseitiger Artikel:
1 2 3  
Ausgabe:
lj 06/2011
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Weltmarkt Flurförderzeuge

logistik journal: Weltmarkt Flurförderzeuge 2016

Video der Woche

 

ANZEIGE