20. JANUAR 2018

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Fehlerquote nahe null


Technik

Praxis Reyher, eines der großen Handelshäuser für innovative Verbindungselemente und Befestigungstechnik, ist bei seinem Materialumschlag auf perfekte Prozesse angewiesen. Anspruchsvolle Sensorik-Aufgaben in der Reyher-Logistik löst Leuze electronic mit Bravour.

Am Firmensitz in Hamburg bewältigt Reyher, eines der großen Handelshäuser für innovative Verbindungselemente und Befestigungstechnik, einen Materialumschlag von mehreren Hundert Tonnen für Kunden rund um den Globus. Der Handel mit Verbindungselementen und Befestigungsteilen ist geprägt von überproportional hohen Beschaffungs- und Handlingkosten im Vergleich zum eigentlichen Warenwert.

Aus diesem Grund werden bei Reyher ausgeklügelte Logistiksysteme mit hohem Automatisierungsgrad eingesetzt, weiterentwickelt und ausgebaut. »Die Automatisierung macht unsere Prozesse effizienter und fehlerfreier«, betont der Technische Leiter Klaus Mundt, der die Leistungsfähigkeit in puncto Materialumschlag anhand von Schnelligkeit, Lieferflexibilität, Lieferqualität und Fehlerfreiheit misst. Beim Stichwort Fehlerfreiheit erzählt Klaus Mundt auch, warum er in den diversen Lager- und Logistikbereichen Sensoren von Leuze electronic bevorzugt: »Täglich über 15.000 verschiedene Produkte auszuliefern, bedeutet über 15.000 Behälter, Kisten oder Paletten oft mehrmals zu bewegen. Um diese zu identifizieren, arbeiten wir mit rund 100 Barcodelesegeräten. Üblicherweise werden solche Geräte von den Herstellern mit einer recht hohen Fehlerresistenz angeboten. Aber selbst bei einer gering erscheinenden restlichen Fehlerquote von beispielsweise zwei Prozent wären täglich immer noch mehrere Hundert Fehlerkisten unterwegs. Mit Barcodelesern von Leuze electronic liegt unsere Quote der Fehllesungen bei nahezu null.«

Bei den von Klaus Mundt angesprochenen Geräten handelt es sich um stationär installierte Barcodeleser (BCL) und Barcode-Positioniersysteme (BPS). »Letztere setzen wir neben anderen Leuze-electronic-Systemen, beispielsweise AMS Laser-Distanzmesssysteme, zur exakten Positionierung von Regalbediengeräten ein«, ergänzt der zuständige Projektleiter Thomas Ludwig von der U.C.S. Industrieelektronik GmbH. Der innovative Partner für Systemsteuerung und Automatisierung aus Wedel/Holstein führt bei Reyher die Lager- und Logistikautomation aus.

Einfaches Anbringen

Die BPS Barcode-Positioniersysteme bestehen aus zwei wesentlichen Komponenten: dem Barcodeband BCB und dem Lesekopf. Das Codeband ist ein selbstklebendes Polyesterband, das sich entlang der Fahrstrecke eines Regalbediengeräts einfach anbringen lässt. Zusätzliche Klemmen, Klipse, Fixier- und Spanneinrichtungen sind nicht notwendig. »Auf staub- und fettfreiem Untergrund lässt sich ein 60 Meter langes Band in weniger als 30 Minuten ankleben«, bestätigt Thomas Ludwig.

Die Kommissionierung der Kundenaufträge basiert im gesamten Reyher-Logistikzentrum auf 60.000 Paletten- und 120.000 Behälterplätzen in drei Lagerbereichen. »Das bedeutet, dass bei uns nicht, wie oft üblich, ein Behälter durch die Lagerbereiche geschickt und sukzessive gefüllt wird, sondern dass für einen Kundenauftrag gegebenenfalls mehrere Behälter aus unterschiedlichen Lagerbereichen zusammengeführt werden«, erklärt Klaus Mundt. Dies geschieht in sogenannten Sortern. Von dort gelangen die gesammelten Behälter zu »Verdichter-Arbeitsplätzen«, wo die Produkte durch manuelles Umpacken in ihre endgültige Versandverpackung gebracht werden.

Der gesamte Warenfluss ist je nach Versandart im Warenausgang 1 und 2 (vorwiegend herkömmlicher Palettenversand) sowie im Warenausgang 3 organisiert (Versand mittels Kanban-Behälter). Dort müssen zu jedem Kundenauftrag die richtigen Zielbehälter, nämlich die zum jeweiligen Kanban-System des Kunden passenden Kanban-Behälter, den Verdichter-Arbeitsplätzen zugeführt werden. »Bisher hatten die Mitarbeiter die jeweiligen Behälter manuell aus den Lagerplätzen beschafft. Dazu waren sie einen großen Teil ihrer Arbeitszeit zu Fuß unterwegs«, erzählt Klaus Mundt.

Im Zuge einer Kapazitätsausweitung bei Reyher in Halle 12 wird auch der Kanban-Warenausgang separiert und neu angelegt. Wesentlich ist dabei, dass die leeren Kanban-Behälter den Verdichter-Arbeitsplätzen automatisch und zum richtigen Zeitpunkt über jeweils drei Palettenstellplätze zugeführt werden. »Dies gilt für alle hochdrehenden Behälter, sodass unsere Mitarbeiter nicht mehr durch das manuelle Kanban-Leergutlager laufen müssen und sich nur noch in wenigen Fällen aus einem ›Exoten-Handlager‹ manuell bedienen«, erklärt Klaus Mundt.

Gesamte Behältervarianz

Die vollautomatische Kanban-Behälter-Bereitstellung, die von U.C.S. Industrieelektronik mit Geräten von Leuze ausgestattet wurde, verfügt über Palettenstellplätze, in denen die gesamte Varianz gängiger Kanban-Behälter untergebracht ist. Hinzu kommen Kanban-Behälter von Reyher selbst, die Kunden zur Miete angeboten werden. Deren Bereitstellung aus den Regalen erfolgt mit zwei Regalbediengeräten, die auf einer 60 Meter langen Schiene fahren – ausgerüstet mit Barcode-Positioniersystemen von Leuze electronic. Deren einwandfreie steuerungstechnische Anbindung seitens U.C.S. Industrieelektronik verhindert zuverlässig Kollisionen. Zur flexiblen Datenübertragung aus den bewegten Fahrzeugen werden optische Hochleistungs-Datenübertragungssyste-me (DDLS) aus dem Hause Leuze electronic verwendet.

Nützliche Muting-Funktion

Da nun die Paletten mit den leeren Kanban-Behältern direkt den Verdichter-Arbeitsplätzen zugeführt werden und somit automatisch bewegte Teile unmittelbar in die Arbeitsbereiche gelangen, müssen diese mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen geschützt werden. Denn die Paletten mit den Behältern sollen aus den mit Lichtgittern geschützten Bereichen fahren können, ohne beim Durchqueren des Lichtgitter-Schutzfelds ein Abschaltsignal auszulösen. Mit der Funktion »Muting« ist in solchen Fällen die bestimmungsgemäße und zeitlich begrenzte Unterdrückung der Schutzfunktion möglich.

Die Konstellation der Lichtgitter wird je nach Anforderung ausgelegt. Da es sich bei Reyher um unterschiedlich große Behälter handelt, wurde die Variante des Kreuz-Muting mit zwei Reflexions-Lichtschranken mit gekreuzten Strahlen gewählt. Solche Schutzeinrichtungen bestehen aus zahlreichen Komponenten, die aufeinander elektrisch und mechanisch abgestimmt sein müssen, um neben der Sicherheit auch die Verfügbarkeit zu gewährleisten. Mit den Sicherheits-Sensor-Sets CPSET bietet Leuze electronic durchdachte Lösungen, die diese Anforderungen berücksichtigen. Sie beinhalten für die jeweiligen Anwendungsfälle ausgewählte und bereits vorkonfektionierte Komponenten.

www.leuze.de


Daten & Fakten

Leuze electronic ist seit fast fünf Jahrzehnten auf optoelektronische Sensoren und Sicherheitstechnik für industriellen Unfallschutz spezialisiert.
Das Unternehmen hat 760 Beschäftigte, die einen Umsatz von 110 Mio. Euro erwirtschaften. Leuze electronic hat weltweit 16 Tochtergesellschaften.

Ausgabe:
lj 01/2012
Unternehmen:
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