17. JANUAR 2018

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Grüne Kraft für schlanke Prozesse


Unternehmen

Konzepte - Auch in der Logistik gewinnt das Thema »Nachhaltigkeit« immer mehr an Bedeutung. Viele denken dabei an höhere Kosten. Zu Unrecht, wie aktuelle Studien zeigen: »Lean and green« arbeiten Unternehmen wirtschaftlicher als ihre Konkurrenz.

Nachhaltigkeit wird von Unternehmen in allen Branchen zunehmend als strategisches Thema anerkannt. Das belegt eine Studie des Supply Chain Management Institute (SMI) der EBS Business School zusammen mit dem Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Logica. Warum ist dieses Thema gerade für Logistiker von besonderer Relevanz und Dringlichkeit? Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Die Logistikindustrie ist nach der chemischen Industrie die Branche, die die höchste Umweltbelastung durch Treibhausgase verursacht. Durch die Globalisierung von Wertschöpfungsketten, die unter anderem ökonomische Vorteile und die optimale Ausschöpfung von Ressourcen erzielt, werden viele neue Herausforderungen geschaffen. In diesem komplexen Umfeld ist die Implementierung aber auch die Kontrolle von Nachhaltigkeitsstrategien keine leichte Aufgabe.

Drei Dimensionen
Mit »lean and green« (schlank und grün) lassen sich die Herausforderungen an eine zukunftsfähige Lieferkette beschreiben. Sie muss hohe Qualitätsstandards erfüllen, darf nur niedrige Kosten verursachen und soll gleichzeitig nachhaltig, also schlank und umweltfreundlich, sein. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Logistiker und Supply-Chain-Manager ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategien entwickeln. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Dimensionen People, Planet und Profit einbeziehen und über das gesamte globale Netzwerk des Unternehmens integriert werden. Der Profitmaximierungsgedanke von Unternehmen wird hierbei durch die Dimensionen People und Planet ergänzt und in Einklang gebracht. Das bedeutet: Unternehmen verfolgen neben ökonomischen auch ökologische und soziale Ziele.

Strengere Regularien
Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis Nachhaltigkeit in noch stärkerem Maße als heute gesetzlich verankert wird. Der Straßentransport beispielsweise unterliegt bereits umweltpolitischen Regularien. Für die Luftfahrt gilt seit Beginn diesen Jahres das EU Emissionshandelssystem (EU ETS), das Emissionsmengen reguliert und kontrol-liert. Firmen, die ganzheit-liche Nachhaltigkeitsstrategien implementieren, erlegen sich freiwillig »Codes of Conduct« auf, die zwar nicht gesetzliche Vorschriften, immerhin aber Richtlinien sind. Sie dienen oft als Vorgabe für global agierende Lieferanten bzw. als Voraussetzung für eine langfristige Zusammenarbeit.Gesetze und Richtlinien schaffen einen Veränderungsdruck in der Logistikbranche. Von den Dienstleistern etwa wird nachhaltiges Handeln gefordert. Bei der Vergabe großer Aufträge zum Beispiel spielen nachhaltige, umweltverträgliche Prozesse eine immer bedeutendere Rolle. Die wichtigsten Treiber hierbei sind laut EBS-Studie Unternehmensverantwortliche, Regierungen und Kunden.

Klarer Zusammenhang
Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Nachhaltigkeitsengagement eines Unternehmens und seinem wirtschaftlichem Erfolg auf. Eine weitere Studie von Logica und dem Supply Chain Management Institute (SMI) der EBS Business School trägt den Titel »Corporate Sustainability Strategies: A Classification System«.

Spürbare Unsicherheit

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Logistikbranche (ähnlich wie die Automobilindustrie) eine weitgehend homogene und altruistische Nachhaltigkeitskommunikation verfolgt. Ihr Fokus liegt schwerpunkt-mäßig auf der Katastrophenhilfe, in welche die eigenen Mitarbeiter integriert werden. Viele Unternehmer, die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen, sind allerdings unsicher, wie und wo sie am besten mit der Umsetzung beginnen. Die jüngst erschienene Studie von Logica und der EBS gibt Hilfestellung. Die Forscher empfehlen das Konzept der Lean Sustainability, um die Effizienz von Nachhaltigkeitsaktivitäten und -strategien zu steigern.
Lean Sustainability bedeutet, bewährte Instrument des Lean Managements zu nutzen, um die Logistikprozesse so schlank wie möglich zu gestalten. Außerdem gilt es, die Nachhaltigkeitsaktivitäten nah an den eigenen Kernkompetenzen auszurichten, um deren Effizienz zu steigern.

Nachhaltigkeit lohnt sich

Je intensiver Unternehmen Ziele wie die Modernisierung der Fahrzeugflotte oder die Zusammenstellung der Transportmodi unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten verfolgen, desto nachhaltiger ist ihr Wettbewerbsvorteil. Außerdem zeigen die Studien: Je umfangreicher die Maßnahmen eines Unternehmens zur Verringerung der Umweltbelastung durch seine Produktion sind und je stärker sein Bemühen um eine nachhaltige Entwicklung ist, desto besser ist die wirtschaftliche Performance des Unternehmens.

www.logica.de

Ausgabe:
lj 03/2012
Unternehmen:
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