20. JANUAR 2018

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Zwei Generationen, eine Leidenschaft


Unternehmen

Jubiläum - Die Klinkhammer Group feiert Geburtstag. 1972 gegründet, blickt Adolf Klinkhammer auf sein Lebenswerk zurück und mit seinen Söhnen in die Zukunft. Eine Reise durch vier Jahrzehnte Intralogistik. von Nadine Seifert
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Begonnen hatte alles im Keller eines Reihenhauses in Nürnberg Thon. Am 9. Februar 1972 gründete Adolf Klinkhammer dort sein Unternehmen. Den heutigen Seniorchef sieht man noch jeden Tag in der Firmenzentrale an der Wiesbadener Straße.

Er hat sich aber aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und steht nun den heutigen Geschäftsführern, seinen Söhnen Detlef und Frank, beratend zur Seite. Am Tag der Jubiläumsfeier zog Adolf Klinkhammer ein Resümee. Fest steht: Sein Erfahrungsschatz reicht weit über 40 Jahre Klinkhammer hinaus. Seit 1959 ist er als Konstrukteur und Planer von Förderanlagen in der Logistik zu Hause.

»Für meinen damaligen Arbeitgeber, die Firma Bleichert, bin ich als Niederlassungsleiter nach Nürnberg gekommen und habe hier Fuß gefasst«, so Adolf Klinkhammer. Ein Glücksgriff für Bleichert: Nach zwei Jahren steigerte er den Jahresumsatz von 320.000 Mark auf 2,5 Millionen, später auf 3 Millionen Mark. Nach einem schweren Autounfall 1970 und einer fast halbjährigen Auszeit reifte in ihm der Gedanke, sich selbstständig zu machen.

Ein mutiger Schritt, denn sein drittes Kind, Frank, war gerade mal zwei Jahre alt und das neue Haus in Thon frisch bezogen. »Manchmal muss man einen Schritt wagen, um voranzukommen und seine eigenen Ideen zu verwirklichen«, blickt der Seniorchef zurück. Aus heutiger Sicht die richtige Entscheidung. Der geplante Hobbykeller wurde kurzerhand zum Büro umgebaut.

Tabellenbücher, Rechentafeln, Kurvenlineale und Rechenschieber waren das Handwerkszeug – damals gab es noch keinen Computer. Seine Frau half mit, tippte und organisierte, während Adolf Klinkhammer die Kunden beriet und Anlagen plante. Einer der ersten großen Kunden war das Versandhaus Quelle. Mit dem Versender wurden viele neue Ideen verwirklicht und vorangetrieben.

Pure Leidenschaft

»Schon bei den ersten Aufträgen hat es gekribbelt«, resümiert Adolf Klinkhammer, »und auch wenn ich mich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen habe: es kribbelt immer noch.« Anfangs betrug der Elektroanteil bei Förderanlagen zwischen sechs und zwölf Prozent, erklärt er. Heute beträgt der Automatisierungs-, Materialfluss- und Lagerverwaltungsanteil oft über 50 Prozent und ist der entscheidende Faktor bei Intralogistikkonzepten.

Wobei die damaligen Steuerungskomponenten nicht gleichzusetzen sind mit den heutigen: »Ich erinnere mich an unseren Auftrag für Gervais-Danone in Ochsenfurt. Damals wurde die Anlagensteuerung über Schütze realisiert. Die Automatisierung baute auf elektrisch oder pneumatisch betätigten Schaltern auf. Heute sind speicherprogrammierbare Steuerungen und intelligente Materialfluss- und Lagerverwaltungssysteme das Maß der Dinge.«

Zweites Standbein
1977 schuf Klinkhammer mit der Fertigung von Komponenten und der Montage neben der Planung und Beratung ein zweites Standbein. Drei Jahre später zog er in ein neues Anwesen, denn das Reihenhaus war längst zu klein geworden. Mit 800 Quadratmetern bot die umgebaute Halle einschließlich Bürogebäude an der Wiesbadener Straße genügend Platz für Wachstum und neue Ideen.

Inzwischen gehörten Unternehmen wie Siemens, Röckelein, Datev, BMW, AEG oder Grundig zu den Kunden von Klinkhammer. Mit den Kunden wuchsen auch Mitarbeiterzahl und Umsatz. Mitte 1991 bezog Klinkhammer eine neue Halle mit modernem Sozialtrakt. 1996 dann der nächste große Schritt: Ein neues Bürogebäude wird gebaut und bezogen und ist auch heute noch der Firmensitz der Klinkhammer Group.

Inzwischen hat sich das Unternehmen vom Spezialisten für Förderanlagen und Materialflusslogistik zum Generalunternehmer in Sachen Intralogistik weiterentwickelt und die Bereiche Automatisierungstechnik und Lagerverwaltungssysteme kontinuierlich und beständig ausgebaut.

Alles im Haus
Planung, Softwareentwicklung und Montage, Inbetriebnahme und Service alle wichtigen Bereiche für durchdachte Logistiklösungen hat Klinkhammer im Haus. Und auch die Nachfolge im Unternehmen ist längst geregelt. Frank und Detlef Klinkhammer kümmern sich um die Firma, den Ausbau und die Entwicklung. »Heute wie damals wollen die Kunden individuelle und persönliche Beratung«, erklärt Adolf Klinkhammer, »und das bekommen sie nach wie vor.«

Die Leistungspalette für die Kunden ist umfassend. »Sie können auf einzelne Leistungen zugreifen oder mit uns komplette Lösungen realisieren. In jedem Fall können unsere Kunden auf die langjährige Expertise unserer Fachleute bauen«, unterstreicht Frank Klinkhammer, Geschäftsführer des Intralogistikspezialisten.

International tätig
Unternehmen wie Adidas, Puma, Wago oder Rotho sowie Marburg Wallcoverings, Hoffmann Werkzeuge, Dennree, Rifag und viele andere gehören heute zu den Kunden von Klinkhammer. Hinzu kommen Unternehmen aus der Schweiz, Frankreich, Italien, Polen, Belgien, England oder China. »Wir sind sehr flexibel, was die Auftragsgröße als auch den Auftragsinhalt betrifft«, erläutert Frank Klinkhammer, »wir planen und realisieren komplette Logistikzentren ebenso wie automatisierte Förderanlagen oder Lagerverwaltungssysteme, und das für fast alle Branchen.«
Wichtig bei allen logistischen Konzepten ist aber die Kompetenz in Planung und Softwareentwicklung. »Beides haben wir im Haus, denn erst die intelligente Software für Steuerung und Lagerverwaltung sorgt für den optimalen Materialfluss.« Die Klinkhammer-Spezialisten erarbeiten passgenaue Konzepte – auf Wunsch auch mit externen Partnern, Lieferanten, Planungs- oder Architekturbüros. So wurde z.B. das für den Textilmarkt komplett neue Konzept der »filialgerechten Kommissionierung« für und mit dem Kunden Top Eagle Garment entwickelt.


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lj 03/2012
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