18. JANUAR 2018

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Kluges Konzept


Technik

Warehouse Management - Wer Lebensmittel verkauft, kann ohne Top-Qualität heute nicht mehr punkten. Spitzenqualität bei den Produkten setzt allerdings auch Spitzenqualität bei der Logistik voraus. Tegut nutzt dafür ein intelligentes Lagerverwaltungssystem von proLogistik.
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Der Lebensmitteleinzelhändler Tegut ist regional ausgerichtet und in einem Radius von 150 km rund um Fulda, in Thüringen, Nordbayern, im südlichen Niedersachsen und in Mainz vertreten. Mit 6.300 Mitarbeitern erwirtschaftete Tegut 2010 einen Umsatz von 1,15 Mrd. Euro. Von großer Bedeutung für das Handelsunternehmen mit Stammsitz in Fulda ist eine funktionierende Logistik. Die entsprechenden Prozesse allerdings werden durch ein zweites Logistikzentrum in Seebergen und einen Shuttle-Service zwischen beiden Standorten nicht einfacher.

Tegut orientiert sich nicht nur in den Märkten, sondern auch in der Logistik konsequent am Kundenbedarf. »Wir verfolgen die Strategie, sämtliche Logistikprozesse vom Endkunden aus zu steuern. Dies betrifft nicht nur die Warendisposition, sondern auch die Transport- und Intralogistikprozesse. Die Prognosen der automatischen Filialdisposition sind für die gesamte Logistikkette der wesentliche Ausgangspunkt«, erläutert An-dreas Persigehl, Geschäftsleitung Logistik und Warenprozess. »Die Prozesse im Lager werden somit vom Bedarf der Märkte aus angestoßen«, erklärt Kathrin Münzenberg, Leiterin der Prozessentwicklung.

»Wir haben schon früh auf die automatische Disposition in den Märkten gesetzt und damit eine erreicht, dass die Logistikprozesse bedarfsorientiert ausgerichtet werden. Das neue Lagerverwaltungssystem steuert die Prozesse in der Weise, dass bestellte Kommissionen erst dann zusammengestellt werden, wenn entsprechender Platz für die beladenen Kollis im Versand frei geworden ist. Dies erlaubt eine deutlich verbesserte Abwicklung trotz begrenzter Versandkapazität.«

Wichtige Neuorientierung

Informationslogistisch waren komplexe Prozesse wie ein innovatives Versandflächen-Management in Kombination mit dem vorhandenen, in die Jahre gekommenen Lagerverwaltungssystem Dispos II nicht zu bewältigen. Auch die Anbindung eines automatischen Hochregallagers und moderner Fördertechnik sowie echte Online-Dialoge bei der beleglosen Kommissionierung und der Staplersteuerung waren mit dem Batch-System nicht möglich.

»Nicht nur der auslaufende Wartungsvertrag für die Hard- und Software des alten Systems hatten zur Neuorientierung geführt«, bestätigt Winfried Krug, im Bereich Logistik für Geschäftsprozesse und IT verantwortlich. »Zur Vorbereitung auf die Logistik der Zukunft benötigten wir ein innovatives Lagerverwaltungssystem mit Online-Dialogen über offene Schnittstellen und flexiblen Erweiterungsmöglichkeiten.«

»Wir wollen nicht nur Standards erfüllen, sondern durch innovative Logistikprozesse einen deutlichen Wettbewerbsvorteil generieren«, erklärt Lagerleiter Claus Goldbach. Mit dieser Zielsetzung begann im Jahr 2006 ein Projektteam mit der Erarbeitung eines umfangreichen Anforderungskatalogs für ein neues Lagerverwaltungssystem (LVS). Mit diesem ausgestattet, wurden mehrere Workshops mit diversen Softwareanbietern initiiert, Angebote eingeholt und von einem zwölfköpfigen Team in aufwendigen Verfahren ausgewertet. Nach einem halben Jahr stand fest, dass das Dortmunder Systemhaus proLogistik mit seinem Lager- und Materialfluss-Steuerungssystem pL-Store der Partner für die Zukunft sein sollte.

Die Entscheidung traf das Gremium nach objektiver Auswertung diverser Kriterien. Winfried Krug: »Bereits 1986 ergab sich die erste Zusammenarbeit mit proLogistik in Form einer Staplersteuerung mit mobilen Terminals und Datenkommunikation via Infrarotlicht. Seit 2005 arbeiten wir mit sprachgeführter Kommissionierung und pL-Voice, allerdings wegen der Batch-Betriebsart des alten Dispos-LVS zwar beleglos, aber nicht online, also nicht in Echtzeit.«

Intensiver Austausch

Die langjährige Zusammenarbeit mit verschiedenen Spezialisten aus dem Hause proLogistik hatte Tegut gezeigt, dass ein intensiver Erfahrungsaustausch mit dem Kunden gepflegt wird und Lösungen sehr effektiv auf die spezifischen Lagerprozesse des Kunden zugeschnitten werden. »Die hohe Fachkompetenz von proLogistik und Erfahrung mit weiteren namhaften Lebensmittelkonzernen spiegelte sich in wichtigen Details des Angebots wider und hat uns schließlich überzeugt«, ergänzt Kathrin Münzenberg.

Detailliertes Pflichtenheft

Bis Mitte 2008 erarbeiteten die Projektteams von Tegut und proLogistik ein detailliertes Pflichtenheft und einen ersten Inbetriebnahmeplan. Seit September 2008 wird die neue Lösung stufenweise in die verschiedenen Lagerbereiche integriert. »Unser Ziel war, während der Realisierungsphase des neuen LVS die laufenden Systeme möglichst wenig zu beeinträchtigen, um stets einen reibungslosen Ablauf der Prozesse im Lager zu gewährleisten«, erinnert sich Winfried Krug. Während der Inbetriebnahme der einzelnen Module von pL-Store wurden die Daten weiterhin von Dispos II verarbeitet und erst nach und nach für einzelne Lagerbereiche von pL-Store übernommen. Parallel zum neuen LVS wurde auch ein neues Tourenplanungssystem angeschafft und in Betrieb genommen.

Optimale Abläufe

Beim neuen Versandflächenmanagement mit pL-Store werden die prognostizierten Soll-Ladehilfsmittel an das Tourenplanungssystem übergeben, und je Tour wird eine Freigabe zur Kommissionierung und zur Suche einer optimalen Bereitstellungsfläche angestoßen. Dabei ist jedes Ladehilfsmittel rückverfolgbar, und Cross-Dock wird verdichtet bzw. beigestellt. Umplanungen von Touren können, falls erforderlich, nach Bereitstellung der kommissionierten Ladehilfsmittel in der Versandfläche vorgenommen werden. Die Kommunikation zwischen pL-Store Versand und dem Tourenplanungssystem erfolgt per MQseries und SAP PI. Im Oktober 2009 konnte die Inbetriebnahme im Versandbereich Fulda abgeschlossen werden.


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