21. APRIL 2018

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Coole Kraft in großer Hitze


Unternehmen

Projekte - In Kamerun sollte ein Portalkran entstehen. Stahl Crane Systems brachte zwei seiner Kunden für das anspruchsvolle Projekt in sengender Hitze zusammen und lieferte selbst die benötigten Hebezeuge und Radblöcke.

Das Unternehmen DSD Noell brauchte einen Spezialkran für ein Projekt in Kamerun, fand jedoch keinen geeigneten Hersteller. Auf seiner Suche fragte der Anlagenbauer aus Würzburg auch bei Stahl Crane Systems an. »DSD Noell fragte uns um Rat«, erinnert sich Fred Weber, Außendienstmitarbeiter von Stahl Crane Systems. Mit einem Kran konnte der Krantechnikexperte zwar nicht dienen, wohl aber mit einem kompetenten Kranbauer: Eisenbau Weissenburg. Fred Weber brachte seine beiden Kunden an einen Tisch, und Eisenbau Weissenburg bot den kompletten Kran an. »Als führender Hersteller von Hebezeugen und Krankomponenten haben wir engen Kontakt zu vielen Kranbauern und Anlagenbauern. Dadurch können wir Anfragen an die jeweiligen Spezialisten weiterleiten und zwischen unseren Kunden vermitteln«, sagt Fred Weber.

Das Projekt von DSD Noell ist anspruchsvoll, denn Kamerun liegt im Westen Afrikas. Von der Küstenmetropole Douala sind es 65 Kilometer bis Edéa, einer Stadt mit 120.000 Einwohnern. Hier gibt es ein großes Aluminiumschmelzwerk. Den Strom liefert ein Wasserkraftwerk im Fluss Sanaga. Vor diesem Wasserkraftwerk baut DSD Noell eine Wehranlage, die den Wasserpegel regulieren soll. Für die Montage und die spätere Wartung der Schleusentore wird das Wasser mit sogenannten »Stoplogs« zurückgehalten, schweren Dammbalken, die mittels Kran eingesetzt werden müssen. Die Anforderungen an den Kran sind hoch, technisch wie klimatisch. Die Luftfeuchtigkeit in Edéa liegt im Schnitt über 80 Prozent. Wenn die Sonne scheint, steigt das Thermometer auf 45°C. Mit 11.000 Millimetern Niederschlag im Jahr zählt die Gegend zudem zu den niederschlagsreichsten Regionen der Erde.


Anspruchsvolle Bedingungen

»Ohne Speziallackierung wäre der Kran im Nu verrostet«, erklärt Thomas Näpflein, der Projektleiter von Eisenbau Weissenburg. Um den Kran vor Korrosion zu schützen wurde sieben Mal gestrichen. Auch die Technik musste vor den Witterungsbedingungen geschützt werden: Klimaanlagen kühlen die Schaltschränke und leiten das Kondenswasser nach außen. Ein Wetterschutzdach auf dem Katzfahrwerk schützt die Hebezeuge vor dem Regen.
Als Haupthub dienen zwei Stahl-Crane-Systems-Seilzüge vom Typ SHF 60 mit einer Tragfähigkeit von insgesamt 39 Tonnen. Ausgestattet mit Frequenzumrichtern, eignen sie sich für das exakte Positionieren der schweren Dammbalken. Zum stufenlosen, ruckfreien Beschleunigen wurden die Radblöcke von Stahl Crane Systems mit Frequenzumrichtern ausgerüstet. Als Hilfshubwerk für kleinere Lasten dient ein Seilzug vom Typ SH 30, der vom Werk mit Umbau-Kit geliefert wurde. So kann der Kunde das Hebezeug bei Bedarf von einer vierfachen auf eine zweifache Einscherung umrüsten, was ihm bei halber Traglast die doppelte Hubgeschwindigkeit ermöglicht.

Hohe Hürden bis zum Ziel

Die technischen Anforderungen hatte DSD Noell in seinem Lastenheft dokumentiert. »Der Kunde nahm es ganz genau«, sagt Thomas Näpflein, der sich auf die strengen Vorgaben einließ. »Das Problem war gar nicht so sehr die Feuchtigkeit in Kamerun, DSD Noell brauchte einfach jemanden, der einen so speziellen Kran bauen konnte und bereit war, sich nach den strengen Sicherheitsvorschriften zu richten.« In regelmäßigen Abständen überwachten Prüfer, ob die Normen und Vorschriften eingehalten wurden. Ein externer Prüfer testete alle tragenden Schweißnähte magnetisch und per Ultraschall. »Derart akribische Kontrollen sind eigentlich nicht üblich, aber DSD Noell möchte einfach 100-prozentige Qualität garantieren«, erklärt Näpflein. Nach einjähriger Planungs- und Bauzeit stand der Kran einsatzbereit in der Weissenburger Montagehalle. Die Zweiträger-Kranbrücke reichte bis unters Dach. »Dass man einen solchen Kran komplett aufbaut und testet, ist eher selten«, so Näpflein- »Es hat aber Vorteile für den Kunden. Alles ist schon fix und fertig, die Endschalter sind eingestellt, die Frequenzumrichter programmiert. So können wir Fehler noch vor der Lackierung ausmerzen, und bei der Montage auf der Baustelle gibt es keine Verzögerungen.« Nach erfolgreicher Abnahme und einem Überlasttest mit 50 Tonnen Prüfgewicht machten sich die Arbeiter von Eisenbau Weissenburg wieder ans Zerlegen. Die Einzelteile des Krans wurden sandgestrahlt, lackiert und für die Reise verpackt. Einen Monat später flog Richtmeister Klaudius Moj nach Edéa, um die Montage des Kranes zu betreuen und das Personal einzuweisen. In den kommenden zwei Jahren wird der Kran DSD Noell beim Bau des Stauwehrs unterstützen. Danach dient er Wartungs- und Reparaturarbeiten. »Wir haben seither nichts mehr von der Baustelle gehört«, freut sich Thomas Näpflein. »Das ist immer ein gutes Zeichen.« Auch Fred Weber von Stahl Crane Systems ist mehr als zufrieden. Eisenbau Weissenburg bestellt seit Jahren Hebezeuge des Krantechnikexperten, »weil Preis und Leistung einfach passen«, so Thomas Näpflein. »Wenn wir die freie Wahl haben, nehmen wir immer Hebezeuge von Stahl Crane Systems.«

www.stahlcranes.com

Daten & Fakten
Stahl Crane Systems kann auf große Erfahrung aufbauen. Hebezeuge und Krananlagen unterliegen strengen Sicherheitsbestimmungen. Stahl Crane Systems hat in 130 Jahren seines Bestehens viele davon mitgestaltet.
Das Unternehmen bietet ein umfassendes Programm aus fördertechnischen Komponenten und Produkten an optimal miteinander kombiniert und für den Bedarf des jeweiligen Kunden passgenau maßgeschneidert.

Ausgabe:
lj 04/2012
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