24. JANUAR 2018

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»Wir werden jeden Tag besser«


Unternehmen / Hyundai Forklift Department

Gabelstapler - Die Marke kennt jeder. Dass Hyundai aber seit 2002 auch Gabelstapler und Lagerhausgeräte herstellt, wissen längst nicht alle, die es wissen sollten. Denn mit eigener Produktphilosophie und dem Anspruch, jeden Tag besser zu werden, wollen die Staplerbauer aus Korea gegenüber den alteingesessenen Herstellern Boden gut machen. Ein Gespräch mit Michel de Weert, Hyundai Forklift Sales Manager Europe. Gesprächspartner: Michael Weilacher
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Herr de Weert, der Weltmarkt für Flurförderzeuge ist auf hohem Niveau vergleichsweise stabil. Wie liegt Hyundai im Rennen?

Wenn man bedenkt, dass Hyundai mit Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten erst seit 2002 unterwegs ist, können wir auf das Erreichte durchaus stolz sein. Immerhin bewegen wir uns in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt. Und innerhalb dieses Umfelds wollen wir unsere Position sukzessive verbessern.

Wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?

Wachstum erfordert Geduld. Man braucht einen langen Atem, wenn man profitabel wachsen will. Und natürlich auch die passenden Produkte. Schauen Sie sich nur mal unsere Flotte an. Nach elf Jahren in diesem Markt haben wir schon die vierte Staplergeneration am Start. Da können nicht viele mithalten. Zudem unterstreicht die stetige Neuentwicklung von Geräten, wie stark das Commitment unserer Konzernmutter gegenüber ihrer Staplersparte ist, und zwar weltweit wie auch auf europäischer Ebene. Hyundai ist da, um zu bleiben. Gerade jetzt zum Beispiel bringen wir den neuen Elektrostapler der Serie 9 auf den Markt.

Nimmt Hyundai bei seiner Marktpräsenz neben den Höhen auch Tiefen in Kauf?

Aber ja, natürlich. Im Wirtschaftsleben gibt es nicht nur Highlights. Damit muss man leben. Allerdings versuchen wir, die Zahl unserer Lowlights möglichst niedrig zu halten. Wenn ein Fehler passiert ist, wiederholen wir ihn nicht, sondern lernen daraus. Wir werden jeden Tag besser. Wenn man so will, befinden wir uns in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Kann man das denn auch an Ihren Verkäufen ablesen?

Ja, definitiv. Verkaufsvolumen und Umsatz unserer Organisation haben über die Jahre stetig zulegt. 2012 haben wir weltweit 18.000 motorisierte Flurförderzeuge verkauft. Allein in Europa haben wir von 2010 bis 2012 ein jährliches Wachstum von 20 Prozent pro Jahr erreicht – nicht schlecht für ein Unternehmen, das erst seit gut einem Jahrzehnt im Staplermarkt aktiv ist, finde ich.

In Europa und speziell in Deutschland sehen Sie sich starker heimischer Konkurrenz gegenüber – ein Handicap der besonderen Art?

Nein, eine Gegebenheit, mehr nicht. Aber natürlich haben Sie Recht: Die Märkte unterscheiden sich. In Korea, unserer Heimat, sind wir die Nummer eins und nicht eine deutsche oder eine japanische Marke. Wer in einer bestimmten Region zu Hause ist, hat den Heimvorteil.

Im Vorteil ist aber auch der, der besonders gute Geräte anbietet.

Richtig, aber das hängt ganz entscheidend von der Definition des Adjektivs »gut« ab. Was ist ein »guter« Stapler? Ein rollender Computer mit allerlei Schnickschnack? Mit einer großen Zahl von Optionen, die zwar bezahlt werden müssen, die aber im Grunde niemand braucht? Oder ist ein »guter« Stapler doch eher ein technisch unkompliziertes Gerät, das zuverlässig seine Arbeit macht und dabei ein auch noch weniger kostet?

Das hängt allein vom Kunden und von dessen Ansprüchen ab.

Stimmt, aber was wirklich zählt, ist doch die Wirtschaftlichkeit des Staplers, seine Leistungskraft in Verbindung mit größtmöglicher Verfügbarkeit. Hier bietet Hyundai ein wirklich sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Und was ist mit der C02-Debatte und dem »Carbon Footprint«? Ist es nicht so, dass auch die Umweltverträglichkeit eines Gabelstaplers bei der Kaufentscheidung eine immer größere Rolle spielt? Ihre Fahrzeuge, Herr de Weert, werden nach dem Prinzip »keep it simple« konstruiert. Wie steht’s in diesem Zusammenhang um die allgemein erhobene Forderung »keep it clean«?

Ein weniger aufwendig konstruiertes Fahrzeug muss doch nicht zwangsläufig ein weniger umweltfreundliches Gerät sein. Alle unsere Maschinen entsprechen den geltenden Emissionsvorschriften, sind also in jeder Hinsicht gesetzeskonform. Wenn sie wegen ihrer unkomplizierten Bauweise auch noch mit dem Schraubenschlüssel statt mit dem Laptop repariert werden können – umso besser. Und was den »Carbon Footprint« betrifft: Unser Mutterkonzern handelt nach dem Motto »Together we built a better future«. Und glauben Sie mir, diese Aussage nehmen alle bei Hyundai sehr ernst, auch und gerade was den Umweltschutz angeht.

Speziell der europäische Markt hat nun mal bestimmte Ansprüche.

Wie gesagt: Die Märkte und ihre Anforderungen an einen Gabelstapler sind sehr unterschiedlich. Während der europäische, zumindest der westeuropäische Markt, eher anspruchsvoll beziehungsweise technologieorien-tiert ist, sieht die Sache in Südostasien schon ganz anders aus. In Kambodscha sind Umweltnormen oder gesundheitsdienliche Ergonomie-Konzepte noch nicht das große Thema. Aber mit Blick auf Europa unternehmen wir alle Anstrengungen, um unsere Maschinen den Wünschen der Kunden anzupassen.

Von einem Weltkonzern wie Hyundai muss man das auch erwarten können.

Kann man auch. Wer unser Haus kennt, der weiß, welch hohe Ansprüche in Sachen Umweltschutz wir an uns selbst stellen, an unsere Produkte. Allerdings müssen auch Umwelt-Features bezahlbar bleiben und einen wirklichen Nutzen haben. Es ist ja nicht eine einzelne Technologie, die sämtliche Vorteile auf sich vereint. Bisweilen erreicht man seine Umweltziele ja auch durch die kluge Kombination unterschiedlicher Technologien. Daran arbeiten wir – und werden immer besser.


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lj 04/2013
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