17. JANUAR 2018

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Aus zwei mach eins


Technik / Krane & Hebezeuge

Praxis - Die schweren Blechrollen bei Kienle + Spiess wurden jahzehntelang von zwei Kranen aus dem Jahr 1966 bewegt. Nun wurden sie ersetzt durch nur einen Kran mit einer Tragfähigkeit bis 20 Tonnen.
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Wegen regelmäßiger Reparaturen, aufwendigen Instandhaltungen und sich häufenden Stillstandszeiten verursachten die alten Krane zuletzt Kosten zwischen 20.000 und 30.000 Euro pro Jahr, was für die Investition in eine neue Krananlage sprach. Zuvor mussten jedoch mehrere Fragen beantwortet werden: Benötigte das Unternehmen überhaupt einen Kran, oder wäre der Coil-Transport auch per Schwerlaststapler möglich?

Gegen Letzteres sprachen allerdings nicht nur der erhöhte Platzbedarf am Boden und der Zeitverlust durch Rangieren. Als besonders gravierend wurde von den Verantwortlichen das steigende Sicherheitsrisiko bei zusätzlichen Bewegungen unterhalb des dritten Kranes angesehen, der zum Be- und Entladen von LKW weiter benötigt wird. Vor diesem Hintergrund entschied Kienle + Spiess sich für einen neuen Kran. Die Konstrukteure des Pleidelsheimer Kranbauers Innokran nahmen die Herausforderung an und entwickelten mit Krankomponenten von Stahl Crane Systems die passende, außergewöhnliche Lösung.

Außergewöhnlich gleich in mehrfacher Hinsicht: Die bestehende Kranbahn, eine relativ niedrige Decke und eine inmitten der Halle platzierte, 5,30 Meter hohe Stanzmaschine gaben den Konstrukteuren wenig Spielraum, um den großen Zweiträgerlaufkran mit Obergurt-Laufkatze und Kranführerkabine in die Halle einzupassen.

Nur zehn Zentimeter Abstand

Beim Überfahren der Stanzmaschine bleiben nur zehn Zentimeter Abstand zur Führerkabine – zu wenig, um den Sicherheitsvorschriften zu genügen. Deshalb sah Innokran für den normalen Betrieb eine Umfahrung dieses Bereichs vor. Nur bei Wartungsarbeiten oder einem Werkzeugwechsel an der Stanzmaschine darf diese Umfahrung vorübergehend vom Kranführer per Schlüsselschalter überbrückt werden.

Die bestehende Kranbahn ist nur für die Radlasten der alten 13-t-Krane ausgelegt. Um den neuen 20-t-Kran auf der bestehenden Kranbahn nutzen zu können, musste die höhere Last auf mehrere Räder verteilt werden. Die Lösung von Innokran: Der Kran läuft auf vier Stahl-Crane-Systems-Krankopfträgern mit insgesamt acht Rädern. Dadurch sinkt die Last auf dem einzelnen Rad. Zusätzlich liegen die äußeren Räder weiter auseinander, wodurch die Kräfte auf der Kranbahn auf eine längere Strecke verteilt werden.
Gesteuert wird der neue Kran wahlweise aus der Führerkabine oder per Funkfernsteuerung.

Die Entscheidung für eine Führerkabine lag für Kienle + Spiess auf der Hand, denn bei einer anderen Lösung hätten die Kranführer in der 65-Meter-Halle lange Fußwege zurücklegen müssen. Zudem ist das Aufnehmen und Platzieren der schweren Coils aus der Vogelperspektive einfacher. Frequenzumrichter an den Fahrmotoren und am Hebezeug ermöglichen ruckfreies Beschleunigen und feinfühlige Hebevorgänge, was das schnelle, präzise Arbeiten erleichtert und zudem den Komfort der Kranführer in der Kabine erhöht.

Breites Produktprogramm

Ob Segmente für Windgeneratoren, Pakete für Traktionsmotoren oder Ankerbleche für Universalmotoren, das Produktprogramm von Kienle + Spiess deckt alle Anwendungsbereiche von Elektromotoren und Generatoren ab. Die Produkte sind heute gefragter denn je, was sich in einer Vielzahl von Aufträgen niederschlägt. Die Produktion der Stanzteile läuft im Zwei-Schicht-Betrieb. Entsprechend stark wird der neue Kran beansprucht.


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lj 04/2013
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