20. JANUAR 2018

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Intralogistik à la carte


Unternehmen / SSI Schäfer

Lebensmittellagerung - Der Umgang mit Lebensmitteln in der Logistik bedarf besonderer Aufmerksam. So braucht es neben vielen anderen Anforderungen auch eine lückenlose Kühlkette, auch bei der Lagerhaltung. SSI Schäfer bietet auch diesbezüglich auf den jeweiligen Kunden zugeschnittene Lösungen an.
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Winterfest eingepackte Staplerfahrer, die bei minus 20 Grad mit ihren Schubmastern durch die Gassen eines Tiefkühllagers fahren und Paletten für die Auftragsfertigung kommissionieren – bei Mydibel, Lebensmittelproduzent mit Sitz im belgischen Mouscron nahe Lille in Nordfrankreich, gehörte dieses Bild lange zum Alltag. Doch diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen arbeitet Mydibel mit einem neuen Logistikzentrum. Das Lagergut besteht aus Kartoffelspalten und Pommes frites (wir sind in Belgien!), aus Kartoffelflocken und Kartoffelmehl. Die Kartoffelprodukte treten von Mouscron aus ihre Reise zu Handelsketten, Industrie und Catering-Unternehmen in 75 Ländern an. Früher machten die Trucks sich noch an vier verschiedenen, bis zu 75 Kilometer voneinander entfernten Mydibel-Standorten auf den Weg zu den Kunden. Dazu Dries Seynaeve, Leiter des neuen Mydibel-Logistikzentrums in Mouscron: »Mit moderner Lagerhaltung hatte diese Vorgehensweise nichts zu tun. Sie kostete viel Zeit und Geld, band Ressourcen und erforderte hohen Aufwand beim Aufrechterhalten einer durchgängigen Kühlkette.« Grund genug für Seynaeve und sein Unternehmen, eine grundlegende Veränderung der unbefriedigenden Situation herbeizuführen. Von herausragender Bedeutung dabei: die Konzentration der Lagerkapazitäten in einem neuen, modernen, weitgehend automatisch arbeitenden Logistikkomplex am Produktionsstandort Mouscron.

Den Zuschlag für die Ausarbeitung eines zeitgemäßen Logistikkonzepts und die schlüsselfertige Realisierung des Hochregallagers samt Fördertechnik-Anbindung an die Produktion und IT-Steuerung erhielten nach einer internationalen Ausschreibung die Intralogistikspezialisten von SSI Schäfer, Giebelstadt. »SSI Schäfer bot uns eine Komplettlösung aus einer Hand an, also eine Lösung mit allen erforderlichen Komponenten, und konnte damit von Anfang an überzeugen«, begründet Logistikleiter Seynaeve die Entscheidung von Mydibel zugunsten von SSI Schäfer. Besonderheit dabei: Der Lebensmittelhersteller entschied sich für ein automatisches Kanallager mit Shuttle-Technik. »Im Tiefkühlbereich bei höchstens fünf Grad minus muss eine Kommissionierung innerhalb von 30 Minuten abgeschlossen sein«, erläutert Horst Kaiser, Projektleiter von SSI Schäfer, die Anlagenkonzeption. »Das fördert auch in diesem Marktsegment den Trend zu hohem Lagerumschlag – und damit zu vollautomatisierten Logistikkonzepten.« In der Food-Logistik beträgt der Anteil der Tiefkühlkost (TK) mittlerweile zwischen 15 und 20 Prozent. Doch logistisch hinken viele TK-Läger der Marktentwicklung hinterher. Oft können sie mit den wachsenden Anforderungen von Industrie und Handel kaum mithalten. »Vielen Unternehmen der TK-Branche ist gar nicht bewusst, welches Optimierungs- und Rationalisierungspotenzial ihnen moderne Anlagenkonzeptionen bieten«, weiß der SSI-Experte Kaiser und ergänzt: »Mit einem intelligenten Konzept für automatisierte Prozesse können sie Lagerkapazitäten, Effizienz und Durchsatz deutlich steigern und Fixkosten reduzieren.« So auch bei Mydibel.

Deutliche Einsparungen

»Mit den automatisierten Prozessen und dem Logistikkonzept von SSI Schäfer schaffen wir nun mit weniger als einem Drittel der Mitarbeiter in nur zehn Stunden den gleichen Durchsatz«, freut sich Logistikleiter Seynaeve. »Dabei lässt die Anlagenkapazität sogar noch Spielraum für weiteres Wachstum.« Seit Mai 2012 läuft die Anlage von Mydibel in Mouscron im Vollbetrieb. »Innerhalb von 18 Monaten konnte das gesamte Projekt inklusive Planung und Software-Zuschnitt realisiert werden«, unterstreicht Patrick Hennebert, Sales Manager bei SSI Schäfer in Belgien. In den fünf 93 Meter langen Gassen des Hochregal-Kanallagers ragen die Paletten auf elf Regalebenen empor. 57 Kanäle pro Ebene werden auf jeder Gassenseite von den fünf Regalbediengeräten (RBG) angefahren. Die Lagerung dort erfolgt elffachtief. Insgesamt bietet das Tiefkühllager 32.000 Stellplätze für 800 Millimeter breite Europaletten. Werden breitere Industriepaletten (1.000 Millimeter) gelagert, fasst das Lager 25.600 Einheiten. Dabei sind die Kanäle – abgesehen von den beiden äußeren – durch Einsatz des Schäfer-Orbiter-Systems von zwei Gassen aus bedienbar. »Auf diese Weise können wir je nach Bedarf die Kanäle von zwei Seiten mit unterschiedlichen Chargen bestücken oder nach dem Prinzip first in first-out auf einer Kanalseite einlagern und auf der anderen auslagern«, beschreibt Logistikleiter Seynaeve nur einen der Vorteile des neuen Lagers.


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Ausgabe:
lj 01/2014
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