22. JANUAR 2018

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»Nicht jede Lösung muss neu gefunden werden«


Interview - Starke Industrien brauchen eine starke Lobby. Der Maschinen- und Anlagenbau ist eine deutsche Schlüsselindustrie, der VDMA seine Interessenvertretung. Den Fachverband Fördertechnik & Intralogistik im VDMA leitet Sascha Schmel.
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Herr Schmel, erklären Sie dem Nichtwissenden doch bitte in kurzen Worten, welche Aufgabe der Fachverband Fördertechnik und Intralogistik innerhalb des VDMA wahrnimmt.
Wie alle anderen Fachverbände im VDMA leistet der Fachverband Fördertechnik und Intralogistik Lobbyarbeit für die Branche. Letztlich erklären wir den Unternehmen, was die Politik will, und umgekehrt der Politik, was die Unternehmen zu leisten im Stande sind. Das Ergebnis ist dann mehr oder weniger ausgewogen. Einzelne Produktgruppen innerhalb des Fachverbands sind dabei mehr oder weniger intensiv von gesetzlichen Neuerungen betroffen. Wichtig auch: Über die Querschnittsabteilungen des VDMA begleiten wir unsere Mitglieder bei allen unternehmerischen Fragestellungen. Zudem bringen wir alle, die sich mit Fördertechnik, also auch mit Flurförderzeugen, und Intra¬logistik befassen zusammen, Stichwort »Networking«.

Innerhalb des Staplernetzwerks blicken einige in diesen Tagen mit Stirnrunzeln nach Russland. Wie nehmen Sie, Herr Schmel, die aktuelle Situation dort wahr?
Wir beobachten die Entwicklung dort natürlich sehr genau, und als VDMA kommen wir nicht umhin festzustellen, dass die gegen Russland verhängten Sanktionen, obwohl sie vielleicht sehr punktuell gemeint waren, sich doch relativ breit auswirken. Mit Blick auf die Fördertechnik haben wir allerdings keine expliziten Beispiele für gravierende Probleme. Speziell was die Stapler betrifft wage ich zu vermuten, dass die Auswirkungen der Sanktionen moderat beziehungsweise eher indirekt ausfallen werden. Indirekte Auswirkungen entstehen zum Beispiel dann, wenn Ausfuhrgenehmigungen zwar im Grundsatz erteilt werden dürfen, durch die Kapazitätsüberlastung der zuständigen Stellen aber nicht erteilt werden können. Dann geraten selbst völlig unkritische Exportvorgänge ins Stocken.

Als Interessenvertreter des Maschinenbaus: Wo sind selbst dem VDMA Grenzen der Einflussnahme gesetzt?
Die Sanktionen gegen Russland sind da sicher kein schlechtes Beispiel. Herr Dr. Hesse (VDMA-Hauptgeschäftsführer; Anmerkung der Redaktion) hat ja in Beiträgen zur besten Sendezeit, also bei hoher medialer Aufmerksamkeit, klar gesagt, dass der Maschinenbau von den Sanktionsmaßnahmen betroffen sei und auf die Notwendigkeit hingewiesen, etwaige Maßnahmen gegen Russland möglichst präzise auszugestalten und nicht im Eifer des Gefechts zu handeln. Ein Appell dieser Art richtet sich an die Verantwortlichen in der Politik, die natürlich eigene Vorstellungen von geeigneten Sanktionen haben. Allen Bemühungen zum Trotz stößt hier jeder irgendwann an Grenzen.

Wo sehen Sie Probleme, Herr Schmel, an deren Lösung Ihr Fachverband im VDMA konkret mitwirken kann?
Auf der Vorschriftenseite gibt es einige kleine Baustellen neben einer größeren: Die Abgasvorschriften für mobile Arbeitsmaschinen, also auch für Gabelstapler, werden seitens der europäischen Gesetzgeber weiter verschärft. Es steht zu befürchten, dass innerhalb sehr kurzer Zeit die verbrennungsmotorisch angetriebenen Baureihen an die neuen Motorvorschriften angepasst werden müssen. Dieses Thema dürfte auf der technischen Seite den Herbst der Staplerbauer bestimmen und damit noch stärker als sonst auch den zuständigen Fachverband im VDMA beschäftigen.

Apropos Technik: kein Treffen von Staplermenschen, das ohne die Begriffe »Energieeffizienz« und »Nachhaltigkeit« auskommt. Beide werden wie Mantren vorgetragen, wirken aber inzwischen wie abgedroschene Schlagwörter. Wie sieht sie denn nun tatsächlich aus, die energieeffiziente, nachhaltige Intralogistik der Zukunft? Und welche Antriebe, für Stapler etwa, werden dafür gebraucht?
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind nach wie vor bestimmende Themen, und ich finde sie nicht wirklich abgedroschen. Es sind die Themen der Zeit, gut zu erkennen in Brüssel: Umweltthemen beherrschen die Agenda. In der Intralogistik wird an tausend Stellschrauben gedreht, um einerseits die Leistung zu steigern und andererseits den Ressourceneinsatz zu reduzieren. Als Weltleitmesse hat die letzte Cemat auch diesbezüglich wieder innovative, serienreife Produkte, aber auch Zukunftsvisionen präsentiert.


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Ausgabe:
lj 05/2014
Unternehmen:
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