22. APRIL 2018

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»Es wird unglaublich viel passieren«


Unternehmen / Jungheinrich

Logistiksysteme - Lange Zeit hauptverantwortlich für den Bereich Technik im Vorstand von Jungheinrich, ist Dr. Klaus-Dieter Rosenbach jetzt für das neu geschaffene Ressort Logistiksysteme zuständig und hat ambitionierte Ziele. Gesprächspartner: Michael Weilacher
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Herr Dr. Rosenbach, nachdem Sie im Hause Jungheinrich viele Jahre hauptverantwortlich für den Bereich Technik waren, haben Sie vor Kurzem innerhalb des Vorstands ein neues Ressort übernommen – die Logistiksysteme. Das verwirrt uns. Wir haben Sie nämlich immer als hundertprozentigen Staplermensch gesehen. Hat diese Wahrnehmung getäuscht?

(Lacht) Ich bin ein hundertprozentiger Intralogistikmensch. Betrachtet man meinen Werdegang, Thema meiner Dissertation etwa waren Fahrerlose Transportsysteme, dann passt das neue Vorstandsressort von Jungheinrich hervorragend zu mir.

Apropos Fahrerlose Transportsysteme: die erleben ja gerade eine Art Renaissance.

Stimmt, der Markt für solche Systeme nimmt seit einiger Zeit eine sehr positive Entwicklung. Jungheinrich hat den sich abzeichnenden Trend frühzeitig aufgegriffen. Blicken Sie nur einmal auf unsere »Auto Pallet Mover« – praxiserprobte Jungheinrich-Serienfahrzeuge mit Automatisierungskomponenten und einer individuellen Anpassung an den jeweiligen Bedarfsfall.

Worauf, Herr Dr. Rosenbach, führen Sie das wiedererstarkte Interesse an automatischen Transportlösungen in der Intralogistik zurück?

Die Renaissance der FT-Systeme ist Bestandteil des Trends hin zu kompletten Logistiksystemen. Hintergrund ist – bei kontinuierlich steigenden Lohnkosten – die Notwendigkeit von mehr Automatisierung. Hinzu kommt, dass Flurförderzeuge heute deutlich mehr Intelligenz an Bord haben, sodass sie auch deutlich leichter zu automatisieren sind. Schon allein aus diesem Gründen handelt es sich nicht nur um ein »Wiedererwachen« des Interesses an Fahrerlosen Transportsystemen, sondern um einen Zukunftstrend, bei dem Jungheinrich ganz vorne mitspielt.

Muss der gute alte Staplerfahrer befürchten, vor lauter Automatisierung irgendwann nicht mehr gebraucht zu werden? Und bleiben nicht automatisierte Fahrzeuge mit ihrer ganzen künstlichen Intelligenz für ihn überhaupt noch handhabbar?

Zwei Fragen, zwei Antworten. Zum einen: Der Weltmarkt für Flurförderzeuge hat ein Volumen von über einer Million Fahrzeuge. Davon werden über 99,9 Prozent manuell bedient. Zwar werden künftig immer mehr Geräte in Informationssysteme eingebunden sein, den guten alten Staplerfahrer, wie Sie ihn nennen, wird es aber noch sehr, sehr lange geben, denn manuell bediente Fahrzeuge sind auch auf lange Sicht nicht wegzudenken. Zum anderen: Automatisierung schafft auch Arbeitsplätze. In diesem Bereich entstehen neue, höher qualifizierte Tätigkeiten, etwa beim Betrieb der in die Systeme integrierten Informationstechnik.


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lj 04/2015
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