20. APRIL 2018

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»Wir haben eine einzigartige Position«


Unternehmen - Egemin Automation

Intralogistik - Automatisierung ist eines der beherrschenden Themen in der Intralogistik, auch unter den großen Herstellern von Flurförderzeugen. Weil deren Kernkompetenzen meist klar definiert sind, eben die Entwicklung und der Bau von Gabelstaplern und Lagerhausgeräten, wird Automatisierungs-Know-how zugekauft. Die Kion Group etwa, Konzernmutter von Marken wie Linde und Still, hat vor diesem Hintergrund den belgischen Automatisierer Egemin Automation übernommen. Ein Gespräch mit Egemin-CEO und Managing Director Jan Vercammen.
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Mijnheer Vercammen, wenn ein Unternehmen, das sich sieben Jahrzehnte erfolgreich im Markt behaupten konnte, von einem Konzern übernommen wird, stellen sich Fragen. Zum Beispiel diese: War Egemin Automation vor dem Verkauf an die Kion Group an seine Grenzen gestoßen? Wäre es ohne einen großen Partner nicht weitergegangen?

Es wäre weitergegangen, nur nicht so schnell wie unter dem Dach der Kion Group. Eine wirtschaftliche Notwendigkeit für den Verkauf von Egemin Automation an Kion gab es für uns jedenfalls nicht. Ob Egemin oder Kion, für beide Häuser war das Zusammengehen die richtige strategische Entscheidung.

Können Sie das bitte genauer erklären?

Selbstverständlich. Auf Seiten von Kion war man zu der Erkenntnis gekommen, okay, Industrie 4.0, Automatisierung, Technologie, da liegt unsere Zukunft, in diesen Bereichen müssen wir stärker werden. Wir können das als Kion zwar auch selbst schaffen, aber einfacher ist es, wenn wir zur Erreichung unserer Ziele einen Partner ins Boot holen. Das ist schneller und effektiver. Egemin seinerseits hatte schon lange im Sinn, seine Position als erfolgreicher Automatisierer mit viel Erfahrung und Expertise speziell in der Lagerautomatisierung weiter auszubauen. Als belgisches Unternehmen sind wir traditionell stark in Europa. Aber auch unser Geschäft ist global geworden. Wir sind zwar schon fünfzehn Jahre in den Vereinigten Staaten tätig und haben in China einen Anfang gemacht. Trotzdem wissen wir, dass es innerhalb eines global tätigen Konzerns leichter ist, weltweit zu wachsen, als das für ein mittelständisches Unternehmen möglich wäre. Was die Sache zusätzlich erleichtert: Kion und Egemin kennen sich, haben ein Stück gemeinsame Geschichte, die bis ins Jahr 1958 zurückreicht. Bereits zur Weltausstellung in Brüssel hatte Egemin einen Vertrag mit Still über die Lieferung von Gabelstaplern in der Benelux-Region geschlossen. Und wie Sie sicher wissen, haben wir in den letzten Jahren hochwertige Flurförderzeuge von Still automatisiert (Anmerkung der Redaktion: Still ist neben Linde Material Handling eine der Kern-Gabelstapler-Marken der Kion Group).

Dann war das Zusammengehen mit Kionalso ein logischer Schritt?

In gewisser Weise, ja. Im Zuge seiner Ambitionen auf dem Gebiet der Automatisierung hatte Kion erkennen lassen, dass der Konzern die dafür erforderliche Kompetenz und Expertise gern unter seinem Dach hätte. Das war eine Gelegenheit, die wir uns als Egemin Automation nicht entgehen lassen konnten.

Ihr Haus, Herr Vercammen, profitiert erheblich davon, jetzt ein Teil der Kion Group zu sein. So kann der Konzern Ihnen helfen, neue Märkte zu erschließen.

Das ist so, keine Frage. Und Egemin profitiert nicht nur, wenn es um zusätzliche Märkte geht. Auch in Vertrieb und Service bietet die Einbindung in einen großen Konzern Vorteile. Wenn wir mit Still und Linde zusammenarbeiten, haben wir zum Beispiel ein Service-Netzwerk, das wir zuvor nicht vorweisen konnten – ein weltweites eben. Und welche Bedeutung der Service heute hat, weiß jeder in der Industrie. Der Kunde besteht darauf, dass seine Anlagen und Maschinen nicht nur effizient und wirtschaftlich sind, sondern auch hoch verfügbar. Und natürlich kommt uns auch die geballte Sales-Power der Kion-Marken zugute. Dessen sind wir uns sehr wohl bewusst.

Und was genau. Herr Vercammen, hat Kion von Egemin Automation?

Mit Egemin als Teil des Konzerns sind andere Kion-Marken in der Lage, einzigartige integrierte Material-Handling-Lösungen anzubieten; schlüsselfertige Lösungen, die automatisierte Lagersysteme genauso umfassen wie Fahrerlose Transportsysteme oder die Automatisierung von Staplern und Lagertechnikgeräten, von Still etwa oder von Linde. Egemin kann selbstentwickelte Steuerungen ebenso beisteuern wie Software-Produkte. Das alles, kombiniert mit der langjährigen Projekterfahrung von Egemin und seinem Know-how des Kunden-Business‘ bis hinein ins Nischengeschäft, verleiht Egemin und Kion eine wirklich einzigartige Position, wenn es darum geht, dem Kunden die für ihn maßgeschneiderte Lösung anzubieten. Die Komplementarität von Egemin-Lösungen und Kion-Produkten bringt unseren Kunden einen klaren Wettbewerbsvorteil.


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lj 01/2016
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