23. APRIL 2018

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Kühne + Nagel zieht Resümee


Vergangenes Jahr war für die weltweit operierende Kühne + Nagel-Gruppe ein erfolgreiches Jahr, die Ertragskraft konnte weiter gestärkt und eine neue Bestmarke beim Reingewinn erwirtschaftet werden.

Der Nettoumsatz lag aufgrund der Frankenstärke mit CHF 16.731 Millionen um 4,4 Prozent unter Vorjahr, wogegen der Rohertrag auf Vorjahresniveau gehalten werden konnte. Der operative Betriebsgewinn (EBITDA) erhöhte sich um 3,6 Prozent auf CHF 1.041 Millionen. Die EBIT-Marge lag mit 5,1 Prozent über der Zielgröße, die damit frühzeitig erreicht wurde. Der Reingewinn verbesserte sich um 5,4 Prozent (währungsbereinigt um 12,7 Prozent) auf CHF 679 Millionen.

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von CHF 5,00 pro Aktie vor. Dr. Detlef Trefzger, CEO, Kühne + Nagel International AG: „Wir sind stolz darauf, dass wir in dem anspruchsvollen Umfeld des Jahres 2015 die Rentabilität weiter steigern und wiederum ein neues Rekordergebnis erzielen konnten. Treiber dieser positiven Entwicklung war zum einen die konsequente Fortführung unserer Effizienzprogramme; zum anderen waren wir bei der Umsetzung strategischer Initiativen erfolgreich. Unsere Kundennähe und unser Verständnis für künftige Kundenanforderungen ermöglichen es uns, das Serviceportfolio marktgerecht und innovativ auszubauen und so konnten wir wichtige Weichen für den zukünftigen Erfolg der Unternehmensgruppe stellen.“

Entwicklung in den Geschäftsbereichen
Seefracht In einem von starker Ratenvolatilität und schwachem Wachstum geprägten internationalen Seefrachtmarkt konzentrierte sich Kühne + Nagel auf rentable Geschäfte. In der Folge gingen im ersten Halbjahr zwar die Volumen zurück, diese konnten jedoch in der zweiten Jahreshälfte durch rentable Mengenzuwächse in den nordamerikanischen und inner-asiatischen Relationen kompensiert werden. Während das Wachstum der europäischen Exporte aufgrund der regional stark divergierenden Nachfrage insgesamt stagnierte, verzeichnete Kühne + Nagel einen deutlichen Volumenanstieg in den Relationen von und nach Nord- und Südamerika. Bei den spezifischen Fachdiensten wie Kühl- oder Sammelcontainer gewann Kühne + Nagel Marktanteile hinzu und festigte seine führende Position. Insgesamt disponierte das Unternehmen mit 3,8 Millionen TEU die gleiche Menge wie im Vorjahr, jedoch bei einer erheblich verbesserten Rendite. So konnte der Rohertrag pro TEU um 5,2 Prozent und das Verhältnis von EBIT zu Rohertrag (Conversion Rate) von 30,3 auf beachtliche 33,2 Prozent gesteigert werden. Der EBIT erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 15,3 Prozent.

Luftfracht
In der Luftfracht hielt Kühne + Nagel auch in einem stagnierenden bis leicht rückläufigen Markt erfolgreich Kurs. Das Unternehmen erhöhte die Tonnage um 4,7 Prozent auf 1.250.000 Tonnen und bestätigte damit seine Position als Nummer 2 der globalen Luftfrachtanbieter. Maßgeblich für die gute Performance war die Ausrichtung auf industriespezifische Luftfrachtangebote, die zu umfangreichem Neugeschäft aus den Branchen Pharma, Luft- und Raumfahrt sowie Perishables führte. KN FreightNet, das innovative Online-Portal, erwies sich als wirkungsvoller neuer Vertriebs-kanal. Weltweit können Kunden verbindliche, nach Laufzeiten gestaffelte Angebote für Luftfrachtsendungen abrufen, vergleichen, online buchen und die Sendungen verfolgen. Die Rentabilitätsverbesserung in diesem Geschäftsbereich zeigt sich in der Conversion Rate, die sich von 27,0 Prozent im Vorjahr auf 29,3 Prozent erhöhte; der EBIT stieg um 11,3 Prozent an.

Landverkehre
Die operative Leistung im Landverkehr blieb trotz des herausfordernden Marktumfelds in Europa stabil. Im Stückgutverkehr konnten die Aktivitäten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien ausgebaut werden. Bei den Teil- und Komplettladungsverkehren unterstützte das neue Abwicklungskonzept die anhaltend erfreuliche Geschäftsentwicklung. Mit dem Erwerb von ReTrans, einem US-amerikanischen Anbieter von Intermodal- und Landverkehrslösungen, realisierte Kühne + Nagel im August 2015 einen wichtigen Schritt in der Expansion der Aktivitäten außerhalb Europas. Bereits im vierten Quartal wurde in Zusammenarbeit mit der nordamerikanischen Kühne + Nagel-Organisation nennenswertes Neugeschäft generiert. Gedämpft wurde die insgesamt positive Entwicklung durch eine von der französischen Wettbewerbsbehörde gegen zwanzig französische Paket-dienstleister verhängte Kartellbusse, welche auch die französische Alloin-Gruppe, die von Kühne + Nagel im Jahr 2009 erworben wurde, mit CHF 34 Millionen betraf. Davon sind CHF 33 Millionen der Zeit vor der Übernahme zuzurechnen. Kühne + Nagel distanziert sich von einem solchen Geschäftsgebaren und bezieht sich auf sein verbindliches Compliance-Programm, das ständig weiterentwickelt wird. Der EBIT-Rückgang im Geschäftsbereich Landverkehre von CHF 30 Millionen im Vorjahr auf CHF 7 Millionen ist größtenteils der Kartellbusse geschuldet. Gegen die Entscheidung der französischen Wettbewerbsbehörde wurde Einspruch erhoben.

Kontraktlogistik
Kühne + Nagels branchenspezifische End-to-End-Lösungen sind im Markt gefragt, das bestätigt das im Jahr 2015 abgeschlossene Neukundengeschäft mit einer zusätzlichen Lagerfläche von rund 860.000 m2. Die drei strategischen Initiativen – fokussiertes Wachstum, kontinuierliche Prozessverbesserung und Standortbereinigung – zeigen Wirkung. Insgesamt bewirtschaftete Kühne + Nagel im Berichtsjahr weltweit über 9,5 Millionen m2 Lager- und Logistikfläche für seine Kunden. Gleichzeitig konnte die Leerstandsquote von 4,2 Prozent auf 3,5 Prozent reduziert werden. Der Nettoumsatz in der Kontraktlogistik erhöhte sich währungsbereinigt um 5,5 Prozent und lag damit über dem Marktdurch-schnitt. Gleichwohl belasteten die negativen Währungseffekte, von denen dieser Geschäftsbereich besonders betroffen war, und die Getränke-logistik in Großbritannien das Ergebnis beträchtlich. Der EBIT ging deshalb von CHF 153 Millionen im Vorjahr auf CHF 119 Millionen zurück.

Nettoumsatz
Nach Zöllen und Abgaben erzielte die Kühne + Nagel-Gruppe 2015 einen Nettoumsatz von CHF 16.731 Millionen, was einem Rückgang von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Fremdwährungseffekte wirkten sich mit 8,0 Prozent negativ aus. Während der Nettoumsatz in der Region Asien-Pazifik auf Vorjahres-niveau stabil blieb, legte er in der Region Americas (Nord-, Mittel- und Südamerika) um 9,2 Prozent zu. Die Region EMEA (Europa, Nah-/Mittelost, Zentralasien und Afrika) weist einen Rückgang um 9,6 Prozent aus, was hauptsächlich aus der Frankenstärke gegenüber dem Euro resultiert.

Rohertrag
Der Rohertrag, die im Gegensatz zum Umsatz aussagefähigere Kennzahl für die Leistungsfähigkeit eines Logistikunternehmens, lag 2015 mit CHF 6.251 Millionen knapp (0,6 Prozent) unter dem Vorjahreswert. Negative Währungseffekte wirkten sich mit 8,6 Prozent aus. In der Region Americas stieg der Rohertrag um 14,0 Prozent an und in der Region Asien-Pazifik um 10,9 Prozent. In der Region EMEA dagegen führte die Frankenstärke zu einem Rückgang um 5,1 Prozent.

Betriebsgewinn (EBITDA)
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen, Goodwill und andere immaterielle Vermögenswerte verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent auf CHF 1.041 Millionen. Negative Währungseffekte wirkten sich mit 7,8 Prozent negativ aus. Die Region EMEA weist mit CHF 580 Millionen (55,7 Prozent) den größten Anteil am Betriebsgewinn der Gruppe aus, gefolgt von der Region Americas mit CHF 231 Millionen (22,2 Prozent) und der Region Asien-Pazifik mit CHF 230 Millionen (22,1 Prozent).

Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT)
2015 konnte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um CHF 31 Millionen auf CHF 850 Millionen verbessert werden. Dabei wirkten sich Fremdwährungs-effekte mit 7,1 Prozent negativ aus. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die Verbesserung der Profitabilität zurückzuführen. In der Region Americas wurde ein Anstieg des EBIT um CHF 44 Millionen (28,2 Prozent) und in der Region Asien-Pazifik um CHF 29 Millionen (15,7 Prozent) erzielt. In der Region EMEA musste ein Rückgang des EBIT um CHF 42 Millionen (8,8 Prozent) verzeichnet werden. Die EBIT-Marge lag mit 5,1 Prozent über der Zielgröße, die damit frühzeitig erreicht wurde.

Dividende
Der Verwaltungsrat schlägt der am 3. Mai 2016 stattfindenden Generalversammlung eine Dividende in Höhe von CHF 5,00 (Vorjahr: CHF 4,00 und CHF 3,00 Jubiläumsdividende) vor.
Karl Gernandt, Präsident des Verwaltungsrats der Kühne + Nagel International AG: „Das Ergebnis im Jubiläumsjahr hat bewiesen, dass unser Unternehmen in der Lage ist, sich auch in einem volatilen Umfeld maßgeblich zu verbessern. Unsere Strukturen und Prozesse sind flexibel, um agil und effektiv auf neue Marktsituationen reagieren zu können. Auch im laufenden Geschäftsjahr wird das Marktumfeld herausfordernd bleiben. Unser robustes Geschäftsmodell, die Führungsstärke und vor allem das Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit stimmen den Verwaltungsrat zuversichtlich, dass sich die positive Unternehmens-entwicklung fortsetzen wird.“

Datum:
10.03.2016
Unternehmen:
Bilder:
Kühne + Nagel AG & Co. KG

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