19. JANUAR 2018

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Das volle Programm


Technik

Industrietore/Sicherheit - Die Auswahl ist groß. Geht es um Industrietore, kann der Interessent aus einer Vielzahl von Systemen auswählen. Die Hörmann KG gibt Auskunft darüber, welche Tore im Angebot sind und was bei der Anschaffung zu beachten ist. Gleichermaßen wichtig in jedem Fall ist die Sicherheit. Auch diesbezüglich hält Hörmann Lösungen bereit.

In Logistikbauten müssen verschiedene Gebäudeöffnungen sowohl in der Außenfassade als auch im Innenbereich funktionsgerecht geschlossen werden. Die Auswahl an Torsystemen ist groß. Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, aus denen Architekt, Betreiber und das Facility Management auswählen können. In der Planungsphase sollte immer die spätere Nutzung der Torsysteme feststehen, um diese optimal auf die Anforderungen auslegen zu können.

Damit die Industrietorlösung auf den Einsatzbereich abgestimmt ist, sollte zunächst genau geprüft werden, welchen Zweck das Tor erfüllen muss. Dabei müssen zum einen gesetzlich vorgegebene Anforderungen wie Brandschutz oder Wärmedämmung, zum anderen aus der späteren Gebäudenutzung resultierende Punkte wie Öffnungsfrequenzen oder Bedienkomfort berücksichtigt werden. Generell werden Industrietore sowohl im Außen- als auch im Innenbereich eingesetzt.
In Zeiten, in denen Heizenergie immer teurer wird und auch die Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) verschärft werden, steigen die Anforderungen an eine effektive Wärmedämmung. Insbesondere Tore in der Außenfassade müssen über eine wirksame Wärmedämmung verfügen, damit im geschlossenen Zustand keine wertvolle Wärme verloren geht.

Safety First

Definitiv kein Trend, sondern ein dauerhaft wichtiges Thema ist die Sicherheit bei Industrietoren. Alle Tore unterliegen der europäischen Produktnorm EN 13241-1. Diese regelt Sicherheits- und Leistungsanforderungen für alle kraft- und handbetätigten Tore in privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereichen. Laut EN 13241-1 müssen Tore beim Schließen automatisch stoppen, wenn sich Personen oder Gegenstände unter dem Tor befinden, und beim Auftreffen nur eine bestimmte Kraft freisetzen oder gar das Auftreffen vollends vermeiden, bevor es wieder nach oben fährt. Bei der Torauswahl sollte darauf geachtet werden, dass alle zu montierenden Tore eine entsprechende CE-Kennzeichnung tragen, um sicherzustellen, dass die entsprechenden Vorgaben eingehalten werden.

Bei der sicherheitstechnischen Ausstattung von Toren muss außerdem berücksichtigt werden, dass in Deutschland gewerblich genutzte kraftbetätigte Tore der Arbeitsstättenrichtlinie ASR A 1.7 unterliegen. Das heißt, dass je nach Nutzung durch unterwiesenes oder nicht unterwiesenes Personal entsprechende Sicherheitseinrichtungen wie Schließkantensicherungen oder berührungslose Schutzsysteme vorhanden sein müssen. Da auch Bestandstore der ASR A 1.7 unterliegen, ist hier die Risikoanalyse vor Ort sehr wichtig. So kann die Sicherheit älterer Toranlagen überprüft und bei Bedarf nachgerüstet werden, um die erforderlichen Schutzstufen für die Nutzer zu erreichen.

Wirksames Blockiersystem

Laderampen und Andockstationen sind laut Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) »ein Unfallbrennpunkt in der Lagerlogistik«. Abstürze an der Rampe können schwerwiegende Folgen haben. Um diesen vorzubeugen und die Gefahren zu minimieren hat der Tor- und Türhersteller Hörmann das Mechanische Radblockiersystem MWB entwickelt.

Während des Verladevorganges befahren Flurförderzeuge in der Regel mehrmals die Verladerampe, die auf der LKW-Ladefläche aufliegt. Beim Be- und Entladen, beispielsweise wenn der Gabelstaplerfahrer bremst, kann sich der LKW leicht vorwärts und somit von der Andockposition weg bewegen. Auch die angezogenen Bremsen des LKW bieten hier keine ausreichende Sicherheit. Das Mechanische Radblockiersystem MWB von Hörmann sorgt dafür, dass der LKW während des Verladevorgangs die sichere Andockposition nicht verlässt. Zu den Basiskomponenten des Mechanischen Radblockiersystems MWB gehört eine rund fünf Meter lange Radführung mit einem drehbaren Verriegelungsarm, der über einen ausklappbaren Stützfuß verfügt. Nachdem der LKW an die Verladestation angedockt hat, führt der Fahrer mit einem Bedienbügel den Verriegelungsarm zum Hinterrad. Mit einer Drehung um 90 Grad wird dann der ausklappbare Stützfuß vor den Reifen und somit in die Arbeitsposition gebracht, sodass der fest verankerte Verriegelungsarm ein Wegrollen des LKW praktisch verhindert. Ein Entriegelungspedal rundet das Basis-System ab, mit dem nach der Verladung der Verriegelungsarm zurückgeführt wird.

Auf Wunsch kann das Mechanische Radblockiersystem um eine elektronische Steuerung erweitert werden. Dann zeigt eine grüne Kontrollleuchte auf dem MWB-Schlitten an, dass ein LKW beim Heranfahren die Arbeitsstellung erreicht hat. Die integrierte Sensorik erkennt die Radposition sowie die Stellung des Verriegelungsarms. Erst wenn dieser von der Ruhe- in die Arbeitsstellung wechselt, wird das Tor zum Öffnen freigegeben.

Aktuelle Zustandsangabe

In der Version mit elektronischer Anbindung an die Torsteuerung wird an der Torinnenseite die Tor- und Ladebrückensteuerung um eine Steuereinheit ergänzt. Sie zeigt den aktuellen Zustand des Radblockiersystems an. Am Ende der Be- oder Entladung dreht der Fahrer den Verriegelungsarm wieder von der Arbeits- in die Ruhestellung zurück, wodurch sich an der Steuereinheit automatisch die Statusanzeige des LKW verändert. Begleitet wird der Vorgang durch eine dreistufige Außenampel. Das rote Licht signalisiert bei laufender Be- und Entladung die aktivierte Radblockierung. Ein gelbes Blinklicht erscheint nach dem Ende der Be- und Entladung bei noch aktiver Radblockierung. Erst nach dem Aufheben der Blockierung durch den Fahrer springt die Ampel auf Grün der LKW ist freigegeben.
Individuell für jedes Bauvorhaben spielen neben den gesetzlichen auch weitere funktionale Vorgaben eine wichtige Rolle, die je nach Nutzung stark variieren können. Zum Beispiel verzeichnen Logistikunternehmen viele Öffnungszyklen, während kleinere Werkstätten das Tor nur selten für eine Durchfahrt ganz öffnen müssen und deswegen einen Personendurchgang durch eine integrierte Schlupftür ermöglichen wollen. Hersteller wie Hörmann bieten eine große Auswahl an verschiedenen Torlösungen, vom Indus-trie-Sectionaltor und Rolltor bis hin zum Schnelllauftor oder Schiebetor.

Verschiedene Varianten

Um Öffnungen in der Außenhülle eines Gebäudes abzuschließen, werden häufig Industrie-Sectionaltore eingesetzt. Generell öffnen Industrie-Sectionaltore senkrecht nach oben und schwenken nicht aus, sodass der Platz davor und dahinter frei bleibt. Je nach Hallenarchitektur und -höhe sind sie mit unterschiedlichen Beschlagvarianten erhältlich. In der Regel wird das Tor waagerecht unter die Decke geführt. Bei einer großen Raumhöhe sind aber auch senkrechte Torführungen umsetzbar, sodass der Platz unter der Decke beispielsweise für Versorgungsleitungen frei bleibt. Diese Beschlagvariante schont zudem das Tor.

Hersteller wie Hörmann bieten für eine effektive Wärmedämmung doppelwandige, thermisch getrennte Stahl-Lamellentore mit einer Bautiefe von 67 Millimetern an. Die meiste Energie geht beim Öffnen der Tore verloren. Deshalb können Indus-trie-Sectionaltore mit einer Schlupftür ausgestattet werden, sodass ein Personendurchgang möglich ist, ohne das Tor öffnen zu müssen.

Für den Logistikbereich gibt es Industrie-Sectionaltore, die den Anforderungen von Verladestationen gerecht werden. Hersteller wie Hörmann ermöglichen mit dem teilbaren Industrie-Sectionaltor »Parcel Walk«, dass Nutzfahrzeuge mit diversen Größen an einer Verladestation be- und entladen werden können. Bei großen LKW wird nur der obere Teil des Tores geöffnet, während der Lamellensockel am Boden bleibt. Kleinere Transporter werden auf Hallenbodenniveau beladen, sodass das gesamte Tor geöffnet wird.

Besonders platzsparend

Für Gebäudeabschlüsse werden auch Industrie-Rolltore gewählt. In der Regel besteht der Behang aus Stahl- oder Aluminiumlamellen. Rolltore sind besonders platzsparend und eignen sich durch ihre kompakte Konstruktion für Einbausituationen mit eingeschränkten Platzverhältnissen, da für die Montage nur ein geringer Sturzbedarf benötigt wird. Das Tor rollt sich unter einer Behangverkleidung auf, und somit bleibt der Deckenbereich frei. Auf dem Markt werden Rolltore mit einfacher Handbedienung angeboten, die sich unter anderem für den Einsatz selten betätigter Abschlüsse von Lagerhallen eignen, bis hin zu optimal abgestimmten Antriebsbedienungen. Dazu gehören Rolltore,die wie das Rolltor DD S6 von Hörmann – mit Frequenzumrichter-Antrieb ausgestattet sind und damit Öffnungsgeschwindigkeiten von maximal 1,1 Meter pro Sekunde erreichen. Das verbessert die Betriebsabläufe und reduziert Wärmeverluste. Damit sind sie eine wirtschaftliche Alternative zu Schnelllauftoren.

Schnelllauftore zeichnen sich durch ihre hohen Öffnungs- und Schließgeschwindigkeiten aus. Sie werden sowohl außen als auch innen eingesetzt, unterscheiden sich dann aber in ihrer Behangart. Zum einen können Schnelllauftore über doppelwandig, ausgeschäumte Lamellen verfügen, die für eine hohe Wärmedämmung sorgen und damit vor allem für den Außenabschluss geeignet sind. Zum anderen sind Schnelllauftore mit besonders flexiblem Behang erhältlich, die oftmals im Innenbereich Gebäudeteile voneinander abtrennen, um beispielsweise Zugluft und dadurch krankheitsbedingte Ausfälle des Personals verringern. Aufgrund ihrer hohen Öffnungsgeschwindigkeit bleibt dennoch eine schnelle Durchfahrt möglich, zum Beispiel mit Flurförderzeugen, sodass optimale Arbeitsabläufe erreicht werden. Mit diesen und weiteren Sonderanfertigungen für den Kühllager- oder Lebensmittelbereich bieten Hersteller wie Hörmann eine große Auswahl an passenden Tortypen.

Wichtiger Brandschutz

Müssen im Innenbereich große Hallenabschnitte voneinander getrennt werden – vor allem aus brandschutztechnischen Gründen – werden häufig Schiebetore eingesetzt. Sie sind mit Feuer- und Rauchschutz, aber auch als Mehrzwecktore erhältlich. Neben sich zur Seite an oder in die Wand bewegenden ein- und zweiflügeligen Varianten, können auch Teleskop-Ausführungen für Einbausituationen mit wenig Platz neben dem Tor eingesetzt werden. Feuerschutz-Schiebetore schließen im Brandfall automatisch und verhindern ein Übergreifen des Feuers auf andere Gebäudeteile. Im geöffneten Zustand liegen Schiebetore meistens vor der Wand. Die Nischenausführung ermöglicht ein unsichtbares Verstecken in der Wand. Damit ein Personendurchgang auch dann möglich ist, wenn das Tor geschlossen ist, können zusätzlich Schlupftüren ohne Schwelle in die Tore inte-griert werden.

Das Mechanische Radblockiersystem von Hörmann verhindert praktisch ein Wegrollen des LKW und sorgt dafür, dass dieser während der Be- und Entladung an der Verladestation angedockt bleibt.

www.hoermann.de

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