18. NOVEMBER 2017

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Logistik stellt Forderungen


Mit einem Offenen Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie der Verleihung des Deutschen Logistik-Preises 2017 an Bosch startete der 34. Deutsche Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. in Berlin.

Offener Brief

Mit einem Offenen Brief hat sich die Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. als Veranstalterin des 34. Deutschen Logistik-Kongresses und Kompetenznetzwerk für Logistiker aus Industrie, Handel, Logistikdienstleistungen und Wissenschaft an die Mitglieder des Deutschen Bundestages gewandt. 

Prof. Raimund Klinkner, der Vorstandsvorsitzende der BVL, stellte die Inhalte bei der Eröffnung des Kongresses in Berlin vor.
„Logistik ist mit einer Leistung von 258 Milliarden Euro im Jahr 2016 und über drei Millionen Beschäftigten der drittgrößte Wirtschaftsbereich Deutschlands und zugleich ein wichtiger Motor für wirtschaftliches Wachstum und den Arbeitsmarkt. Logistik sichert unseren Wohlstand, ist erfolgsrelevant und trägt unmittelbar zum Ergebnis aller Wirtschaftsbereiche bei. Sie ist Treiber des digitalen Wandels und ihr kommt eine hohe Verantwortung zu – gesellschaftlich, volkswirtschaftlich und betriebswirtschaftlich“, so Klinkner. Um dieser Verantwortung gerecht werden zu können, bedürfe es zukunftssicherer Rahmenbedingungen.

Als die fünf politischen Handlungsfelder mit höchster Relevanz für die Logistik führt der Brief die Verkehrsinfrastruktur an, die digitale Infrastruktur, die urbane Logistik, die Bildung und die Beschleunigung von Planungsverfahren. Die BVL formuliert jedoch nicht nur Forderungen an die Politik, sondern bietet die gemeinsame Entwicklung von Konzepten an. „Wir sind davon überzeugt, dass die vor uns liegenden Herausforderungen von Wirtschaft und Politik nur gemeinsam und über alle Parteigrenzen hinweg gemeistert werden können – damit Digitales in Zukunft auch wirklich gelebt und nicht nur postuliert  wird und Deutschland erfolgreich und wettbewerbsfähig bleibt“, sagte Klinkner.

Im Brief heißt es: Die Bundesvereinigung Logistik richtet gemeinsam mit den unterzeichnenden Partnern aus Industrie, Handel und Logistikdienstleistung folgende Forderungen an die politisch Verantwortlichen in Parlament und Regierung:

1. Verkehrsinfrastruktur mit Brücken, Straßen, Schienen- und Wasserwegen
sowie Luftverkehr

Die Situation:
Der „Logistikweltmeister“ Deutschland lebt vielerorts von der Substanz.

Die Forderungen:
Stellen Sie die Weichen, damit nachhaltig in die teilweise marode Verkehrsinfrastruktur investiert wird – und zwar gleichermaßen in Erhalt und Ausbau. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 wird die dramatischen Engpässe nur in Teilen beseitigen. Legen Sie nach! Auch das Luftverkehrskonzept enthält wichtige Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der deutschen Luftverkehrsindustrie. Nehmen Sie die Umsetzung in Angriff!

2. Digitale Infrastruktur samt digitaler Standards und digitaler Sicherheit

Die Situation
Deutschland ist ein Glasfaser-Entwicklungsland und belegt bei der Versorgung mit Glasfaseranschlüssen im OECD-Vergleich Platz 28 von 32. Das ist besorgniserregend, zumal der Ausbau zukunftssicherer digitaler Infrastruktur wesentlich für den Erfolg der Logistik sein wird. Ohne eine digitale Infrastruktur, die eines Logistik-weltmeisters würdig ist, können Digitalisierungs-Potenziale nicht ausgeschöpft werden.

Die Forderungen
Setzen Sie die Digitalisierung daher ganz oben auf die politische Agenda und packen  Sie den Glasfaser-Ausbau entschlossen an. Schaffen Sie Rahmenbedingungen, damit die Logistik effizient – und damit ressourcenschonend – arbeiten kann. Ein weithin beachtetes Signal wäre die Einrichtung eines Ministeriums für Digitalisierung.

3. Übergreifende Lösungen für die urbane Logistik

Die Situation:
Stau, Lärm, Emissionen und Engpässe in den Innenstädten betreffen Wirtschaft und Gesellschaft – und unsere Umwelt. Es gibt viele gute Einzellösungen, aber keine gemeinsame Roadmap, die ganzheitliche Lösungen anstrebt und die Anliegen aller Stakeholder berücksichtigt. Selbst Modellversuche der Wirtschaft zur Verbesserung der Abläufe stecken in monatelangen Genehmigungsschleifen von Behörden fest. 

Die Forderungen:
Machen Sie die urbane Logistik zum Top-Thema und setzen Sie Zeichen für die konstruktive Zusammenarbeit von Politik, Verwaltungen, Stadtplanern, Wirtschaft, öffentlichem Personennahverkehr und den Bürgern. Die Experten im Wirtschaftsbereich Logistik bieten ihre Unterstützung an!

4. Schulische, berufliche und akademische Bildung als generationsübergrei-fende Vorbereitung auf das digitale Morgen

Die Situation:
Branchenübergreifend gaben in einer Umfrage der BVL 82 Prozent der Teilnehmer an, dass der Fachkräftemangel in der Logistik in den nächsten zehn Jahren nega-tive Auswirkungen auf den Erfolg der Unternehmen haben wird. Wir sehen in der Digitalisierung von Prozessen einen Weg, dem Fachkräftemangel durch höhere Effizienz zu begegnen. Für eine neue, digitalisierte Arbeitswelt müssen aber auch Mitarbeiter und Nachwuchskräfte fit gemacht werden. Das kann nur durch eine Anpassung der Lehrpläne und Lehrmethoden in allen Schulzweigen funktionieren.
Die Forderung:
Entrümpeln Sie gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Ländern die Curricula von überholten Inhalten – und machen Sie in der Schul- und Bildungspolitik den Weg frei für eine international wettbewerbsfähige Bildung.

5. Beschleunigung von Planungsverfahren und Projektumsetzungen

Die Situation:
Planungsverfahren mit einer Laufzeit von 20 Jahren und mehr behindern die infrastrukturelle Entwicklung in Deutschland. Darauf hat auch Bundeskanzlerin Merkel im Juli 2017 öffentlich hingewiesen. Das Geld für Investitionen ist vorhanden – aber die Verwaltungs- und Entscheidungsprozesse werden heutigen Anforderungen vielfach nicht gerecht. Insbesondere bei großen Infrastrukturprojekten erweist sich die föderale Struktur als Bremse.

Die Forderung:
Schaffen Sie, zumindest für Großprojekte, die Ländergrenzen überschreiten, zentrale Entscheidungsstrukturen. Nur so können Fehlentscheidungen und zeitliche Verzögerungen vermieden werden, die häufig mit der Durchsetzung von Partikularinteressen verbunden sind.

Logistiker aus der Industrie, dem Handel, den Logistikdienstleistungen und der Wissen-schaft unterstützen die Forderungen des Briefes. Unterzeichnet haben: Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner und Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer (BVL), Frank Wiemer (REWE), Joachim Limberg (ThyssenKrupp), Frank Dreeke (BLG Logistics Group), Dr. Karl A. May (BMW), Josip T. Tomasevic (AGCO), Dr. Karl Nowak (Robert Bosch), Frauke Heistermann (Aufsichtsrätin und Digitalisierungs-Coach), Karl Gernandt (Kühne Holding), Dr. Torsten Mallée (AEB), Prof. Dr. Michael ten Hompel (Fraunhofer IML), Peter Gerber (Lufthansa Cargo), Dr.-Ing. Stefan Wolff (4flow) und Christian Berner (LR Health & Beauty Systems).
Diesen 15 Erstunterzeichnern kann man im Internet weitere Unterstützer anschließen.
Zum Offenen Brief: www.bvl.de/offener-brief

34. Deutscher Logistik-Kongress in Berlin eröffnet
Unter dem Motto „Neues denken – Digitales leben“ hat der 34. Deutsche Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. in Berlin begonnen. Es geht um Strategien für die Digitalisierung, aber auch um aktuelle Themen von der Dieseldebatte bis zum Marshallplan mit Afrika. Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik geben Einblicke in ihre Arbeitsbereiche und Gedankenwelten. Das Jahrestreffen der Logistiker und Supply Chain Manager aus Industrie, Handel, Logistikdienstleistung und Logistikwissenschaft liefert Impulse für den gesamten Wirtschaftsbereich. Erwartet werden mehr als 3.300 Teilnehmer und Gäste aus rund 40 Ländern weltweit.

„Neues denken, Digitales leben: Das bedeutet, Digitalisierung nicht als technologisches Konzept zu verstehen, sondern in ihr den intelligenten Treiber für Veränderungen zu sehen – und sie tatsächlich in der betrieblichen Praxis umzusetzen“, so Prof. Raimund Klinkner, der Vorstandsvorsitzende der BVL. Um diesen Ansatz dreht sich der Kongress – in 65 Stunden Kongressprogramm mit rund 120 Rednern. In Plenumsvorträgen und Podiumsdiskussionen, in den Fachsequenzen, in den interaktiven LOG.Camps und bei Exkursionen in und bei Berlin werden die Inhalte abwechslungsreich und im direkten Dialog mit Experten vermittelt.

Offener Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestages
Mit einem Offenen Brief hat sich die BVL gemeinsam mit Unterstützern aus Industrie, Handel, Logistikdienstleistung und Wissenschaft an die Mitglieder des Bundestages gewandt. Prof. Raimund Klinkner stellte die Inhalte bei der Eröffnung des Kongresses in Berlin vor. Als die fünf politischen Handlungsfelder mit höchster Relevanz für die Logistik führt der Brief die Verkehrsinfrastruktur an, die digitale Infrastruktur, die urbane Logistik, die Bildung und die Beschleunigung von Planungsverfahren. Die BVL formuliert jedoch nicht nur Forderungen an die Politik, sondern bietet auch die gemeinsame Entwicklung von Konzepten an. „Wir sind davon überzeugt, dass die vor uns liegenden Herausforderungen von Wirtschaft und Politik nur gemeinsam und über alle Parteigrenzen hinweg gemeistert werden können – damit Digitales in Zukunft auch wirklich gelebt und nicht nur postuliert  wird – und Deutschland erfolgreich und wettbewerbsfähig bleibt“, sagte Klinkner. „Wir brauchen einen Reset beim Regierungsneustart und somit müssen wir uns bemerkbar machen.“

Logistik auf solidem Kurs
Am Jahresende 2017 kann der Wirtschaftsbereich Logistik voraussichtlich zum siebten Mal hintereinander ein stabiles Wachstum vermelden. Die Hochrechnung der Logistikweisen für den Umsatz lautet: 264 Milliarden Euro, für die Beschäftigtenzahl: 3,1 Millionen Menschen. Dies bedeutet ein Wachstum um 1,9 Prozent gegenüber 2016. Die Prognose für das Jahr 2018 liegt bei 2,2 Prozent Wachstum gegenüber dem laufenden Jahr. Nach der leichten Abkühlung im Sommer 2017 zeigt sich das Geschäftsklima des Wirtschaftsbereichs Logistik auf dem höchsten Wert seit sechs Jahren. In der Septemberumfrage 2017 des Logistikindikators, die am 23. Oktober veröffentlicht wurde, erweisen sich die Logistikdienstleister als Muntermacher, deren Lageeinschätzung und Erwartungswerte gleichermaßen nach oben weisen. Bei Industrie und Handel bewegen sich beide Werte auf dem Niveau des Sommers, jedoch leicht unter dem Vormonat. Insgesamt bedeutet dies: Das Geschäftsklima ist günstig, die Geschäftslage gut, der Personalbedarf nimmt zu – und die Preise werden voraussichtlich steigen. Die Logistik ist auf solidem Kurs. Die Geschäftslage hat den höchsten Wert seit Jahresanfang 2008 und die Geschäftserwartungen sind so gut wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren. Das konjunkturelle Gesamtbild ist hervorragend. Ende September veröffentlichten fünf Wirtschaftsforschungsinstitute, darunter auch das ifo-Institut, ihre Gemeinschaftsprognose Herbst 2017: der Aufschwung der deutschen Wirtschaft habe an Stärke und Breite gewonnen. Dies bestätigte auch das Bundeswirtschaftsministerium in seiner Herbstprojektion. Der Wirtschaftsbereich Logistik hat einen soliden Anteil an der Dynamik.

ifo-Institut neuer Partner beim Logistik-Indikator der BVL
Die Welt ist in Bewegung, es wird Neues gedacht und Digitales gelebt. Da ist es wichtig, einen verlässlichen Kompass zu besitzen. Seit 2008 ist der Logistik-Indikator der BVL ein wertvolles Instrument für Strategen und Planer der Logistik. Er gibt Orientierung und ist Seismograf für einen international stark verflochtenen Wirtschaftsbereich mit mehr als drei Millionen Beschäftigten in Deutschland.

Nach über neunJahren erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) wird die BVL den Logistik-Indikator nun gemeinsam mit dem ifo-Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München – weiterentwickeln: Auf einer deutlich vergrößerten Datenbasis, die die Aussagekraft des Indikators weiter erhöhen wird. Wissenschaftlicher Leiter ist Prof. Dr. Timo Wollmershäuser. Die Zusammenarbeit mit dem ifo-Institut ermöglicht es, den BVL-Logistik-Indikator mit dem ifo-Geschäftsklimaindex zu verbinden – und eine bessere Vergleichbarkeit und Positionsbestimmung der Logistik gegenüber anderen Wirtschaftsbereichen zu schaffen.

Programmschwerpunkte des Kongresses

Menschen, Analysen, Debatten
Am Kongress-Mittwoch treffen die Zuhörer im Plenum auf Dr. Frank Appel (Deutsche Post DHL), Prof. Reimund Neugebauer (Fraunhofer-Gesellschaft) und Christoph Keese (Axel Springer). Ihre Themen: Digitalisierung und disruptives Denken. „Think Different from a Global Perspective“ heißt es am Kongress-Donnerstag mit Prof. Robert Blackburn (Hoffmann), Soumitra Bhattacharya (Bosch Group Indien), Nuradin Osman (AGCO) und Prof. Ulrich Weinberg (Hasso Plattner Institut). Zum Abschluss des Kongresses am Freitag sprechen Dr. Richard Lutz (Deutsche Bahn), Tarek Müller (About you) und Martina Koederitz (IBM). Die Podiumsdiskussion am ersten Kongresstag steht ebenfalls unter dem Leitgedanken „Neues denken – Digitales leben“. Moderiert von Roland Tichy, dem Vorstandsvorsitzenden der Ludwig-Erhard-Stiftung, diskutieren Führungspersönlichkeiten aus Industrie und Logistikdienstleistung die Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation in Logistik und Supply Chain Management. Welche neuen Technologien sollten eingesetzt werden? Welche Kompetenzen benötigen die Mitarbeiter, und wie lassen sich diese vermitteln? Wo droht Gefahr durch Disruption? In der Diskussionsrunde dabei sind Peter Gerber (Lufthansa Cargo), Dr. Henry Puhl (Still), Boris Winkelmann (DPD) und Dr. Thorsten Winkelmann (Arvato SCM).

Ehrengäste Gauck und Kühne
Der Leitgedanke „Neues denken – Digitales leben“ begleitet auch die Gala am Abend des ersten Kongresstages im Estrel Congress & Messe Center, wo die Gäste ein abwechslungsreiches und interaktives Programm erwartet – und der Deutsche Logistik-Preis 2017 verliehen wird. Ehrengäste der Gala sind Bundespräsident a.D. Joachim Gauck und der Präsident der Kühne-Stiftung Prof. Klaus-Michael Kühne. Im Gespräch mit Prof. Thomas Wimmer, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der BVL geht es um humanitäre Logistik, gesellschaftlichen Zusammenhalt und bürgerschaftliche Initiative. „Freiheit heißt Verantwortung“, so eine der Kernthesen von Altbundespräsident Joachim Gauck.

Die Diesel-Diskussion logistisch betrachtet
Rund ein Drittel der Pkw und mehr als 90 Prozent der Nutzfahrzeuge werden derzeit von einem Dieselmotor angetrieben. Die z.T. gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung kann nur reduziert werden, wenn neben der Industrie und dem Energie- auch der Verkehrssektor einen Beitrag zur Emissionsreduktion leistet. Im Fokus der Politik steht derzeit ganz besonders der Umgang mit dieselangetriebenen Fahrzeugen. Gleichzeitig werfen die Betrugsvorwürfe ein schlechtes Licht auf die Automobilindustrie und hinsichtlich der geringen Verbreitung von Elektrofahrzeugen stellt sich die Frage nach der Innovationsfähigkeit der deutschen Leitindustrie. Welche Zukunft hat also noch der Dieselantrieb und welche Technologien haben das Potenzial ihn zu ersetzen oder wird Deutschland mit Tretroller und Lastenfahrrad in eine automobil- und emissionslose Zukunft fahren? Der Diskussion am ersten Kongresstag stellen sich der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller, Dr.-Ing. Joachim Damasky (VDA), Frank Dohmen (Der Spiegel) und Prof. Achim Kampker (Streetscooter). Die Moderation übernimmt Moritz Döbler, Chefredakteur des Weser-Kuriers.

Bekanntes neu gedacht – Die Fachsequenzen vom 25. bis 27. Oktober
„Neues denken“, „Digitales leben“, „Macher der Logistik“ und „Science & Research“ – in diese Themenbereiche gliedern sich die 16 Fachsequenzen des Kongresses. Mit Detailinformationen und Impulsen für die tägliche Arbeit geht es thematisch in die Tiefe.

Neues denken: Urbane Logistikkonzepte stehen am Mittwochnachmittag im Fokus. Wie kann eine massentaugliche, nachhaltige Innenstadtbelieferung in naher Zukunft aussehen? Am Donnerstagmorgen widmet sich eine Sequenz zur Globalisierung der Frage, wie es wirklich um den Welthandel steht. Nachmittags geben Unternehmer praktische Beispiele dafür, wie aus einem „alten“ ein „neues“ Geschäftsmodell werden kann. Die Elektromobilität als Komponentensystem aus Fahrzeug, Energieversorgung und Verkehrsinfrastruktur ist Thema am Freitagnachmittag.

Macher der Logistik: Führende Köpfe von Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistung, Wissenschaft und Politik berichten: Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft auf dem Weg von der humanitären Logistik zum Marshallplan für Afrika; Praxisbeispiele aus der digitalen Transportwelt; Lösungsansätze für einen reibungslosen Ablauf in der Omni-Channel-Logistik und erfolgreiche Konzepte für die Bewältigung der logistischen Herausforderungen im Online-Markt, wo ein kundenfreundliches Fulfilment zu möglichst geringen Kosten für die Kundenbindung unerlässlich ist.

Digitales leben: VR, AR, KI – anders, als man gemeinhin glaubt, sind viele digitale Technologien bereits rundum einsatzfähig und locken mit neuen Möglichkeiten. In den vier Sequenzen gibt es Tipps für die richtige Auswahl einer digitalen Technologie für das Lager, Praxisbeispiele für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning, Erfahrungsberichte zur Entwicklung einer „digitalen Fabrik“ und eine Einweisung in die Funktionsweise und den Nutzen der Blockchain-Technologie.

Science & Research: Das Finale des Wissenschaftspreises Logistik bildet den Auftakt am Kongress-Mittwoch. Am Donnerstagmorgen in der Thesis Conference stellen ausgewählte Träger des Thesis Awards ihre Arbeiten vor. Einige der mutigsten und extravagantesten Logistikvisionen stellen Experten in der Zukunftskonferenz am Nachmittag auf die Probe. Abschließend gibt es am Freitagmorgen „Neues aus den Logistik-Think-Tanks“: Spannende Studienergebnisse versprechen neue Erkenntnisse für den Teilnehmer und sein Unternehmen.

Deutscher Logistik-Preis 2017 geht an Bosch
Umfassende Neuausrichtung der Logistik senkt Kosten um 15 Prozent

Bosch ist Träger des Deutschen Logistik-Preises 2017 der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen einer Auftaktgala des 34. Deutschen Logistik-Kongresses.
Ein unternehmensübergreifender Ansatz und vorbildliche Durchgängigkeit sind Merkmale des diesjährigen Preisträgerprojektes von Bosch. Statt nur einzelne Supply-Chain-Segmente zu optimieren, hat die Logistik bei Bosch unter dem Leitgedanken „Striving for Supply Chain Excellence“ innerhalb von vier Jahren einen grundlegenden Veränderungsprozess durchlaufen, eine neue Rolle im Un-ternehmen eingenommen und über Total Cost of Ownership (TCO) beeindruckende Ergebnisse erreicht. Damit leistet auch die Bosch-Logistik einen wesentlichen Beitrag zum Transformationsprozess des Unternehmens. Schwerpunkt des Wandels ist insbesondere die zunehmende Vernetzung über das Internet der Dinge (IoT). Wie kein anderes Unternehmen bringt Bosch Know-how bei den „3S“ mit, die für das IoT wesentlich sind: Sensoren, Software und Services.

Die vier Segmente Transport, Warehousing, Packaging und Foreign Trade wurden zeitgleich, jeweils einzeln und in ihrem Zusammenspiel neu gestaltet und ausgerichtet. Die Geschäftsmodelle von Bosch sind sehr heterogen. Sie umfassen Waren und Dienstleistungen aus rund 100 Ländern, 20.000 direkte aktive Lieferanten, 270 Fertigungswerke, 800 Lagerstandorte und eine Viertelmillion Kunden. Das gesamte Produkt- und Service-Spektrum reicht vom OEM-Geschäft bis hin zu Konsumgütern. Mit Supply Chain Network Design (SCND) wurde ein ganzheitlicher Logistikansatz für alle entwickelt. Jedes einzelne Segment wurde hinsichtlich Organisation, Verantwortung, Methoden, Prozessen und IT neu aufgestellt.
„Das Netzwerk-Design unterstützt bei der Analyse und Optimierung kompletter Supply Chains und findet dabei nicht nur in bestehenden Lieferketten, sondern bereits im Produktentstehungsprozess Anwendung“, erläutert Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und zuständig für den Zentralbereich Einkauf und Logistik.

Das messbare Ergebnis: „Durch den umfangreichen Veränderungsprozess hat Bosch die Logistikkosten um weltweit rund 15 Prozent gesenkt. Dies war nur möglich mit Unterstützung aller Werke sowie der aktiven Mitarbeit aller Bosch-Logistiker“, erläutert Andreas Reutter, Mitglied der Geschäftsleitung des Zentralbereichs Einkauf und Logistik der Robert Bosch GmbH. Das Preisträgerprojekt ist nach Einschätzung der 17-köpfigen Jury mit Logistikexperten aus der Industrie, dem Handel, den Logistikdienstleistern und den Fachmedien innovativ im Zusammenspiel von zwei Entwicklungen: Logistik ist gestaltende Kraft und wesentlicher Treiber für Digitalisierung und Innovationen im Unternehmen. „Ein unternehmensdurchgängiges Projekt wurde in einer sensationell kurzen Zeit realisiert. Mich beeindruckt die Wandlungsfähigkeit des Traditionsunternehmens Bosch, dem es gelungen ist, seine Größe zu nutzen, um die Vernetzung der Regionen zu optimieren“, so der Juryvorsitzende Roland Tichy, Vorstandsvorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung.

Beispiele für die Effekte des Preisträgerprojektes:
Transport: Vor Beauftragung von Dienstleistern erfolgt eine Optimierung des Bosch-Netzwerkes. Das Design, die Planung und Operations wurde in eine regionale Verantwortung bei Bosch überführt. Die Transportkosten sanken um 20 Prozent.

Warehousing: Im Rahmen einer weltweiten Footprint-Analyse wurde die Zahl der Läger um rund 100 reduziert. Die Lagerkosten sanken um 15 Prozent.

Packaging: Entwicklung und Anwendung einheitlicher Prozesse und Reduzierung der Varianten. Die Realisierung der Maßnahmen zeigt eine Einsparung von 20 Prozent.

Foreign Trade: Die IT wird weiter harmonisiert und die Organisation der Au-ßenhandelsaktivitäten bei der zentralen Logistik für die Regionen vereinheitlicht. Die Zollkosten sanken um 5 Prozent. Das Unternehmen erwartet, dass die Zollkosten um weitere 5 Prozent zurückgehen werden. 

Datum:
25.10.2017
Unternehmen:
Bilder:
BVL

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