23. APRIL 2018

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Etikettieren mit System


Anwendungen Im Distributionszentrum der Dornbracht-Gruppe in Iserlohn werden Warensendungen verschiedenster Abmessungen automatisch mit Versand- und Inhaltsaufklebern versehen. Das am Förderband installierte Powersys-System appliziert zwei unterschiedliche Etiketten treffsicher auf die durchlaufenden Verpackungen.

Hohe Qualität, edles Design, Liebe zum Detail ? auf diese Werte stützt sich die Firmenphilosophie der Armaturenfabrik Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG aus Iserlohn. Das 1950 gegründete Familienunternehmen erzielt mit rund 700 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von mehr als 170 Millionen Euro. »Unsere Produkte bewegen sich im oberen Mittelklasse- und Luxussegment «, erklärt Dr. Boris Wernig, Leiter des Corporate Center Sales. »Aufgrund der hochwertigen Produkte stellen unsere Kunden auch hohe Anforderungen an ihre Betreuung und den Lieferservice. Das fängt bei der Verfügbarkeit der Waren an, geht über die Beschaffenheit der Verpackung und endet mit dem Auftreten des Spediteurs bei der pünktlichen Lieferung. Alles muss perfekt abgestimmt sein.«

Breite Produktpalette
Das Iserlohner Distributionszentrum von Dornbracht umfasst 8.500 qm und beherbergt rund 4.000 verschiedene Produkte. In zwei Schichten werden täglich etwa 1.200 Kommissionieraufträge ? vom Einzelauftrag bis zum Projektauftrag ? sorgfältig bearbeitet, was ein Versandaufkommen von rund 1.500 Paketen bedeutet. Die Aufgaben im Distributionszentrum unterhalb des vorhandenen Warenwirtschaftssystems übernahm 1999 im Zuge einer Modernisierung ein Lagerverwaltungssystem (LVS) mit automatisierter Materialflusssteuerung. Kommissioniert wurde jedoch weiterhin belegorientiert, wobei der Weitertransport der Waren und die Versandvorbereitung nun mittels automatischer Förderstrecken, Verpackungs- und Etikettiersysteme erfolgte. Letztere arbeiteten jedoch nicht immer störungsfrei, was zu nicht unerheblichen Verzögerungen im Versandbereich führte und auch Falschlieferungen zur Folge hatte.

Verbesserung war geboten
Mit der Zeit kam es immer öfter vor, dass die Etiketten mit den Empfängerdaten und Inhaltsangaben nicht lesbar bedruckt oder nicht korrekt auf die Kartons aufgebracht wurden. Rückstau an der Förderstrecke, Lieferverzögerungen und daraus resultierende Unzufriedenheit der Kunden waren kaum zu vermeiden. Reparaturmaßnahmen an den Label-Druckern und ?Applikatoren brachten nicht den gewünschten Erfolg. Versuchsweise wurden die Druckmodule gegen neue, leistungsfähigere Geräte ausgetauscht. Doch Störungen im Bereich der Applikationsmechanik führten schnell dazu, in ein neues Etikettiersystem zu investieren. Die Angebote wurden von Dornbrachts IT-Berater Sascha Link geprüft. Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten des Powersys-Etikettiersystems von Zetes-IND aus. Sascha Link: »Preislich lag zwischen den Angeboten kein großer Unterschied, aber Dornbracht brauchte einen Partner, der auf individuelle Anforderungen ein-gehen und gleichzeitig hohe Qualität bieten konnte.«

Feinfühlig aber robust
Zum einen mussten alle mechanischen Elemente und die Applikatoren robust sein, zum anderen musste das System zuverlässig, feinfühlig und flexibel mit den verschieden großen Paketen zurechtkommen und zudem auch noch einfach in der Handhabung sein. Bedingung für die Auftragserteilung an Zetes-IND war, die zuvor angeschafften neuen Druckmodule vom Typ Zebra 110PAX4 in das neue Etikettiersystem zu integrieren.

Enges Zeitfenster
Für den Zetes-IND stellte der Sonderwunsch des Kunden kein Problem dar, weil Powersys- Etikettiersysteme ohnehin für die Kombination mit Druckmodulen von Zebra, Sato oder Datamax vorgesehen sind. Auch das enge Zeitfenster für die Montage und Inbetriebnahme des neuen Systems wurde von Zetes-IND, Logisys (LVS) und Dornbracht-Systemberater Sascha Link optimal genutzt: Innerhalb von zwei Tagen musste das Etikettiersystem an der Förderstrecke aufgebaut und in die Materialflusssteuerung des LVS integriert werden, ohne den zweischichtigen Arbeitsablauf zu stören.
Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des neuen Etikettiersystems begann die Schulung der Mitarbeiter. Insgesamt wurden vier Versandmitarbeiter und zwei Schichtleiter mit der neuen Technik vertraut gemacht. Zusätzlich wurden zwei Techniker aus dem Bereich Maschinenbau in die Wartung der Geräte eingewiesen. Die Kommissionierer erhalten auch heute noch ihre Aufträge mittels Beleg. Sie entnehmen die Artikel dem Durchlaufregal und legen sie in einen Versandkarton, dem nun an der Frontseite ein Barcode- Etikett zur Identifizierung innerhalb des Fördersystems aufgeklebt wird.

Schnell und zuverlässig
An einer weiteren Station füllen Mitarbeiter die verschieden großen Kartons mit Füllmaterial auf, bevor die Behältnisse im Verlauf automatisch geschlossen und bandagiert werden. Erreicht ein Paket das automatische Etikettiersystem, liest ein Scanner den am Karton angebrachten Steuer-Barcode. Mit dieser Identifizierung werden vom LVS die zu druckenden Daten für das Versand- und das Inhaltsetikett abgerufen und an die beiden Druckwerke übermittelt. Zeitgleich wird der Karton vom Förderband bis zu einer Stoppvorrichtung innerhalb des Etikettiersystems transportiert und das Drucken der Aufkleber gestartet. Nachdem die Etiketten bedruckt sind, werden sie zu den Spendestempeln transportiert und mittels Vakuum auf die Stempel der Applikatorarme gesaugt. Das Applizieren der beiden Etiketten erfolgt zeitversetzt, wobei sich die Hubarme schnell, aber behutsam den unterschiedlich breiten beziehungsweise hohen Paketen nähern.

Faltenfreie Klebung
Der jeweilige Hubarm wird pneumatisch ausgefahren und drückt das Etikett so an die vorgesehene Stelle. Bei der Rückwärtsbewegung wird das Etikett noch mit Überdruck an das Paket gepresst, sodass eine saubere und faltenfreie Klebung gewährleistet ist. Das seitlich angebrachte Etikett enthält eine Auflistung der beinhalteten Artikel, das an der Oberseite des Kartons angebrachte dient als Versandadressaufkleber. Sind die Etiketten auf dem Versandkarton angebracht, erhält das Fördersystem eine Bestätigung, worauf das Paket zum Warenausgang transportiert wird.
»Ein großer Vorteil der Etikettiersysteme von Powersys ist die zuverlässige und zukunftssichere Steuerung durch die PLC S7 von Siemens«, sagt Sascha Link. »Robuste Relais gewährleisten das problemlose Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Die Steuerung der einzelnen Schritte ist leicht nachzuvollziehen und bietet uns die gewünschte Flexibilität bei Änderungen oder Anpassungen.« Seit der Installation des Systems hat es keine nennenswerten Störungen gegeben. Vor Eingriffen wie dem Farbbandwechsel signalisiert eine Ampel den Servicebedarf, sodass ein Mitarbeiter sofort eingreifen und die Betriebsbereitschaft wiederherstellen kann. Apropos Mitarbeiter: Bei ihnen stößt das neue System auf breite Akzeptanz. Kein Wunder, denn Arbeiten wie zum Beispiel das Auswechseln der Etiketten-Trägerrollen nach jeweils 3.000 Paketen können mit wenigen Handgriffen erledigt werden.
www.zetesind.com

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