21. APRIL 2018

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Feiner fertigen


Unternehmen Bito, Spezialist für Lagertechnik, Behältersysteme und Projektabwicklung, blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück – und stellte parallel dazu die Weichen für die Zukunft. So entstand am Standort Meisenheim für 16 Mio. Euro eine neue, hochmoderne Regalfertigung.

2007 konnte die Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH ihren Umsatz um 25 Prozent auf 125 Millionen Euro steigern. Im gleichen Zeitraum wuchs die Zahl der Mitarbeiter um zehn Prozent. Derzeit beschäftigt Bito an seinen zwei deutschen Fertigungsstandorten Meisenheim (Metallverarbeitung) und Lauterecken (Kunststoffverarbeitung) sowie in 14 Tochterunternehmen in West- und Osteuropa rund 700 Mitarbeiter. Und jeden einzelnen davon weiß man am Firmensitz im rheinland-pfälzischen Meisenheim zu schätzen. »Was unser Unternehmen in besonderer Weise auszeichnet, ist die hohe Qualifikation unserer Mitarbeiter«, betont Bito-Geschäftsführer Detlef Ganz. Spezielle Ausbildungsprogramme des tradi¬tionsreichen Familienunternehmens reichen von der Fachausbildung bis zum Studium. Bito besitzt eine Ausbildungsquote von sechs Prozent und beschäftigt zurzeit 34 Azubis, die in 13 verschiedenen Berufen ausgebildet werden. Zum Programm gehören auch drei duale Studiengänge, die in enger Zusammenarbeit mit der Berufsakademie Mannheim angeboten werden. Zu dieser Ausbildung zählen unter anderem auch Aufenthalte bei den Tochterunternehmen von Bito im Ausland.

Auszeichnung von der IHK
»Zur Nachwuchssicherung führen wir gemeinsam mit Schulen Ausbildungstage oder Messebesuche durch und bieten zudem regelmäßig Praktikantenstellen an«, berichtet Bito-Chef Ganz. Im vergangenen Jahr erhielt sein Unternehmen für wirkungsvolle Personalentwicklungsmaßnahmen eine Auszeichnung der Industrie- und Handelskammer.
Das breite Produktportfolio von Bito reicht vom Behälter über diverse Regale, Stückgut-Durchlaufsysteme, automati¬sche Kleinteilelager und Kommissionieranlagen bis hin zu kundenspezifischen Lösungen im Zuge anspruchsvoller Projektabwicklungen. Für den direkten Kontakt zum Kunden sorgt dabei der Direktvertrieb. Geschäftsführer Ganz: »Damit können wir unsere Kunden individuell beraten und ihre Anforderungen in unsere Innovationen einfließen lassen.« Apropos Innovationen: Die neue, für 16 Millionen Euro realisierte Schwerlastregal-Fertigung am Standort Meisenheim ist laut Bito »die modernste Regalfertigung Europas«. In der unlängst in Betrieb genommenen Produktionshalle werden ausschließlich Teile für die neue Palettenregal-Familie PRO (Paletten-Regal-Optimierung) gefertigt.
Mit den PRO-Produkten hat Bito sein Angebot an Palettenregaltechnik komplettiert. Das PRO-Sortiment ermöglicht den Meisenheimern, mit einer homogenen Familie aus Stützen und Traversen anforderungsgerechte Palettenregale für jede Belastung wirtschaftlich zu realisieren. Die PRO-Stützenfamilie für Feldlasten von 6.000 bis 30.000 kg besteht aus neun verschiedenen Stützen mit 80 bis 140 mm Breite. In besonderen Fällen und mit spezieller Verbandkonstruktion sind sogar Lasten bis 40.000 kg möglich. Weitere Bausteine von zentraler Bedeutung innerhalb der neuen Palettenregal-Familie sind die Traversen vom Typ Twin-Top. Die Traversen gibt es in sechs verschiedenen Höhen von 95 bis 170 mm und für die Belastung mit Europaletten von 600, 800 und 1.000 kg Einzellast (ausgehend von Fachlasten bezogen auf 3.300 mm Feldbreite). Ansonsten fungieren auch bei der Palettenregal-Familie PRO die Stützen als Basis für den Palettenregal-Baukasten. Neben der stetigen Entwicklung und Produktion neuer Produkte von größtmöglicher Fertigungstiefe hat die Bito-Geschäftsführung auch die Fortentwicklung des Projektgeschäfts fest im Blick. Dabei registriert Michael Fritz, Produktbereichsleiter für automatisierte Läger und Leiter der Projektabteilung, verschiedene Trends. Einer dieser Trends ist der verstärkte Einsatz von automatisierten Systemen. »Dafür«, so Fritz, »liefern wir die Regaltechnik, die Bühnen, die Behälter sowie Kunststoff- und Stahltablare.« In der Pharma¬industrie, etwa für den Pharma-Großhändler von der Linde, hat sich die Bevorratung und Bereitstellung der Artikel in einem automatischen Kleinteilelager mit integrierten Durchlaufebenen zur Befüllung der Schachtautomaten bewährt.

Schnelle Reaktion auf den Markt
Ebenfalls im Trend liegt die Direktkommissionierung aus dem automatischen Kleinteilelager zur Steigerung der Kommissionierleistung. Dazu werden im unteren AKL-Bereich intelligente, meist mit Pick-by-Light-Anzeigen ausgestattete Durchlaufebenen integriert. Darüber hin¬aus registriert Bito eine verstärkte Nachfrage nach flexibler Lagerung von Kartons mit unterschiedlichen Abmessungen in allen Regalfächern sowie einen erhöhten Bedarf an Mehrplatzlagern mit Auflagepaneelen. Die von Bito neu entwickelte Lösung mit Steck-Paneelen zum Beispiel wendet Papstar an, ein bekannter Anbieter von Einweggeschirr und Verpackungsmaterialien. Immer öfter zum Einsatz kommt inzwischen auch das Verfahren, mehrere Bediengeräte pro Gasse über¬einander zu benutzen.
Zu den jüngsten Highlights im Projektgeschäft von Bito zählten ein Bühnenprojekt für C&A in der Slowakei und die Errichtung eines neuen Verteilzentrums für die Drogeriekette dm in Weilerswist. In der Slowakei installierte Bito eine Bühnenanlage mit 56.000 Quadratmetern Fläche auf drei Ebenen und Hängewarenlager mit beeindruckenden 35.000 Laufmetern Kleiderstange. Der Auftragswert belief sich auf 4,7 Millionen Euro.

Erfolgreiches Projektgeschäft
Für die erfolgreiche Drogeriemarkt-Kette dm lieferten die Meisenheimer Lagertechniker Regalanlagen und Palettendurchlaufkanäle mit einem Auftragswert von 5,1 Millionen Euro. Projektabteilungsleiter Michael Fritz: »C&A und dm waren für uns ein großer Erfolg und auch die Bestätigung dafür, dass wir uns in die richtige Richtung entwickeln.“
Die Exportquote von Bito Lagertechnik beträgt mehr als 50 Prozent, wobei der Umsatzanteil der Bito-Gruppe im Ausland allein seit dem Jahr 2000 um etwa 20 Prozent gewachsen ist.

AKL für den Airport von Qatar
Aktuelle Beispiele für das Auslandsgeschäft sind die Lieferung eines automatischen Kleinteilelagers für den Flughafen Doha in Qatar und die Lieferung von Palettenregal-Anlagen und von Durchlaufregalen für Paletten und Behälter an Office Depot in Großostheim. (Office Depot zählt zu den weltweit führenden Lieferanten von Büroartikeln. Damit sich die positive Entwicklung des Unternehmens fortsetzt, hat das Management weitere Märkte ins Auge gefasst. Dabei richtet sich der Blick auf die USA, auf die Golfstaaten und auf Asien.)
Aber auch Bito denkt global. Im Zuge der weiteren Internationalisierung des Unternehmens spielen auch die sogenannten Emerging Markets eine wichtige Rolle. So hat der Mittelständler aus Meisenheim bereits vor einiger Zeit ein Vertriebs-Joint Venture mit Nilkamal Plastics, Indiens führendem Hersteller von Kunststoffprodukten, gegründet. Die gemeinsame Tochtergesellschaft der beiden Unternehmen heißt Nilkamal Bito Storage Systems und wird vom Nilkamal-Sitz Mumbai aus geleitet. Fertigungsstandort ist Jammu im Norden Indiens. Dort fertigt Bito seit März 2007 verschiedene Regalanlagen, mit denen das Unternehmen einen neuen Markt erschließen möchte.

Wichtige Zielmarke erreicht
Bito-Geschäftsführer Detlef Ganz sieht das Indien-Engagement seines Unternehmens auf einem guten Weg: »Auch hier sind wir sehr gut aufgestellt und haben mit dem ersten Produktionsstandort außerhalb Europas eine wichtige Zielmarke erreicht.«

www.bito.de

Ausgabe:
lj 02/2008
Unternehmen:
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