21. APRIL 2018

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Wiederaufbereitungs-Anlage


Strategien Das Rental-Geschäft hat für die Anbieter von Flurförderzeugen über die Jahre klar an Bedeutung gewonnen. Nur: Wer viele Stapler vermietet, bekommt auch viele Stapler zurück. Was aber machen mit den Gebrauchtgeräten? Jungheinrich hat die Lösung.

Ihr zentrales Aufarbeitungswerk für gebrauchte Gabelstapler in Klipphausen nahe Dresden betreibt die Jungheinrich AG bereits seit 2006. Die Zahl der generalüberholten Geräte allerdings ist seit dem Beginn der Aufarbeitungsaktivitäten deutlich gestiegen. Parallel dazu wurde die Zahl der in Klipphausen beschäftigten Mitarbeiter von Jungheinrich verdreifacht. In seinem Gebrauchtgeräte-Zentrum arbeitet Jungheinrich eigene Gabelstapler für den europäischen Markt auf. Grund für die Etablierung des Aufarbeitungswerks war die steigende Zahl von Rückläufern.

Fit für ein zweites Staplerleben
Rückläufer werden jene Flurförderzeuge genannt, die nach Ablauf der mit Kunden geschlossenen Überlassungsverträge zurückgenommen werden. Hintergrund: Jeder dritte Stapler wird heute gemietet oder geleast. Da die von Jungheinrich zurückgenommenen Geräte aber in der Regel für ein zweites Staplerleben fit gemacht werden können, lag die Einrichtung eines professionell vorgehenden Aufarbeitungszentrums nahe. »Darüber hinaus wollten wir mit dieser Maßnahme die Fremdvergabe von Aufarbeitungsverträgen vermeiden und die eigenen Werkstätten in unseren Vertriebsorganisationen entlasten«, erklärt Ronald Ohlrogge, Leiter Miete, Gebrauchtgeräte und Werkstätten bei Jungheinrich. Gegründet wurde die Gebrauchtgeräte-Zentrum Dresden GmbH & Co. KG am 1. Juni 2006. Bis Ende 2006 arbeiteten 25 Mitarbeiter im Ein-Schicht-Betrieb insgesamt 600 Fahrzeuge auf. Im Jahr 2007 stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 75. Jetzt wurden – teils auch im Zwei-Schicht-Betrieb – bereits 2.800 Fahrzeuge aufgearbeitet. Doch das Arbeitsaufkommen stieg weiter. Vor diesem Hintergrund wurde am 1. Januar 2008 die zweite Ausbaustufe des Gebrauchtgeräte-Zentrums in Betrieb genommen. Im Zuge dessen wurde die Produktions- und Lagerfläche von 5.000 auf 11.500 Quadratmeter erweitert. Aus gutem Grund, denn, so Ronald Ohlrogge: »Für das laufende Jahr rechnen wir mit einer Stückzahl von etwa 4.500 Fahrzeugen.«

Nicht neu aber neuwertig
Die Aufarbeitung erfolgt nach dem Prinzip der flexiblen Linienfertigung und ist in elektro- und verbrennungsmotorische Gabelstapler unterteilt. Die bei Jungheinrich in Klipphausen ankommenden Flurförderzeuge durchlaufen einen Eingangs-Check und werden anschließend in ihre einzelnen Baugruppen zerlegt. Die Baugruppen werden instand gesetzt, sicherheitsrelevante Teile ausgetauscht. Generell gilt, dass die instand zu setzenden Fahrzeug mit Jungheinrich-Originalteilen neu aufgebaut werden. Die abschließende Lackierung des Gabelstaplers erfolgt in Kfz-Qualität. »Selbst ein Fachmann«, ist Ronald Ohlrogge sich sicher, »kann nur schwer den Unterschied zwischen einem neuen Gabelstapler und einem in unserem Gebrauchtgeräte-Werk aufgearbeiteten Gerät ausmachen.« Was man aber ohne Mühe feststellen kann, ist der Preisunterschied zwischen einem neuen Stapler und einem aufgearbeiteten Gerät. Der runderneuerte und danach durchaus neuwertige Stapler kostet 30 bis 40 Prozent weniger als das gerade vom Band laufende, vergleichbare Neugerät.
Neben der Entwicklung und dem Bau von Neugeräten und der Aufarbeitung seiner gebrauchten Gabelstapler richtet Jungheinrich sein Augenmerk auch auf das Geschäftsfeld »Logistiksysteme«. Und das nicht erst seit gestern.

Erfolge als Generalunternehmer
In den zurückliegenden Jahren hat der Hamburger Anbieter seine Aktivitäten im Bereich »Logistiksysteme« Schritt für Schritt ausgebaut. Den Fokus legt Jungheinrich dabei auf maßgeschneiderte Lösungen – seien es nun manuelle Lagersysteme mit Warehouse Management System und Datenfunk, vollautomatische Anlagen mit Regalbediengeräten und Fördertechnik oder unterschiedliche Kombinationen aus beidem. Dabei steht Jungheinrich den Kunden vom ersten Tag an zur Seite: von der Beratung über die Planung, Projektierung und Systemintegration bis hin zum Service im laufenden Betrieb. Die ausgeprägte Kundenorientierung des Intralogistikers von der Elbe zahlt sich aus. So erhielt Jungheinrich allein im Herbst 2007 zwei Großaufträge im Wert von mehr als 16 Millionen Euro. Für die Keller & Kalmbach GmbH errichtet der Intralogistiker als Generalunternehmer ein neues Logistikzentrum in Hilpoltstein. Das System, für das Jungheinrich im November 2007 den Zuschlag erhielt, besteht aus einem vollautomatischen Paletten-, Karton- und Tablarlager mit 14 Regalbediengeräten. Hinzu kommen komplexe Fördertechnik, zehn Kommissionierarbeitsplätze sowie das Lagerverwaltungssystem und verschiedene, mit Datenfunk ausgestattete Flurförderzeuge. Nach Fertigstellung können in der Anlage 5.350 Paletten, 164.160 Kartonagen und 8.060 Tablare gelagert werden. Die Inbetriebnahme des 36 Meter hohen Systems ist für das Frühjahr 2009 geplant.

Vollautomatisches System
Schon in diesem April wird das neue Distributionszentrum des griechischen Logistikdienstleisters Trade Logistics S.A. seine Arbeit aufnehmen. Hier errichtete Jungheinrich ein automatisches Logistiksystem mit 54.000 Palettenplätzen. Unter Berücksichtigung der mit 9,50 Meter relativ niedrigen Bauhöhe (die gegen den Einsatz von Regalbediengeräten sprach) und der hohen Umschlagleistung kommen bei Trade Logistics sieben automatisierte Schmalgangstapler zum Einsatz. Darüber hinaus sorgen zwei manuell bedienbare Schmalgangstapler, zwölf Elektrostapler und zwei Niederhubwagen für reibungslose Logistikabläuf. Alle Fahrzeuge sind mit einem speziellen Informationssystem (ISM) zur Zugangskontrolle ausgestattet. Darüber hinaus zeichnet ISM Einsatzdaten auf und ermöglicht Auswertungen rund um das Staplermanagement. Als Generalunternehmer sorgte Jungheinrich bei der griechischen Trade Logistics S.A. auch für die Installation einer Fördertechnik-Anlage und eines intelligenten Lagerverwaltungssystems.

www.jungheinrich.de

Ausgabe:
lj 02/2008
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