20. JANUAR 2018

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Feine Verbindung


Praxis Securitas optimiert die Qualität seiner Dienstleistungen mit multifunktionalen Handterminals. Dabei dient das UMTS-Funkmodul der Online-Kommunikation und der Videobild-Übertragung. Barcode- bzw. RFID-Leser registrieren die besuchten Kontrollstationen.

Securitas, Spezialist für Sicherheitslösungen, ist hierzulande Marktführer seiner Branche. Im Geschäftsjahr 2006 erwirtschaftete die deutsche Konzerndivision mit 14.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 420 Millionen Euro. Um derlei Erfolge zu erzielen, entwickelt Securitas für seine Kunden Dienstleistungen nach Maß. Dabei kombinieren integrierte Sicherheitslösungen (ISL) Leistungen aus den Bereichen Sicherheitsdienste und Sicherheitstechnik, ohne dass der Kunde in technisches Equipment investieren muss. Zu den ISLs zählen auch die Installation von Videoüberwachungstechnik für den Objektschutz oder der Einsatz mobiler Datenterminals zur Unterstützung des Securitas-Personals auf seinen Kontrollgängen.
Vor der Einführung mobiler Datenterminals kontrollierten die Sicherheitsmitarbeiter das jeweilige Objekt in mehreren Kontrollschritten. Zunächst führte der zuständige Mitarbeiter eine Verschlusskontrolle durch, in der er prüfte, ob alle Fenster und Türen verschlossen sind. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass das Objekt ausreichend gesichert war, begab er sich auf die vorgeschriebenen Kontrollgänge im Innen- und Außenbereich. Diese Art der Objektsicherung barg jedoch Sicherheitslücken, denn sobald der Mitarbeiter einen Kontrollpunkt passiert hatte, war dieser Bereich so lange ungeschützt, bis der Securitas-Mann auf seiner nächsten Runde wieder an diesem Punkt vorbei kam. Auch bei Alarmmeldungen konnte der Sicherheitsmitarbeiter nur reagieren, wenn er gerade zufällig an der richtigen Stelle war.

Unbefriedigende Ausgangslage
Wenn Überwachungskameras im Einsatz waren, konnten im Nachhinein Videoaufzeichnungen ausgewertet werden. Diese blieben jedoch oft erfolglos, da Personen kaum zu identifizieren waren und eine weitere Verfolgung somit aussichtslos erschien. Die einzige Möglichkeit, das Problem zu lösen, schien zunächst der Einsatz einer weiteren Sicherheitskraft zu sein, welche die Bilder der Videokameras in einer Zentrale überwachte und bei Unregelmäßigkeiten den Kollegen auf dem Werksgelände informierte. Konsequenz: Für Kunden, die zuvor nur einen Sicherheitsmitarbeiter im Einsatz hatten, erhöhten sich die Kosten.
Die Problematik der Sicherheitslücken bei Objekten, die nur von einem Mitarbeiter überwacht werden, führte bei Securitas schließlich zur Suche nach einer mobilen Lösung, die den Sicherheitsmitarbeiter auf seinen Kontrollgängen durch das Werksgelände begleiten und ihm dabei die Informationen einer virtuellen Zentrale bieten sollte. »Die vielfältigen Anforderungen der unterschiedlichen Einsatzgebiete schränkte das Angebot an Geräten stark ein. Robustheit und Schutz vor Staub und Feuchtigkeit hatten hohe Priorität bei der Auswahl geeigneter Handterminals«, erklärt Manfred Görg , Prokurist und Vertriebsleiter der Securitas Sicherheitsdienste Verbundregion Mitte in Frankfurt. »Die Geräte sollten bei Regen genauso zuverlässig arbeiten wie bei extrem niedrigen Temperaturen, wie sie unsere Mitarbeiter beispielsweise in Kühlhäusern vorfinden. Darüber hinaus müssen die Terminals Stöße und Stürze überstehen, und das über viele Jahre hinweg.« Ein großes, kontrastreiches Farbdisplay mit Touchpanel und Lesemöglichkeiten für Barcodes und RFID-Transponder rundeten die Anforderungen von Securitas an die zu beschaffende Hardware ab.

Schnelle Online-Verbindung
Am Ende fiel die Wahl auf das Casio-Handterminal DT-X11. Das robuste Gerät ist mit einem UMTS-Funkmodul ausgerüstet, das eine schnelle Online-Verbindung ermöglicht und notfalls auf die etwas langsamere Übertragung via GSM/GPRS zurückschaltet. Schnell konkretisierte sich auch die Idee einer virtuellen Zentrale, die den Mitarbeiter bei seinem Kontrollgang über Unregelmäßigkeiten informiert und bei Bedarf Kamerabilder von dem betroffenen Bereich auf das Display des Terminals überträgt.
Da Casios Kernkompetenz in der Entwicklung und Produktion von Hardware liegt und individuelle Anwendungs-Software ausgewählten Partnern überlässt, wurde im Falle der Securitas-Lösung das Gießener Systemhaus Identass ins Boot geholt. Mark Schäfer, Geschäftsführer der Identass GmbH & Co. KG, erinnert sich: »Die Zusammenarbeit mit Securitas war sehr befruchtend. Die nicht alltägliche Aufgabenstellung und die enge Zusammenarbeit mit den Vertriebsmitarbeitern von Securitas haben zu einer umfassenden Lösung geführt. Der modulare Aufbau des Casio-Handterminals mit integriertem Barcodescanner und nachrüstbarem RFIDModul, die hohe Computerleistung mit Windows CE sowie die Robustheit des Gerätes machen das DT-X11 zum idealen Multifunktionsterminal für den Einsatz im Objektschutz und auch für andere Anwendungen im Sicherheitsdienst.«
Bei Arbeitsbeginn startet der Securitas-Mitarbeiter das Terminal, wählt im Anmeldungsbildschirm sein Benutzerprofil aus, bestätigt die Anmeldung mit seinem Passwort und gelangt ins Hauptmenü, in dem ihm benutzer- und situationsspezifische Anwendungsmodule zur Verfügung stehen. Die Einrichtung von Benutzerprofilen ist sinnvoll, da die einzelnen Sicherheitsmitarbeiter nur die Applikationen nutzen sollen, die auch für sie vorgesehen sind. Nur der Administrator hat Zugriff auf alle Funktionen des Programms.
Nach der nötigen Anmeldung beginnt der Mitarbeiter mit seinem Kontrollgang. Auf seiner Strecke liegen diverse Kontrollpunkte, an denen Barcode- oder RFID-Marken angebracht sind. Durch Einlesen ist sichergestellt, dass der Mitarbeiter seine Runde vorschriftsmäßig absolviert. Zudem wird der zeitliche Verlauf des Kontrollgangs dokumentiert.
Auch bestimmte Überprüfungen an den einzelnen Kontrollpunkten kann der Securitas-Kunde vorgeben, sodass über das mobile Terminal verschiedene Abfragen erfolgen und quittiert werden müssen. So kann das Sicherheitspersonal etwa anhand einer Checkliste überprüfen, ob die Bürogebäude ordnungsgemäß verlassen, alle Türen verschlossen wurden und die Beleuchtung ausgeschaltet ist.

Die Sicherheit fest im Blick
Ein Highlight der mobilen Sicherheitslösung mittels Handterminal ist das Videomodul. Über UMTS-Mobilfunk kann der Security-Mitarbeiter online auf den zentralen Videoserver aller Überwachungskameras zugreifen und sich so die Live- Bilder der diversen Kameras ansehen. Wird an einem videoüberwachten Bereich durch Bewegungsmelder Alarm ausgelöst, erhält der Mitarbeiter sofort per E-Mail eine Nachricht auf sein Handterminal. Nun kann er sich das Kamerabild anzeigen lassen und überprüfen, ob Handlungsbedarf besteht. Dabei kann er von seinem Terminal aus Kamerafunktionen wie Zoom oder Schwenk steuern. Der Sicherheitsmitarbeiter hat somit alle Bereiche des Objekts unter Kontrolle, obwohl er sich auf seinem Rundgang befindet. Über eine am Eingangstor angebrachte Kamera kann er auch Besucher identifizieren und ferngesteuert Zutritt gewähren. Der Einsatzbereich des Sicherheitspersonals wird durch das Datenterminal erheblich erweitert. Mittels Headset kann die Telefoniefunktion des Terminals genutzt werden. Dabei besteht die Möglichkeit, nur bestimmte Rufnummern freizugeben. Ebenso lassen sich E-Mails empfangen, schreiben und versenden. Bei Kontrollgängen bzw. bei außergewöhnlichen Ereignissen kann das Sicherheitspersonal Einträge in das elektronische Wachbuch »E-Guarding« generieren. Hierdurch wird eine hohe Informationsdichte gewährleistet.

Weitere Anwendungsmodule
Neben den Funktionen, die im Objektschutz genutzt werden, hat Casio-Softwarepartner Identass weitere Anwendungsmodule für das Terminal programmiert. So kann beispielsweise für Kunden aus der Lebensmittelbranche das Überwachen und Dokumentieren von Temperaturwerten der nachts oder am Wochenende auf dem Firmengelände abgestellten Kühlfahrzeuge durchgeführt werden.
Für den Einsatz bei Großveranstaltungen verfügt das DT-X11 über ein Software- Modul für die Zutrittskontrolle. Damit kann die Gültigkeit eines Tickets oder Ausweises mobil und mit direkter WLAN-Anbindung an einen PC überprüft werden. Somit wird zum Beispiel der mehrfachen Nutzung eines Ausweises entgegengewirkt. Darüber hinaus kann über ein im System gespeichertes Profil und über ein hinterlegtes Foto abgefragt werden, ob die überprüfte Person zugangsberechtigt ist.

Viele Erweiterungsmöglichkeiten
»Obwohl unsere Software für das DT-X11 schon ein umfassendes Funktionsspektrum bietet, sehen wir noch viele Erweiterungsmöglichkeiten «, betont Identass- Geschäftsführer Mark Schäfer. So ist etwa eine sogenannte Totmann-Funktion geplant, die regelmäßig prüft, ob der Sicherheitsmitarbeiter noch aktiv mit dem Terminal arbeitet und ihn gegebenenfalls dazu auffordert, dies mittels Taste oder Touchscreen zu betätigen. Falls keine Bestätigung erfolgt, löst das Terminal via Mobilfunk Alarm aus. Auch eine Navigationsfunktion mit GPS-Unterstützung ist vorstellbar. www.casio-b2b.com/de www.identass.de

Ausgabe:
lj 03/2008
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