21. APRIL 2018

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Darf’s auch etwas mehr sein?


Praxis 16 Meter lang, fünf Meter breit, vier Meter hoch – und das mal zwei: per Tieflader und Binnenschiff hat Logwin Road + Rail einen in zwei Teile zerlegten Thermoreaktor von Polen aus 1.000 km weit in den Raum Aachen transportiert.

Der Schwertransport mit einem Gesamtgewicht von rund 75 Tonnen erfolgte im Auftrag von Dürr Systems, Anbieter von Maschinen und Anlagen für die Automobilindustrie. Empfänger war der Dürr-Kunde Toho Tenax in Heinsberg bei Aachen. Der Hersteller von Kohlenstoff-Fasern erweitert seine Produktionsanlagen und wird den Thermoreaktor zur Abluftreinigung einsetzen. Die Größe der Reaktorteile war selbst für Schwertransport-Verhältnisse beachtlich. Ein durchgehender Straßentransport jedenfalls war nicht möglich war. Einen Teil des Weges legte der Reaktor deshalb per Binnenschiff zurück. Für den Transportweg »Wasserstraße « sprachen zwei Faktoren: Die Übergrößen trafen auf weniger Hindernisse, und zeitliche Einschränkungen wie beim Straßentransport gab es nicht. Dennoch: Insgesamt mussten für die Realisierung des Projekts drei Wochen veranschlagt werden. Logwin verlud die beiden Reaktorteile am polnischen Produktionsort Niemodlin auf zwei Kesselbrücken. Im Konvoi, bestehend aus dem Schwertransport, einem Sicherheitsfahrzeug und einem Polizeiwagen, ging es dann zu nächtlicher Stunde auf den Weg zum 25 Kilometer entfernten Hafen von Opole. Von Opole aus wurde die Reise per Motorgüterschiff fortgesetzt. In Wroclaw – nach längeren Trockenzeiten war die Oder nur noch bedingt schiffbar – brachte Niedrigwasser den Transport zum Stillstand, da nur bis dort der Wasserstand durch Schleusen reguliert wird. Bei Binnenschiff-Transporten im Sommer allerdings muss dieses Hindernis auf der genannten Route einkalkuliert werden.

Langer Wasserweg
Nach zwölf Tagen öffnete das polnische Wasser- und Verkehrsamt Wasserspeicherbecken der Oder. Auf der so entstehenden »Welle« konnte der Transport seine Fahrt wieder aufnehmen. Von der Oder ging es über den Oder-Spree- Kanal und die Havel durch Ostdeutschland, anschließend in den Mittellandkanal, von dort aus in den Dortmund-Ems-Kanal und schlussendlich auf den Rhein. Nach zusammengenommen neuntägiger Reise auf dem Wasser erreichte das Binnenschiff den Krefelder Hafen. Für das Entladen musste Logwin kurzfristig zwei 250-Tonnen- Mobilkräne organisieren, da der Hafenkran kurz vor der Ankunft des Schiffes ausgefallen war. Aber auch diese Hürde wurde genommen. Der Transport konnte fortgesetzt werden. Aufgrund von Größe und Gewicht der zu bewegenden Teile kam dafür nur die Autobahn infrage. Da hier eine Höhe von 4,45 m nicht überschritten werden darf, musste der Reaktor zwischen die Träger des Tiefladers gelegt werden. Dadurch erhöhte sich die Breite des Transports auf 5,60 m. Kurz vor dem Ziel hatte der Schwertransport noch drei Kreisverkehre zu überwinden. Um diese ohne Schaden durchfahren zu können, mussten Straßenschilder entfernt werden. Problemlos aber dann die Entladung per Autokran: Dank sorgfältiger Vorbereitung verlief sie absolut reibungslos. Nach gut drei Wochen und knapp 1.000 Kilometern war der Thermoreaktor am Ziel.

Langjährige Erfahrung
Auch im beschriebenen Fall profitierte das Logwin-Geschäftsfeld Road + Rail von seiner langjährige Erfahrung in der Realisierung von Projekttransporten, die häufig eine Verknüpfung von Lkw, Bahn und Binnenschiff erfordern. Die Logwin AG mit Sitz Grevenmacher (Luxemburg) entwickelt ganzheitliche Logistik- und Servicelösungen für Industrie und Handel. 2007 erzielte der Konzern einen Umsatz von 2,0 Mrd. Euro. Logwin beschäftigt 8.600 Mitarbeiter in 44 Ländern. Das Unternehmen ist in allen wichtigen Märkten aktiv und verfügt über 400 Standorte auf allen Kontinenten. Mit den Geschäftsfeldern Solutions (kundenorientierte Kontraktlogistiklösungen), Air + Ocean (weltweite Luft- und Seefrachtaktivitäten) und Road + Rail (Land- und Spezialverkehre in Zentral-, West- und Osteuropa) gehört die Logwin AG zu den führenden Unternehmen am Markt.

Umfassende Leistungen
Das Geschäftsfeld Road + Rail verbindet mit Netzwerken in den Kernmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz die Regionen West- und Osteuropa über internationale Linienverkehre. Damit können Kunden europaweit auf umfassende Speditions-, Lager- und Mehrwertleistungen im Straßen- und Schienenverkehr zurückgreifen.
www.logwin-logistics.com

Ausgabe:
lj 05/2008
Unternehmen:
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