21. APRIL 2018

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Perfekte Konzepte


Programme

Praxis: Bei Paris betreibt Urban Logistique eine Plattform, die den französischen Markt mit Ersatzteilen für Stapler von Still und Fenwick- Linde versorgt. Seit dem Start des Systems wurde kontinuierlich in die IT-Architektur und damit in die Optimierung der Prozesse investiert.

>Die fortgesetzte Optimierung der Abläufe seit Inbetriebnahme des Systems im Jahr 2005 hat dauerhafte Erfolge gezeitigt: hohe Prozesssicherheit auch bei wachsenden und wechselnden Anforderungen, Transparenz im Bestandsmanagement, lückenloses Tracking & Tracing sowie ein Servicegrad von konstant über 99 Prozent. Zudem konnten die Kosten für die Kunden flexibilisiert und weiter gesenkt werden. Dahinter steckt ein ausgeklügeltes Mehrmandantenkonzept, das vom Urban-Transporte-Hauptsitz in Pullach bei München entwickelt und umgesetzt worden ist.
Das System in Elancourt wird in Expertenkreisen vielfach als State-of-the-Art-Lösung betrachtet. Im Jahr 2007 kam Anerkennung auch von offizieller Seite, als die Anlage in der Nähe von Paris mit der »Trophée d’Or Automatisation et Mécanisation« ausgezeichnet wurde. Auf dem französischen Markt trägt das Zentrallager damit das Gütesiegel »beste europäische Logistik-Plattform 2007«. »Diese Auszeichnung«, so Dirk Sadler, Geschäftsführer der Urban-Transporte GmbH, »ist ein wichtiger Meilenstein für die gesamte Urban-Gruppe und zudem eine Bestätigung dafür, dass wir mit der Entwicklung und Umsetzung eines modernen Dienstleistungskonzepts, das darauf ausgerichtet ist, mehrere ERP-Mandanten gleichzeitig bedienen zu können, den Nerv der Zeit getroffen haben.«
Während die in Elancourt physisch vorhandenen Flächen gemeinsam genutzt werden, findet auf virtueller und buchhalterischer Ebene eine Trennung statt. Damit ist gewährleistet, dass jeder Kunde über das eigene Warenwirtschaftssystem unter SAP R/3 ausschließlich Einblick in die eigenen Bestände hat und die Kosten des Lagerbetriebs von Urban getrennt ermittelt und aufgeschlüsselt werden können.

Klar strukturierte Bereiche

Für die Lagerung, Kommissionierung und Distribution von bis zu 70.000 Artikeln steht in Elancourt eine Gesamtfläche von 10.000 m² zur Verfügung. Kennzeichnend für das System sind klar strukturierte Funktionsbereiche, die sich auf zwei (durch ein Fahrerloses Transportsystem verbundene) Hallen verteilen. Je nach Größe, Gewicht und Umschlaghäufigkeit des aktuell 55.000 Teile umfassenden Artikelspektrums, das von einzelnen Schrauben bis hin zu kompletten Getriebeblöcken reicht, werden unterschiedliche Bereiche im Lager belegt, die teils staplerunterstützt, teils vollautomatisch bedient werden.
Für schwere und sperrige Teile stehen Blocklagerflächen und 12.000 Palettenplätze im Hochregallager zur Verfügung. Das aus Gründen einer möglichst hohen Anlagenleistung und -nutzung in Tablartechnik errichtete, sechsgassige Automatische Kleinteilelager (AKL) bietet Stellplatzkapazitäten für 28.000 Behälter bzw. Tablare. Rund 72 Prozent der Gesamtkommissionierleistung von bis zu 9.000 Picks pro Tag entfallen auf das AKL. Unterstützt durch eine integrierte Pick-to-Light-Anlage können an den Kommissionierarbeitsplätzen jeweils bis zu sieben Aufträge parallel abgearbeitet werden. Über den jeweils aktuellen Auftrags- und Abarbeitungszustand wird der Werker mittels Großanzeige informiert.

Das Ziel heißt Kundenzufriedenheit

»Eine hohe Versorgungssicherheit und kurze Lieferzeiten zur Minimierung von Stillstandzeiten sind Kernanforderungen im Ersatzteilmanagement. Nur so lässt sich Kundenzufriedenheit erreichen, die nicht zuletzt von der Markentreue der Endabnehmer abhängt«, weiß Urban-Transporte-Geschäftsführer Sadler. Wichtige Kennzahl ist der Service-Level, den es langfristig zu garantieren gilt. Stellschraube hierfür ist ein leistungsfähiges Warehouse-Management-System.
Heute bestätigt die tägliche Praxis in Elancourt, dass mit der Integration einer standardisierten und um individuelle Applikationen ergänzten IT-Architektur die richtige Strategie gewählt worden ist. »Die gemeinsame Lagernutzung«, erklärt Dirk Sadler, »setzt voraus, dass nicht nur Bestände eindeutig zugeordnet werden können, sondern auch die Belege, Lieferanten und Kunden der verschiedenen Mandanten.« Hier greift SAP LES (LES steht für Logistics Execution System). »Die Anwendung«, so Sadler, »versetzt uns in die Lage, sämtliche Daten zweifelsfrei zu identifizieren, indem eine interne Klassifizierung durchgeführt wird. Das sichert die Prozesse auch bei individuellen Kennzeichnungen.«

Ebenso zügig wie wirtschaftlich

Aufgabe von SAP LES ist die Durchführung aller dispositiven und planerischen Aufgaben. Hierzu zählen u.a. die Zuordnung von Behältern und Paletten zu Gassen und Lagerplätzen, die Vorgabe von Bearbeitungsschritten sowie die Prioritätensteuerung und Auswertung von Arbeitslasten. Unter Berücksichtigung einer wirtschaftlich sinnvollen und zügigen Abwicklung werden Auftragsreihen gebildet und Lieferungen in Form von Kommissionierwellen zusammengefasst. Erweiterte Funktionalitäten, welche die Leistungsfähigkeit von SAP LES im Bereich der Lagerverwaltung optimieren und das Servicekonzept von Urban weiter unterstützen, sind über Schnittstellen realisiert worden. Durch die Kopplung von Subsystemen eröffnen sich weitere Vorteile für die Kunden.

Umfassendes Prozess-Monitoring

Die Kunden profitieren zum einen von der Effizienz der Standardisierung und zum anderen von der Flexibilität individueller Lösungen. So steuert Siemens Prox 4, eine Lösung von Dematic, den operativen Materialfluss und sorgt für das sequenzielle Abarbeiten der Aufträge. Damit ist das ERP-System in der Lage, auch Tablare mit variierenden Behältern verwalten und materialflussoptimierende Ein- und Auslagerstrategien fahren zu können. Eingebunden in die IT-Landschaft ist zudem ein Data-Warehouse-System, das die operativen Daten aus SAP LES sowie Prox 4 übernimmt und ein umfassendes Prozess-Monitoring auf Basis von Kennzahlen ermöglicht. Der Arbeitsfortschritt wird sowohl auf dem Urban-Web-Server als auch auf Anzeigetafeln visualisiert.
Weitere Prozessoptimierungen, hier speziell in der Versandabwicklung, sind durch die Integration der Speditionssoftware »WinSped« der LIS AG erzielt worden. Auf diese Weise hat Urban auch den elektronischen Datenaustausch von den Kunden über die eigene Lagerverwaltung bis hin zu den KEP-Diensten realisiert. »WinSped« übernimmt die jeweiligen Auftragsdaten direkt aus SAP, wählt die Services selbstständig aus und sorgt für eine automatische Vertourung und Sendungsbündelung. Mittels Track & Trace können die Kunden via Internet den jeweils aktuellen Status ihrer Sendungen verfolgen. In seiner Gesamtheit ist das Ersatzteillager von Urban in Elancourt ein gutes Beispiel dafür, wie durch gemeinsamen Lagerbetrieb deutliche Kostenvorteile und Qualitätsvorsprünge für die Kunden generiert werden können. Grundlegende Voraussetzungen sind ein flexibles Raumnutzungskonzept und die Integration einer offenen Systemarchitektur, die durch ein Maximum an Leistung bei überschaubarer Komplexität punktet und sich konsequent an den Anforderungen der mittelständischen Industrie orientiert. »Nicht minder wichtig ist eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Mandanten und dem Logistikdienstleister«, betont Urban-Transporte-Geschäftsführer Sadler, denn: »Nur so lassen sich Prozesse bedarfsgerecht gestalten.« Für Still und Fenwick-Linde bedeutet »bedarfsgerecht« unter anderem, dass Sendungen innerhalb Frankreichs spätestens binnen 48 Stunden zugestellt werden. Das Zeitfenster für Eilaufträge sieht eine flächendeckende Versorgung der Händler bzw. Kunden im Nachtsprung vor. Und jeder der rund 1.000 für Still und Fenwick-Linde tätigen Servicetechniker, der seine Bestellung bis 17 Uhr aufgibt, hat dringend benötigte Ersatzteile bereits am nächsten Morgen um 7 Uhr an Bord seines Kundendienstfahrzeugs.<

www.urban-transporte.de

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