20. APRIL 2018

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Blick zurück nach vorn


Jubiläum Bito Lagertechnik wird 50. Den runden Geburtstag nutzt der Lagertechnik-Anbieter aus Rheinland-Pfalz auf zweifache Weise. Zum einen schaut er auf fünf bewegte Jahrzehnte zurück. Zum anderen richtet er den Blick in die Zukunft.

Nach fünf Jahrzehnten stetigen Wachstums kann Bito beeindruckende Zahlen vorweisen. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten 740 Mitarbeiter einen Umsatz von 150 Millionen Euro. Bis heute u. a. Spezialist für hochwertige Behälter, fertigte Bito 1959 seinen ersten Stahlblechkasten. Kurz darauf wurde das Produktangebot um Kleinteileregale, Fachbodenregale und Gitterboxen erweitert. 1962 nahm Fritz August Bittmann, der heutige Inhaber, die Fertigung von Produkten aus Kunststoff auf. Mit der Produktion der ers ten Durchlaufregale gelang Bito 1976 der Einstieg in die Kommissioniertechnik. In den Folgejahren baute das Unternehmen sein Portfolio weiter aus – um Steckregale (1980), Palettenregale (1981), Palettendurchlaufregale (1983), Sichtlagerkästen (1989) und Regalkästen (1990). 1991 kam Bitos Universalstütze für Regale auf den Markt. 1994 entwickelte das Unternehmen mit Hauptsitz im rheinland-pfälzischen Meisenheim den Mehrwegbehälter »MB«. Seitdem hat Bito mit dem Kleinladungsträger »KLT« und dem Eurostapelbehälter »XL« weitere Behälterserien ins Produktprogramm aufgenommen und auch seine Regaltechnik kontinuierlich weiterentwickelt. Heute zählt das Unternehmen in der Lagertechnik zu den wenigen Komplettanbietern. In enger Zusammenarbeit mit dem Kunden stellt Bito Lösungen für nahezu jede Anforderung und jede Branche bereit. Ziel der Lösungen aus Meisenheim ist stets, einen schnelleren Warenfl uss, schlankere Abläufe und effi zientere Prozesse innerhalb der Logistikkette zu ermöglichen. Doch Bito ist nicht nur Anbieter von Lagertechnik-Komponenten. Das Unternehmen plant und realisiert auch Gesamtprojekte – von komplexen, anspruchsvollen Lagereinrichtungen aus verschiedenen Einzelsystemen bis hin zu automatisch bedienten Regalanlagen mit Stellplätzen für Behälter oder Tablare.

Imposante Referenzliste

Besonders anspruchsvolle Lösungen kann der Kunde im Bito-eigenen Technikzentrum testen. Für die hohe Qualität der Produkte und Dienstleistungen des Lagertechnik- Spezialisten aus Rheinland- Pfalz spricht die Kundenkartei von Bito. Darin finden sich Namen wie BMW, L’Oreal, Toyota, DM (Drogeriemärkte), C&A, Porsche und Edeka. Zwar feiert Bito in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen, die Geschichte des Unternehmens reicht aber viel länger zurück – bis 1845, um genau zu sein. Damals stellte Gründervater Leopold Bittmann Schmuckwaren und Beschlagartikel für die Lederwarenindustrie her. Zudem war Bittmanns Firma für die Herstellung der fugenlosen Hohlkugel bekannt. Das Produkt wurde als Zierartikel – unter anderem für schmiedeeiserne Treppengeländer und Zäune – eingesetzt. Drei Generationen später kam es zur Neuausrichtung des Unternehmens. 1959 übernahm Fritz August Bittmann die Geschäfts führung und stieg mit Bito in die Lagertechnik ein. Heute ist das Unternehmen aus Meisenheim ein international tätiger Player. Der erste Schritt in diese Richtung wurde mit der Gründung einer Tochtergesellschaft in der Schweiz im Jahr 1984 getan. Es folgten Niederlassungen in Frankreich, den Benelux-Ländern, in Großbritannien, Spanien und Dänemark.

Erfolgreiche Expansion

2003 gründete Bito eine Tochtergesellschaft in Ungarn und ein Vertriebsbüro in Italien. In der Folgezeit wurde die Expansion in Osteuropa vorangetrieben. Heute hat Bito 15 Tochtergesellschaften und unterhält zudem mehrere Partnerschaften. Zudem betreibt Bito 5.2009 www.logistik-journal.de seit 2007 zusammen mit dem Partner Nilkamal eine Regalproduktion und ein Vertriebs- Joint-Venture in Indien. Auf diese Weise kann man den indischen Markt und den der Nachbarländer beliefern. 2008 gründete Bito eine Tochtergesellschaft in Dubai. Natürlich spürt auch Bito die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise – die Zahl der Aufträge ging spürbar, im Vergleich zu anderen Unternehmen aber noch moderat zurück. Dass es Bito weniger hart getroffen hat als andere, führt Geschäftsführer Detlef Ganz darauf zurück, dass sein Unternehmen gut aufgestellt ist. »Wir liefern ein breites Produktspektrum für sehr unterschiedliche Kunden, die aus allen möglichen Branchen kommen.« Zudem habe Bito in den vergangenen Jahren sein Vertriebsnetz auf ganz Europa ausgedehnt.

Die Zukunft fest im Blick

Die Strategie von Bito, so Ganz, bilde eine solide Basis für das weitere Fortkommen des Unternehmens: »Wir haben keinen Grund, pessimistisch zu sein. Aus Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass die meisten Investitionen im Moment nur verschoben sind. Wir gehen davon aus, dass viele dieser Projekte im Jahr 2010 umgesetzt werden.« Eine der Kernkompetenzen von Bito ist die Entwicklung und Fertigung hochwertiger Kunststoffbehälter, eine Disziplin, in der das Meisenheimer Unternehmen reichlich Erfahrung hat. Kurz nachdem Fritz Bittmann vor 50 Jahren mit seinem Unternehmen in die Lagertechnik eingestiegen war – im Jahr 1962 –, begann Bito im Spritzgießverfahren Kunststoffbehälter zu produzieren. Rasch erkannte Bittmann das große Potenzial des Kunststoffbehälter-Segments. Denn nach und nach begann Kunststoff die etablierten Werkstoffe Holz und Stahlblech zu ersetzen. Vor diesem Hintergrund wurde die Kunststoffproduktion bei Bito stetig ausgebaut. Im Jahr 2000 zog die Spritzgießerei mit Versand und angegliederter Produktentwicklung in das neue Werk nach Lauterecken. Inzwischen befindet sich dort ein hochmoderner Maschinenpark. 15 Spritzgießmaschinen und 11 Bearbeitungsmaschinen ermöglichen Behälterfertigung auf höchstem Niveau. Die Maschinen ermöglichen es den Mitarbeitern in Lauterecken, schnell, flexibel und professionell auf die unterschiedlichen Anforderungen der Kunden zu reagieren. Wie wichtig diese Flexibilität sein kann, zeigt ein Projekt mit dem italienischen Unternehmen Caleffi, einem der größten Hersteller von Sanitär- und Heizungszubehörteilen.

Anspruchsvolles Projekt

Zurzeit investiert Caleffi in seinen Produktionskomplex in Norditalien. Teil der Maßnahmen ist der Neubau eines AKLSilos, für das Caleffi neue Behälter benötigt. Neben dem Neubau erfolgt auch die Optimierung aller Prozesse innerhalb der Produktion. Ziel ist, den größtmöglichen Automatisierungsgrad zu erreichen. Dieses Vorhaben wirkt sich natürlich auch auf den innerbetrieblichen Transport und die dafür eingesetzten Behälter aus. Beim Anpassen der Behälter war beträchtliches Knowhow gefragt. Bito hat es. Auf den Kleinladungsträger für das Automatische Kleinteilelager (AKL) einigte man sich schnell – keine wirklich problematischen Vorgaben. Die Anforderungen an den Behälter zum Einsatz im internen Materialfluss waren da schon wesentlich höher. Die Abmessungen wichen von der Norm ab, da sie auf ein Inlay abgestimmt werden mussten, das bei Caleffi Standard ist. Durch diverse Anpassungen des vorhandenen XL-Behälters an die Caleffi-Anforderungen und die Investition in ein neues Spritzgießwerkzeug konnte Bito die Wünsche des italienischen Kunden erfüllen. Der Behälter hat die Maße 500 x 400 mm, kann einen scheckkartengroßen RFID-Transponder aufnehmen und weist zudem eine höhere Belastbarkeit auf als die bisher von Caleffi verwendeten Behälter.

Den Kunden überzeugen

An seinem Einsatzort wird der Behälter automatisch umgesetzt, ein- und ausgelagert und gedreht. Alle Arbeitsschritte werden von Robotern durchgeführt. Für dieses Handling hatte Caleffi Referenzen und eine offizielle Qualitätsprüfung (TÜV) gefordert, auch deshalb, weil die Behälter ständig hohen Beschleunigungskräften ausgesetzt sind. Das Problem: Niemand konnte die gewünschten Referenzen vorweisen, auch Bito nicht. Vor diesem Hintergrund entschied sich der Geschäftsführer der italienischen Bito-Tochter, das von Caleffi vorgesehene Behälter- Handling zu simulieren. Hierfür baute Bito gemeinsam mit Roboterherstellern eine Versuchsanlage auf und ließ die Behälter einige Tage bewegen. Die Testreihen wurden auf Video aufgenommen, dokumentiert und protokolliert. Vom Ergebnis war Caleffi überzeugt. Bito erhielt den Auftrag. In Lauterecken konnte die Produktion von 240.000 Behältern beginnen.

350 Behältertypen

Das moderne Kunststoffwerk von Bito – die zum Geschäftsbereich Metalltechnik zählende Regalfertigung ist am Hauptsitz des Unternehmens in Meisenheim angesiedelt – befindet sich auf einem 100.000 Quadratmeter großen Grundstück. Dort sind rund 100 Fachkräfte in verschiedenen Abteilungen beschäftigt – Produktentwicklung, Herstellung, Versand. Das Werk arbeitet im Drei- Schicht-Betrieb an fünf, je nach Auftragslage an sechs Tagen in der Woche. Für die Herstellung von 350 verschiedenen Kunststoffbehälter-Typen stehen 15 Spritzgießmaschinen mit Schließkräften von 1.500 bis 20.000 kN zur Verfügung. Die Anlagen sind mit Angusspickern und Entnahmerobotern ausgerüstet. Die Barcode-Etikettierung der Behälter, das Anbringen von Wasserablauflöchern oder das Aufdrucken von Firmenlogos erfolgt in elf teils ebenfalls mit Robotersystemen ausgestatteten Bearbeitungszentren. Die zentrale Rohmaterialversorgung der Spritzgießmaschinen besteht aus einer Freisiloanlage mit 14 Einzelsilos, die eine Füllkapazität von je 34 Tonnen haben. Der Durchsatz an Rohmaterial in Form von Granulaten beläuft sich auf mehr als 400 Tonnen pro Monat. In der Hauptsache handelt es sich dabei um Polypropylen und Polyethylen. Der mit dem Rohmaterial zu versorgende Maschinenpark wird fortlaufend optimiert. Durch die sukzessive Hinzunahme neuer, effizienterer Fertigungssysteme konnte die Zahl der produzierten Behälter im Zeitraum von acht Jahren (2000 bis 2008) auf fast fünf Millionen Einheiten gesteigert werden. Allein zwischen 2005 und 2008 ergab sich ein Zuwachs von 37 Prozent.

www.bito.de

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