22. APRIL 2018

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Perfekte Performance


Markt

Projekte - Der Pharmalogistiker Movianto hat seine Lagerkapazitäten in Neunkirchen nahezu verdoppelt. Maßgeblichen Anteil am Gelingen des anspruchsvollen Projekts hatten die Experten von Stöcklin Logistik aus Netphen.

Mit Innovationskraft und Lösungskompetenz hat Movianto wiederholt Maßstäbe in der Pharmalogistik gesetzt. Jüngstes Beispiel ist die Inbetriebnahme des erweiterten Logistikzentrums im saarländischen Neunkirchen. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund acht Millionen Euro und ist gut angelegt: »Movianto hat mit dem Neubau die erforderlichen Kapazitäten geschaffen, um auf die stetig steigende Nachfrage internationaler Pharmahersteller nach alternativen Distributionslösungen reagieren zu können«, erklärt Thomas Creuzberger, Geschäftsführer von Movianto Deutschland.

Zudem sei der Standort Neunkirchen dank seiner Infrastruktur bestens als zentrale europäische Distributionsplattform geeignet. »Der Vorteil für unsere Kunden aus der Pharma-, Biotechnologie- und Healthcare-Industrie ist, dass sie hier Lagerbestände für mehrere Länder zusammenlegen können, um Kosteneinsparungen zu realisieren«, so Creuzberger weiter.

Permanente Kontrolle
Sowohl die Lagerung als auch der Transport hochsensibler Waren wie Blutplasmaprodukte, Lebendwirkstoffe und biotechnische Arzneimittel folgen allerdings eigenen Gesetzen. Eine besondere Herausforderung liegt in der geschlossenen Kühlkette, in der nach EU-Richtlinie keinerlei Toleranzen geduldet sind. Das setzt eine permanente Temperaturaufzeichnung und -kontrolle voraus.
Neben der Beachtung produktrelevanter Vorgaben müssen die Arzneimittel unter Einhaltung höchster Sicherheits- und Qualitätsstandards gelagert werden.

Hier sind Zuverlässigkeit und Vertrauen gefragt. »Den Logistikern kommt dabei eine große Verantwortung zu, denn Medikamente – und damit ganze Therapien – können ihre Wirkung verlieren, wenn all dies nicht sichergestellt ist«, weiß Geschäftsführer Creuzberger. Das 32 m hohe neue Hochregallager in Neunkirchen, das nach der Erweiterung um 14.000 Stellplätze jetzt Kapazitäten für 26.000 Paletten in sechs Gassen bietet, ist ein weithin sichtbares Symbol für die umfassende Kompetenz von Movianto.

Überzeugendes Konzept
Als Generalunternehmer Logistik begleitete die Stöcklin Logistik GmbH, Netphen, das ambitionierte Projekt. Beteiligt am Gelingen war aber auch das Bauunternehmen Peter Gross GmbH & Co. KG aus St. Ingbert nahe Neunkirchen. »Stöcklin Logistik hat uns durch ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt«, bekräftigt Heinz Hussong, Leiter Technik und Value Added Service bei Movianto. Entscheidend für die Auftragsvergabe sei aber auch die GU-Gemeinschaft zwischen Stöcklin und Gross gewesen.

»Das Konzept, das die Unternehmen gemeinsam vorgestellt haben, war in sich geschlossen und hat uns direkt überzeugt«, ergänzt Hussong. »Im Zuge der dann realisierten Erweiterung hat uns unser Vorgehen auch von all den Risiken befreit, die Schnittstellen zwischen Bau und Logistik vielfach mit sich bringen.« Movianto profitierte insbesondere davon, während der gesamten Bauphase nur einen Ansprechpartner zu haben und keinerlei Koordinationsaufwand betreiben zu müssen. Ein weiterer Pluspunkt war die räumliche Nähe zum Bauunternehmen. Mit Gross hatte man stets einen Ansprechpartner direkt vor der Haustür. Probleme ließen sich im direkten Dialog schnell und unkompliziert lösen.

In den Erweiterungsbau, der sich direkt an das seit 2001 bestehende Hochregallager anschließt, implementierte Stöcklin drei neue, vollautomatische, für einfachtiefe Lagerung ausgelegte Regalbediengeräte (RBG) aus der MASTer-Baureihe. Kennzeichnend für die gewichtsreduzierten MASTer-RBG der neuen Generation ist u.a. ein patentiertes Bremssystem, das zusätzliche mechanische Schutzeinrichtungen wie Puffer überflüssig macht.

Im Zuge des Lagerausbaus in Neunkirchen ist auch die Palettenfördertechnik umgebaut und erweitert worden. Der Doppel-Verteilwagen wurde ersetzt, ein neuer Verteilwagen in der oberen Etage des Wareneingangs installiert. Zudem wurden zwei neue Kommissionier-Arbeitsplätze eingerichtet. Über die separate Einlagerebene auf acht Meter Höhe können heute bis zu 110 Palettenbewegungen pro Stunde abgewickelt werden. Dies entspricht einer Leistungssteigerung um den Faktor 4.

Der Versand der Waren erfolgt vornehmlich per Paketdienst. In Spitzen sind es täglich bis zu 12.000 Pakete, die das europäische Zentrallager von Movianto in Neunkirchen verlassen und weltweit ihren Empfängern zugestellt werden.
Im Bereich der Kommissionierung setzt Movianto weiterhin konsequent und folgerichtig auf den Einsatz von Scannern. Mit dem Lesen der Barcodes werden Charge und PZN (Pharma-Zentral-Nummer) gleichzeitig erfasst. Diese Lösung versetzt das Unternehmen in die Lage, anhand des Gewichts prüfen zu können, ob es sich um eine wirklich korrekte Sendung handelt – ein wichtiges Feature angesichts der Folgen, die ein fälschlich verabreichtes Medikament bekannterweise verursachen kann.

Parallel zur Montage der lager- und fördertechnischen Elemente hat Stöcklin die speicherprogrammierbaren Steuerungen erneuert und auch den bis dato bestehenden Lagerverwaltungsrechner abgelöst. Dieser ist durch das Stöcklin Warehouse-Management-System (WMS) ersetzt worden, das Bestandsführung und Materialfluss-Steuerung organisiert.

Das WMS trägt entscheidend zu erhöhter Anlagen-Performance und -Verfügbarkeit bei sowie zu einem deutlichen Plus an Energieeffizienz. Die Effizienzsteigerung wird u.a. durch die verbesserte Koordination der Fahraufträge und das Maßnahmenpaket ECO-Drive möglich. Zudem lässt sich das Beschleunigungs- und Fahrverhalten der RBG in Abhängigkeit von der jeweils erforderlichen Durchsatzleistung variabel justieren.

Integrierte 3D-Visualisierung
Das nach den in der Pharmaindustrie üblichen GAMP-5-Richtlinien validierte WMS verfügt über eine integrierte 3D-Visualisierung, mit der sich die über drei Etagen erstreckende Anlage auf einfache Weise steuern und überwachen lässt. »Die Visualisierung ist ein wirkliches Highlight und für Movianto ein Riesenschritt nach vorn«, freut sich Heinz Hussong. »Wir sehen auf einen Blick die gesamte Anlage und erkennen jede, auch noch so kleine Störung sofort.

Fällt etwa ein Scanner aus, lässt er sich umgehend lokalisieren. Selbst Transportwege und -zeiten können mit Hilfe dieser Anwendung direkt analysiert werden«, so Hussong weiter. Doch die Visualisierung gibt nicht nur Auskunft über den Betriebsstatus einzelner Anlagenkomponenten und Einschaltgruppen. Selbst detaillierte Informationen zu Lagerfächern, Gebinden und Artikeln lassen sich bequem abrufen. Ein weiterer Vorteil der Lösung ist, dass trotz erweiterter Kapazitäten und Funktionalitäten keine personelle Verstärkung der Movianto-Technikabteilung notwendig war bzw. ist.

Die Inbetriebnahme des reorganisierten und erweiterten Zentrallagers erfolgte im laufenden Produktivbetrieb. Heinz Hussong erinnert sich: »Natürlich bestand anfangs eine gewisse Skepsis. Für die endgültige Umstellung auf das neue System stand uns ja nur ein einziges Wochenende zur Verfügung. Wir waren also quasi zum Erfolg verdammt.« Und der stellte sich ein. Die Aufschaltung der neuen Gesamtanlage erfolgte ohne nennenswerte Störungen.

Damit war auch die durchgängige Lieferbereitschaft von Movianto sichergestellt. Zu verdanken, so das Unternehmen, sei dies dem Engagement des Stöcklin-Projektteams, das während der Inbetriebnahme rund um die Uhr vor Ort gewesen sei. Entscheidend sei aber auch gewesen, dass die Funktionalität der Steuerungssoftware zuvor auf einer virtuellen SPS auf Herz und Nieren geprüft worden sei. Berücksichtigt wurden hierbei auch die in der Pharmaindustrie geltenden Auflagen der »Food and Drug Administration« (FDA) sowie die international gültigen »Good Manufacturing Practices« (GMP).

Im Zuge der Emulation, die bei Stöcklin zum Standard gehört, wurden sämtliche Betriebszustände in einem virtuellen Modell abgebildet, das in seinem Verhalten dem realen System entsprach. Auf diese Weise ließ sich die Software bereits während ihrer Entwicklung testen, parametrieren und optimieren eine Vorgehensweise, die Risiken minimiert, Inbetriebnahmezeiten verkürzt und Kosten reduziert. Durch die hier beschriebene, dritte Erweiterung seines europäischen Zentrallagers kann der Logistiker Movianto auch künftig ein herausragendes Leistungsspektrum anbieten: auf die Anforderungen der Pharmaindustrie zugeschnittene Services und maßgeschneiderte Logistik- und Distributionsmodelle.

Und damit nicht genug, wie Movianto-Mann Heinz Hussong betont: »Indem wir unsere Lagerkapazität mehr als verdoppelt haben, konnten wir auch unsere Umschlagsleistung deutlich erhöhen. Gleichzeitig haben wir mit dem neuen WMS die Sicherheit und Qualität sowie die Transparenz der Prozesse nochmals steigern können.« Damit ist die Wettbewerbsfähigkeit von Movianto Deutschland auch in einem schwierigen Marktumfeld sichergestellt. Zudem ist man am Standort Neunkirchen mit der noch zur Verfügung stehenden Freifläche von 50.000 Quadratmeter für weitere Expansionen bestens gerüstet.

www.stoecklin-logistik.de


Daten und Fakten
Movianto bietet Pharma-, Biotechnologie- und Healthcare-Industrie innovative Logistik- und Distributionslösungen: von Lagerhaltung und Kühlung über Konfektionierung und Verpackung bis zu Etikettierung und Transport.
In Neunkirchen und Kist werden Arzneimittel, Impfstoffe, Medizinprodukte und Betäubungsmittel gelagert. Dafür hält der Pharmalogistiker Movianto 35.000 Palettenstellplätze bereit. Mit den Produkten werden Krankenhäuser, Großhändler und Apotheken, Dentallabore und Ärzte beliefert.

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