22. JANUAR 2018

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Optimistisch in die Zukunft


Markt

Unternehmen - Mit deutlich besseren Zahlen als noch vor einem Jahr ist der Hamburger Intralogistiker Jungheinrich Richtung Zukunft unterwegs. Wenn die Erholung der Märkte anhält, nimmt der Staplerbauer weiter Fahrt auf.

Die Talsohle der negativen Entwicklung ist durchschritten. Für die vor uns liegende Zeit erwarte ich eine Seitwärtsbewegung mit leichter Aufwärtstendenz. Einzelne Märkte ziehen bereits spürbar an.« Klare Worte von Hans-Georg Frey in immer noch schwieriger Zeit. Eine Besserung der Situation, so der Vorstandsvorsitzende des Intralogistikers Jungheinrich, sei inzwischen aber eingetreten.
In einer Presseverlautbarung von Jungheinrich heißt es dazu: »Die Weltwirtschaft setzte im ersten Quartal 2010 ihre konjunkturelle Erholung mit regional unterschiedlicher Dynamik fort. Die Flurförderzeug-Industrie profitierte von den verbesserten Rahmenbedingungen, sodass sich die Stabilisierung des Marktes im vierten Quartal 2009 im ersten Quartal dieses Jahres fortsetzte.«

Stärkster Zuwachs in Asien
Die weltweite Nachfrage nach Flurförderzeugen im ersten Quartal 2010 erhöhte sich um 45 Prozent auf 176.000 Einheiten (Vorjahr: 121.000 Einheiten). Asien verzeichnete mit 86 Prozent den stärksten Zuwachs. Hierzu trug China mit 113 Prozent überproportional bei. Das europäische Marktvolumen erhöhte sich um 15 Prozent. Während Westeuropa nur um rund neun Prozent zulegte, stieg die Nachfrage im osteuropäischen Markt um 52 Prozent an. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass das Volumen dieses Marktes im vergangenen Jahr um niederschmetternde 77 Prozent geschrumpft war. Der nordamerikanische Markt – bereits seit Jahren ein Sorgenkind der Staplerbauer – wies in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Anstieg um 25 Prozent auf.

Frühzeitige Reaktion
Die Aufwärtsentwicklung der Märkte wird seitens der Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten noch mit verhaltenem Optimismus beobachtet, denn die Folgen der inzwischen multiplen Probleme von Finanzmärkten, Realwirtschaft und ganzen Volkswirtschaften sind noch nicht in Gänze ausgestanden. Das Gröbste aber, glauben viele auch in der Flurförderzeug-Branche, habe man hinter sich. Nicht zuletzt deshalb, weil man rechtzeitig reagiert habe. Jungheinrich-Chef Hans-Georg Frey:

»Auf den Markteinbruch 2008/2009 haben wir frühzeitig reagiert. Durch konsequentes Kostenmanagement und umfangreiche Strukturmaßnahmen, und zwar in sämtlichen Unternehmensbereichen, schreiben wir jetzt wieder schwarze Zahlen. Wenn die verhalten optimistisch stimmende Marktentwicklung anhält, werden wir das Geschäftsjahr 2010, gemessen an der derzeitigen Situation, mit einem ordentlichen positiven Ergebnis beenden. Richtig ist aber auch: Wie alle Flurförderzeug-Hersteller hat auch Jungheinrich durch den Rückgang der Märkte erhebliche Einbußen hinnehmen müssen.«

Eine Tatsache, die sich bei dem Hamburger Intralogistiker auch auf die Zahl der Beschäftigten ausgewirkt hat. Wobei Jungheinrich alles daran setzte, den Personalabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Vorstandschef Frey Ende April: »Wir sind sehr froh darüber, dass wir den Personalabbau, der durch die Anpassung unserer Strukturen an die veränderten Gegebenheiten erforderlich geworden war, bisher ohne betriebsbedingte Kündigungen bewältigen konnten.«

Steigendes Produktionsvolumen
Der wertmäßige Auftragseingang von Jungheinrich, der alle Geschäftsfelder umfasst, wuchs im ersten Quartal 2010 gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent auf 433 Millionen Euro (Vorjahr: 405 Millionen Euro). Die Umsatzerlöse allerdings, die sich laut Jungheinrich-Pressestelle »zunehmend stabilisieren«, nahmen im ersten Quartal dieses Jahres noch ab, und zwar um sechs Prozent auf 387 Millionen Euro. Mit minus 14 Prozent war das Neugeschäft an diesem Umsatzrückgang maßgeblich beteiligt.

»Der Rückgang«, so Jungheinrich, »ist darauf zurückzuführen, dass das Neugeschäft im ersten Quartal 2009 noch von dem hohen Auftragsbestand Ende 2008 profitiert hatte.« In den nächsten Monaten, glaubt man in der Hamburger Jungheinrich-Zentrale, könne der Umsatzrückgang durch das ansteigende Produktionsvolumen sukzessive aufgeholt werden. Doch auch ohne Aufholjagd standen die Zeichen für den Intralogistiker von der Elbe nach Ablauf des ersten Quartals 2010 wieder auf Erfolg. So kehrte der Konzern allen Widrigkeiten zum Trotz in die Gewinnzone zurück.

Spürbare Aufwärtsentwicklung
Das operative Ergebnis von Jungheinrich vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im ersten Quartal 2010 auf 12,0 Millionen Euro (Vorjahr: minus 2,8 Millionen Euro). Die Umsatzrendite erhöhte sich auf 3,1 Prozent (Vorjahr: minus 0,7 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern erreichte 8,3 Millionen Euro (Vorjahr: minus 3,6 Millionen Euro). Dadurch verbesserte sich das Ergebnis je Vorzugsaktie auf 0,28 Euro (Vorjahr: minus 0,08 Euro). Und eine weitere Aufwärtsentwicklung ist durchaus in Sicht.

In seiner Einschätzung des Welthandels geht Jungheinrich von einer Fortsetzung der konjunkturellen Erholung aus: »Basierend auf der bereits zu Beginn des Jahres verzeichneten Nachfragesteigerung wird eine Zunahme des weltweiten Marktvolumens für Flurförderzeuge um rund 20 Prozent auf deutlich über 650.000 Fahrzeuge wahrscheinlich.« Von diesem Kuchen, da ist man in Hamburg sehr sicher, werde das Haus Jungheinrich wieder achtbares Stück abbekommen.

Starker Partner in Nordamerika
Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr geht Jungheinrich von einem Konzernumsatz von über 1,7 Milliarden Euro aus. Dazu, heißt es, würden neben starken Produkten auch die insgesamt positive Entwicklung der Märkte und eine neue Allianz in Nordamerika beitragen. Vorstandsvorsitzender Hans-Georg Frey: »Mit Mitsubishi Caterpillar Forklift America haben wir in Nordamerika einen ausgezeichneten Vertriebspartner.

Die starke Allianz mit MCFA hilft uns, die von Jungheinrich eigens für den US-Markt entwickelten Geräte in höheren Stückzahlen zu verkaufen.« Aber auch die anderen für Logistiker relevanten Territorien, den weiterhin extrem wichtigen europäischen Markt etwa, hat Hans-Georg Frey fest im Blick. Wobei Jungheinrich auch hier zielgruppenorientiert arbeitet: »Unsere Geräte mit hydrostatischem Antrieb wurden in erster Linie für den westeuropäischen Markt entwickelt. Die Märkte in Osteuropa können wir ausgezeichnet mit Wandler-Geräten bedienen.«

www.jungheinrich.de


Daten und Fakten
Jungheinrich mit Stammsitz in Hamburg zählt international zu den führenden Unternehmen in den Bereichen Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik.
Das Unternehmen bietet als produzierender Dienstleister und Spezialist für intelligente Intralogistiklösungen ein umfassendes Programm aus Flurförderzeugen, Regalsystemen, Dienstleistungen und Beratung an.
Die Aktie von Jungheinrich wird an allen deutschen Börsen gehandelt. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen ein Konzernumsatz von über 1,7 Mrd. Euro.

Ausgabe:
lj 03/2010
Unternehmen:
Bilder:

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