20. JANUAR 2018

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Nachhaltiger Nutzen


Produkte

Leistungsschau - Auch im schwierigen Jahr 2009 hat die Verpackungsbranche in Forschung und Entwicklung investiert. Das Ergebnis präsentieren 1.300 Aussteller vom 28. - 30. September auf der Fachpack in Nürnberg.

Die wichtigste Sonderschau der Fachpack 2009 widmete sich dem Thema »Nachhaltig produzieren und verpacken«. Aussteller aus den Bereichen Verpackungsmaschinen, Packmittelproduktion und Recycling zeigten, mit welchen Neuheiten sie sich den Herausforderungen von Klimawandel und knapperen Ressourcen stellen. Weil die Sonderschau praxisnah vermittelte, wie gute Ideen im eigenen Unternehmen umgesetzt werden können, war das Interesse der Besucher groß. Und da nachhaltiges Wirtschaften auch in den kommenden Jahren eines der wichtigsten Themen in der Verpackungswirtschaft bleibt, wird das Erfolgskonzept der Sonderschau 2009 in diesem Jahr weiterentwickelt. Diesmal steht die Präsentation von nachhaltig produzierten Verpackungsmaterialien unter besonderer Berücksichtigung der Anwender dieser Materialien, also der Markenartikler, im Mittelpunkt.

Leider besteht noch kein Einvernehmen darüber, was »nachhaltige Verpackung« eigentlich bedeutet. So viel aber ist sicher: Nachhaltigkeit unterscheidet sich von Umweltfreundlichkeit zum Beispiel dadurch, dass nicht nur das Endprodukt im Fokus steht, sondern der gesamte Lebenszyklus. Schon bei der Produktion sind CO2-Emissionen, Wasser- und Energieverbrauch wichtig. Weitere Gesichtspunkte sind Schutz der natürlichen Ressourcen, Müllvermeidung, Recycling und die Optimierung in der Prozess- und Lieferkette.

Einheitliche Konzepte zur Bewertung individueller Verpackungslösungen, die der Komplexität des Themas gerecht werden, fehlen allerdings. Für jedes Produkt müssen das System aus Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackung, das Produkt selbst und sein gesamter Lebenszyklus Berücksichtigung finden. Um dem Verbraucher die Nachhaltigkeit von Verpackungen in verständlicher Weise näherzubringen, bedarf es also noch erheblicher Anstrengungen.

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor

Die diesjährige Fachpack-Sonderschau »Nachhaltig produzieren und verpacken« präsentiert nachhaltig produzierte Verpackungen unter Berücksichtigung der Anforderungen der Markenartikelindustrie. Für die Unternehmen heißt das, Nachhaltigkeit als Chance und Erfolgsfaktor zu begreifen. Kritische Verbraucher besinnen sich immer stärker auf traditionelle Werte. Sie suchen klimaneutral, ohne Ausbeutung von Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern hergestellte, fair gehandelte Produkte. Lohas (Anhänger eines Lifestyle of Health and Sustainability) achten auch beim Konsum auf den Schutz von Umwelt und Natur. Für klimafreundlichen Konsum ist diese Zielgruppe sogar bereit, höhere Preise zu akzeptieren.

Die Beurteilung von nachhaltigen Verpackungen ist deshalb so schwierig, weil unterschiedlichste Ausgangsmaterialien verwendet werden. Das macht den direkten Vergleich unmöglich. Glas etwa besteht aus einigen der am häufigsten vorkommenden Rohstoffe, nämlich aus Sand, Soda und Kalk, und es kann ohne Qualitätsverlust unbegrenzt immer wieder verwendet werden. Kunststoffe dagegen basieren auf Mineralöl, in steigendem Maße aber auch auf nachwachsenden Rohstoffen. Zu unterscheiden ist jedoch zwischen Biokunststoffen und biologisch abbaubaren Werkstoffen. Polyolefine auf Mineralölbasis (das aus Polyolefinen hergestellte Polyethylen gehört zu den am häufigsten eingesetzten Packstoffen) sind durchaus biologisch abbaubar. Nach längerer Zeit unter Sonnenlicht zerfallen sie in Kohlenstoff und Wasserstoff. Polymilchsäure (PLA) aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke dagegen ist nicht biologisch abbaubar.

Die Fachpack-Sonderschau zeigt, wie die Industrie mit innovativen Konzepten Verbesserungen erreichen kann, an denen alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette mitwirken können. Schon die Sonderschau 2009 präsentierte die erste biologisch abbaubare Schrumpffolie für Getränke-Sixpacks. Die Bio-Schrumpffolie wird klimaneutral ausschließlich mit Ökostrom produziert und auf Kundenwunsch mit Farben auf Wasserbasis werbewirksam bedruckt. Der Einsatz der wasserbasierten Farben verbessert die ökologische Gesamtbilanz der Folie zusätzlich.

Erhebliches Sparpotenzial

Für die Nachhaltigkeitsbilanz einer Verpackung ist auch die Maschinentechnik von entscheidender Bedeutung. Hier liegen noch erhebliche Energiesparpotenziale, etwa in der Antriebstechnik. Auch dazu gibt es vom 28. bis 30. September mehr Informationen in Nürnberg. Überhaupt wird es in den Messehallen der Frankenmetropole kein fachbezogenes Thema geben, das nicht ins Blickfeld der erwarteten 33.000 Besucher rückt. Dafür sorgen die ausgestellten Verpackungslösungen (Fachpack), kreative Verpackungsveredelungen (Printpack) und kostensparende Verpackungslogistik (Logintern) – ein Messedreiklang, der in seinem Bereich keinen Wunsch offen lässt.

www.fachpack.de



Daten & Fakten

Als Fachmesse setzt sich die Veranstaltung in Nürnberg aus drei Teilen zusammen.
Die Fachpack umfasst Packstoffe u. Packmittel, Verpackungsmaschinen, Kennzeichnung, Verpackungsrecycling u. Umweltschutz.
Die Printpack beinhaltet Verpackungsdesign und -druck und Verpackungsveredelung.
Die Logintern bietet Förder-, Lager- und Kommissioniersysteme, Steuerungen sowie Lade-, Transport- und Lagerhilfsmittel.

Ausgabe:
lj 04/2010
Unternehmen:
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