19. JANUAR 2018

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Mobiles Powerplay


Unternehmen

Material - Handling Den innerbetrieblichen Materialfluss möglichst effizient zu gestalten, ist kein Kinderspiel. Nur ausgeprägtes Know-how und leistungs-starke Geräte gewährleisten perfekte Prozesse. Dabei spielen Flurförderzeuge eine wichtige Rolle. So auch beim Material Handling von Playmobil.

Hinter der bekannten Marke steht der fränkische Hersteller geobra Brandstätter, dessen größter Produktionsbetrieb in Dietenhofen im Landkreis Ansbach liegt. Dort werden täglich rund 65.000 Playmobil-Packungen zusammengestellt, zwischengelagert und an den Handel in Deutschland und 70 weiteren Ländern ausgeliefert. Das 1969 entstandene Fertigungs- und Lagergebäude in Dietenhofen wurde in den vergangenen Jahrzehnten ständig modernisiert und ausgebaut. Seit Fertigstellung der umfangreichen Baumaßnahmen im Frühjahr 2006 beträgt die Produktionsfläche rund 80.000 Quadratmeter. 800 Beschäftigte haben hier ihren Arbeitsplatz. Herzstück der Firma ist das unterirdisch platzierte, besonders gesicherte Formenlager mit rund 8.000 Stahlspritzformen im Wert von über 180 Millionen Euro. Seit dem Jahr 2000 hat geobra Brandstätter ein zweites Standbein und fertigt in zwei separaten Produktionsgebäuden in Dietenhofen pro Tag zirka 3.000 hochwertige Kunststoffpflanzgefäße mit Bewässerungssystem, die unter dem Markennamen »Lechuza« verkauft werden.

Der Materialfluss bei Playmobil beginnt bei 34 voluminösen Rohmaterial-Silos mit einem Fassungsvermögen von je 65 Tonnen. Pro Jahr gelangen rund 17.000 Tonnen Kunststoffgranulat über ein Rohrleitungssystem in die Spritzerei, übrigens eine der größten in Europa. Mit rund 350 Spritzmaschinen werden täglich etwa sechs Millionen Einzelteile gegossen. Handling-Geräte übernehmen die Teileseparierung und -entnahme.

Bewährtes System

Einzelteile für Playmobil-Sets werden in der Spritzerei zu Vorbeuteln zusammengepackt und durch Wägesysteme am Ende jeder Anlage kontrolliert. »Fehlmengen können wir auf diese Weise nahezu ausschließen«, erläutert Betriebsleiter Kurt Gertler das bewährte System. Für die Produktionsentsorgung stehen den Mitarbeitern Nieder- und Hochhubwagen zur Verfügung. »Die kompakte Bauweise der Linde-Hubwagen und die leichte Bedienung der Deichsel leisten unseren Mitarbeitern wertvolle Unterstützung, vor allem, wenn rangiert werden muss«, weiß Instandhalter Gerhard Nürnberger. Palettierte Sackware, Verpackungsmaterial oder Zulieferteile, die per Lkw aus anderen Werken kommen, werden entweder auf dem Außengelände mit 2,5 Tonnen Dieselstaplern oder an Lkw-Ladebuchen von Elektrostaplern mit 1,6 beziehungsweise 1,8 Tonnen Tragfähigkeit entladen und zu den Blocklagern im Wareneingang gebracht.

Dort werden sie durch das firmeneigene Staplerleitsystem erfasst. Das bewährte System steuert anschließend den Transport in die verschiedenen Block- und Zwischenlager, zur Vorzone des Hochregals, in die Spritzerei und in die Montage, wo die Konfektionierung der einzelnen Playmobil-Packungen erfolgt.
Um die zum Teil längeren Strecken zwischen Wareneingang und den einzelnen Abteilungen zügig und möglichst effizient zu überwinden, setzen die beiden Logistikverantwortlichen Kurt Gertler und Gerhard Nürnberger vor allem auf Niederhubwagen mit Fahrersitz. Die Modelle Linde T20 R mit zwei Tonnen Tragfähigkeit erreichen eine Fahrgeschwindigkeit von 12 km/h und sind mit doppeltlangen Gabelzinken bestückt, sodass sie zwei Paletten gleichzeitig transportieren können. Durch drei voneinander unabhängige Bremssysteme, den niedrigen Eigenschwerpunkt und Vier-Punkt-Auflage bietet das Fahrzeug hohe Stabilität.

Klare Anforderungen

»Neben Zuverlässigkeit und Sicherheit spielt für uns der Bedienkomfort der Flurförderzeuge eine wesentliche Rolle«, betont Betriebsleiter Kurt Gertler. »Deshalb testen wir vor jeder Staplerinvestition Modelle unterschiedlicher Hersteller nach einem von uns selbst aufgestellten Kriterienkatalog, der rund 15 Punkte umfasst und am Ende ein gutes Bild über das Preis-Leistungs-Verhält-nis liefert. In den letzten Jahren erhielt verstärkt die Müller Fördertechnik, Vertriebspartner von Linde Material Handling, den Zuschlag.«

Hohes Maß an Zufriedenheit

Peter Schuller, bei geobra Brandstätter als Staplerfahrer beschäftigt, ist mit der Markenwahl seiner Vorgesetzten vollauf zufrieden und von seinen Arbeitsgeräten absolut überzeugt: »Ich fahre sowohl den Niederhubwagen mit Fahrersitz als auch die Elektrostapler mit 1,6 beziehungsweise 1,8 Tonnen Tragfähigkeit von Linde. Man merkt, dass bei der Entwicklung der Fahrzeuge an den Fahrer gedacht wurde. Fußpedale, Lenkrad, Armablage – alles ist passend angeordnet und sorgt für bequemes Arbeiten. Ein besonders erwähnenswertes Merkmal ist zudem die gefederte Vorderachse des Elektrostaplers. Sie sorgt für ein angenehm weiches Fahrgefühl.«

Hauspalette mit Sondermaß

Hohen Stellenwert im innerbetrieblichen Materialfluss nimmt das im Jahr 1979 in Betrieb genommene, vollautomatisch gesteuerte Hochregallager ein, dessen Kapazität 1992 und 2005 jeweils verdoppelt wurde. Mit 140 Meter Länge, 30 bzw. 40 Meter Höhe und 80 Meter Breite hat es ein Fassungsvermögen von 52.000 Paletten. Im Lager finden sich sowohl Halbteile als auch Fertigware. »Besonders für das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft brauchen wir genügend Lagerfläche, denn wir müssen nach Bedarfsschätzung produzieren und nicht nach konkretem Kundenauftrag«, berichtet Betriebsleiter Gertler. Neben dem Hochregal gibt es ein Lager für Verpackungsmaterial sowie ein Montagelager mit Verschieberegalen. »Aufgrund der Regalplatz-Abmessungen im Hochregal arbeiten wir größtenteils mit unserer Hauspalette mit Sondermaß«, erklärt Gerhard Nürnberger, der seit über 20 Jahren für die Wartung und Reparatur der Flurförderzeuge verantwortlich zeichnet.

Der innerbetriebliche Materialfluss im Werk Dietenhofen endet an einer von 30 Lkw-Ladebuchten. Von hier aus tritt das Playmobil-Spielzeug seinen Weg in alle Welt an. Auch bei der Beladung der Lkw werden die Mitarbeiter von Flurförderzeugen unterstützt. Gefragt sind vor allem kompakte Niederhubwagen des Typs Linde T16, aber auch Doppelstockbelader mit der Kennung L12 LSP, die zwei Paletten übereinander aufnehmen und im Lkw verstauen können.

Eigene Werkstatt

Trotz der großen Modellzahl an Flurförderzeugen erledigt Instandhalter Gerhard Nürnberger mit seinen Kollegen Service und Wartung zu 80 Prozent selbst. »Wir verfügen über eine eigene Werkstatt und kennen uns mittlerweile gut mit den Geräten aus.« Zudem haben Instandhalter Nürnberger und Betriebsleiter Gertler auf größtmögliche Einheitlichkeit geachtet. »Ein Beispiel ist die Möglichkeit, die Batterie zwischen den Elektrostaplern mit 1,6 beziehungsweise 1,8 Tonnen zu tauschen. Auf diese Weise konnten wir unseren Batterien-Pool minimieren.« Um einen schonenden Umgang mit den Fahrzeugen zu erreichen, sind die Stapler abteilungsbezogen zugeordnet und die Fahrer für ihre Fahrzeuge verantwortlich. »Auch dies trägt dazu bei, unsere Service-Aufwendungen so gering wie eben möglich zu halten«, betont Ger-hard Nürnberger.

Für die nächsten Jahre sieht sich Betriebsleiter Kurt Gertler in puncto Flurförderzeugen gut gerüstet: »Wir haben in den letzten Jahren vor allem aufgrund des Neubaus für unsere Zweitmarke ›Lechuza‹ kräftig investiert. Von diesem Potenzial können wir nun erst einmal zehren.«

Kontinuierliches Wachstum

Ziel von Alleininhaber Horst Brandstätter ist ein kontinuierliches Wachstum seiner erfolgreichen Unternehmensgruppe. »Wir setzen weiter auf höchste Qualität ›Made in Europe‹. Deshalb werden wir unsere Standorte Dietenhofen und Malta durch Investitionen in Maschinen und Abläufe weiter stärken.« Ein klare Botschaft von Horst Brandstätter auch mit Blick auf die Internationale Spielwarenmesse 2011.

www.linde-mh.de




Daten &Fakten

Linde Material Handling zählt weltweit zu den führenden Herstellern von Gabelstaplern und Lagertechnik-Geräten. Zudem ist Linde MH einer der bedeutendsten Produzenten von Hydraulikantrieben für Bau-, Land- und Forstmaschinen.
Die breite Produktpalette von Linde Material Handling besteht neben dem großen Angebot an Geräten auch aus Beratung, Tech-nikservices und anderen Dienstleistungen.

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