17. JANUAR 2018

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TGW macht´s schneller


Special

Retrofitting - Wer modernisiert, steht oft unter Zeitdruck. Eine Erkenntnis, die für beide Seiten gilt: für das Unternehmen, das seine Prozesse beschleunigen möchte, und für den, der die Modernisierung ausführt. TGW kommt mit wenigen Tagen aus.

D er Kunde steht bei uns absolut im Mittelpunkt, egal, ob er nur einen einzigen Artikel bestellt oder eine Serie von 1.000 oder 3.000 Teilen«, betont Ralf Beitlich, Abteilungsleiter Logistik bei der Otto Ganter GmbH & Co. KG in Furtwangen. Sein Unternehmen stellt hohe Ansprüche an die Logistik: »Wir garantieren eine Lieferverfügbarkeit von 98 Prozent«, angesichts des enormen Artikelspektrums und der Produktvielfalt eine hochragende Selbstverpflichtung.Als mittelständisches Familienunternehmen mit mehr als 220 Mitarbeitern bietet Ganter als führender Norm-Elemente-Partner ein umfassendes Spektrum an Spann-, Arretier-, und Maschinenbau-Elementen. Hinzu kommen Artikel für den Industriebereich, die Medizin- und Rehatechnik, die Lebensmitteltechnik, aber auch für Holzverarbeitungsmaschinen, Landmaschinentechnik sowie für Kücheneinrichtungen und -bedarf. Eine stark wachsende Sparte ist zudem der Edelstahl-Sortimentsbereich.

30.000 verschiedene Teile

Mittlerweile werden in Werk und Versandzentrum von Ganter rund 30.000 unterschiedliche Teile bevorratet. Bei diesem immensen Artikelspektrum kann Ganter die garantierte Lieferverfügbarkeit für den 24-Stunden-Lieferservice in Deutschland und den 48-Stunden-Lieferservice innerhalb Europas nur durch absolute Zuverlässigkeit der Anlagen und Prozesse einhalten. Daher ging das Unternehmen bei seinen Lager- und Fördertechnik-Anlagen inklusive Steuerung zu keiner Zeit ein Risiko ein und entschied sich trotz regelmäßiger Wartung und erwiesener Langlebigkeit rechtzeitig für die Modernisierung des mittlerweile elf Jahre alten Tablarlagers und des damit verbundenen Fördertechnik-Loops. Für derlei Aufgaben vertraut das Unternehmen seit elf Jahren den Geräten und Systemleistungen der TGW-Gruppe aus Österreich.

Zwei Lagersysteme

Dreh- und Angelpunkte der Intralogistikprozesse im Versandzentrum sind zwei umfassende Lagersysteme: eine Tablar- und eine Behälteranlage. Das im Jahr 2000 in Betrieb genommene, viergassige und von vier Stratus-Regalbediengeräten versorgte Tablarlager bietet 16.000 Stellplätze. Das viergassige, seit 2008 genutzte und von vier Mustang-Regalbediengeräten versorgte Hochleistungsbehälterlager bietet 35.000 Stellplätze in doppelttiefer Lagerung für VDA-Normbehälter mit 600 x 400 Millimeter Grundfläche und 50 Kilogramm Nutzlast. Die Anlage leistet 480 Doppelspiele pro Stunde. Die Funktionen der beiden Lagersysteme verdeutlichen die Gründe für die Modernisierung: Mit 3.000 Kubikmetern Lagervolumen und hohen Nutzlastkapazitäten fungiert die Tablaranlage als Vorrats- und Pufferlager, das sämtliche Warenzugänge – Fertig- und Halbprodukte – aufnimmt. In Verbindung mit dem Behälterlager kommt es auf ein effizientes Zusammenspiel, neudeutsch, auf einen unterbrechungsfreien Workflow an.

Umstellung von S5 auf S7

Der erste Grund, das Tablarlager zu modernisieren, war die Umstellung von S5 auf S7. Zusammen mit der SPS-Umstellung wurden die Regalbediengeräte komplett erneuert. Da TGW die Lageranlagen von Ganter ohnehin im Halbjahresrhythmus wartet, wurden die Spezialisten aus Österreich auch mit der Umrüstung auf S7 und mit der Modernisierung der Regalbediengeräte und des Fördertechnik-Loops beauftragt (der Loop übernimmt die Ein- und Auslagerfunktionen an den Regalgassen und versorgt die vier Kommissionierplätze im Erdgeschoss des Versandzentrums mit Artikeln und Teilen).

Neben Präzision und Zuverlässigkeit zählt bei Modernisierungsaufgaben besonders die Schnelligkeit. »Eine RBG-Gasse können wir innerhalb von drei Tagen umstellen«, freut sich TGW-Retrofit-Salesmanager Wer- ner Weißböck. Kein Wunder, denn die TGW-Retrofit-Mannschaft zählt 25 Spezialisten, »hoch qualifizierte Steuerungs-, IT- und Mechanik-Experten«, wie Werner Weißböck betont. Bei Ganter allerdings mussten sich selbst die Fachleute beeilen. Für die Modernisierung von vier Regalbediengeräten plus Steuerungsswitch von S5 auf S7 standen nur vier Wochenenden zur Verfügung, wobei der Betrieb unterbrechungsfrei weiterlaufen musste.

Enge Zeitfenster für anspruchsvolle Aufgaben bedürfen gründlicher Vorbereitung. Für TGW eine gewohnte Übung. Alle bei Ganter auszutauschende RBG-Komponenten wie Lastaufnahmemittel und Antriebe wurden im TGW-eigenen Testcenter in Wels montiert und gründlichen Funktions- und Betriebstests unterzogen. Werner Weißböck: »Die Steuerungen und Gewerke vorab in Betrieb nehmen und gründlich testen zu können, bringt uns einen großen Zeitvorsprung, weil wir dann die entsprechenden Teile und Module beim Kunden betriebsfertig einbauen können.«

Effektiver denn je

Auch die Schaltschränke für die S7-Steuerung wurden im Testcenter von TGW montiert, auf Funktion und Sicherheit geprüft und dann im Versandzentrum an die zuvor bis auf Stahlgerüst und Mast »entkernten« Regalbediengeräte montiert. Jetzt – mit neuen Lastaufnahmemitteln, Antrieben, Energieketten, Lauf- und Führungsrädern versehen – sind die vier RBGs wieder auf der Höhe der Zeit. Mit ausgesprochen positiven Folgen: Die Ganter-Intralogistik ist effektiver denn je. Für 600 bis 700 Auftragssendungen werden pro Tag bis 2.500 bis 3.000 Pick-Positionen kommissioniert. Auf Paletten gehen die Sendungen dann weiter in alle Welt.

www.tgw-group.com





Daten & Fakten

Die TGW Logistics Group realisiert als »integriertes Lösungsnetzwerk« innerbetriebliche Logistiklösungen: von kleinen fördertechnischen Anlagen bis hin zu komplexen Logistikzentren.
Mit 1.100 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009/2010 Umsatzerlöse von 221,5 Mio. Euro.

Ausgabe:
lj 05/2010
Unternehmen:
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