24. NOVEMBER 2017

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Innovationen im Gespräch


Special

Unternehmen - SSI Schäfer Graz hat die »Logistica« zur Kontaktbörse für den Informationsaustausch über Neuheiten in der Intralogistik ausgebaut. Zuletzt kamen Teilnehmer aus 27 Ländern in aller Welt.

Mehr als 170 Vertreter von 89 Unternehmen nutzten die Gelegenheit, sich auf der jüngsten »Logistica« über neue technologische Entwicklungen zur Optimierung von intralogistischen Prozessen zu informieren. Bereits zum siebten Mal in Folge hatte SSI Schäfer Graz zu seiner Leistungsschau ins unternehmenseigene »Logistics Center« eingeladen. Drei Tage lang boten die Intralogistikspezialisten von SSI den internationalen Branchenvertretern aus Pharmaindustrie, E-Commerce, Food-Retail, Ersatzteillogistik und Fashion die Möglichkeit zum Meinungsaustausch mit Experten. Zudem konnten die Gäste neben bewährten Systemen wie dem Orbiter-Shuttle, dem S-Pemat oder dem Schäfer-Karussell unter realen Bedingungen Neuentwicklungen aus den Bereichen Fördertechnik, Kommissionierung und Hundert-Prozent-Kontrolle prüfen. SSI-Schäfer-Vertriebsmanager Manfred Preiß: »Der Erfolg der ›Logistica‹ liegt in ihrer Konzeption. Wir zielen nicht auf eine Selbstdarstellung, sondern wollen objektive Informationen darüber vermitteln, mit welchen Optionen die Anwender in den unterschiedlichen Märkten der Welt ihre Prozesse optimieren und effizienter gestalten können.« Gleich zwei Neuentwicklungen von SSI Schäfer hatten in Graz Premiere vor großem Publikum: der Auto Cruiser und die Behälter-Lösung Soft Fall.

Flexibles System

Der Auto Cruiser, konzipiert für kleinere und mittlere Durchsätze, ist ein flexibles System für innerbetriebliche Transporte über längere Strecken. Es besteht aus einem autonomen Transportträger und einem robusten Antriebsschienennetz. In der Standardausführung befördert der Auto Cruiser Lasten bis 30 Kilogramm. SSI Schäfer: »Gegenüber dem Einsatz herkömmlicher Förderzeuge bietet das System bis zu 75 Prozent Energieersparnis.« Bei der Behälter-Lösung Soft Fall handelt es sich um ein Modul, mit dem Behälter sanft gestapelt oder einer anderen Bearbeitungsebene zugeführt werden können. Besonderheit: Der Soft Fall arbeitet ohne zusätzlichen Energiebedarf. Die Komponente ist schwerkraftbetrieben, wobei die Behälter durch Kanäle geführt werden, die so bemessen sind, dass der Fall der Behälter durch den entstehenden Luftdruck abgebremst wird.

Optimale Abwicklung

Ebenfalls mit großem Interesse aufgenommen wurde bei SSI Schäfer in Graz das Jupiter-System: eine flexible Versandpuffer- und Sortierlösung, die entwickelt worden ist, um Auslagerungsspitzen unter hohem Zeitdruck optimal bewältigen zu können. Während der nicht zeitkritischen Kommissionierphase lagert das System (rund 600 Auslagerungsspiele pro Stunde) Auftragsbehälter sortiert in das SSI-Schäfer-Karussell ein. Die Sortierung erfolgt nach Versanddienstleister und Auslieferungsreihenfolge, sodass die Aufträge in kürzester Zeit ausgeführt werden können. Durch die Auftragsordnung, ein speziell adaptiertes Zweifach-Lastaufnahmemittel und eine zusätzliche Auslagerspur können die Drehzeiten des Schäfer-Karussells verringert und gleichzeitig zwei Behälter ausgelagert werden.

Die »Logistica«-Besucher aus den USA zeigten in Graz besonderes Interesse an einer Neuheit, die SSI Schäfer für die hundertprozentige Qualitätskontrolle der Auftragsbearbeitung entwickelt hat. Das patentierte Modul lässt sich bequem unterschiedlichen Anlagenlayouts anpassen und erfüllt die Vorgaben des in den USA gesetzlich vorgeschriebenen, durchgängigen Herkunftsnachweises. Zur Funktionsweise der hundertprozentigen Qualitätskontrolle: Integriert in den Workflow werden die in Behälter kommissionierten Artikel eines Auftrags in einer Prüfstation ausgeleert und vereinzelt. Nachdem ihre Barcodes erfasst worden sind, werden die einzelnen Produkte am Ende des Prozesses wieder zusammengeführt. Mittels industrieller Bildverarbeitung lassen sich alle Artikel etwa auf Mengen, Inhalt, Mindesthaltbarkeitsdatum und Echtheit überprüfen.

Hochperformante Lösungen

Bei den eher automationsaffinen »Logistica«-Besuchern aus Brasilien, Kanada und Russland standen Innovationen und Weiterentwicklungen aus dem Bereich der dynamischen Systeme im Mittelpunkt des Interesses. So etwa die um eine 3D-Kamera-Assistenz erweiterte Ausstattung des Schäfer RoboPicks, die bis zu 2.400 automatisierte Einzelpicks ohne zeitraubendes Teaching ermöglicht. Ebenfalls im Fokus der internationalen Gästegruppe von SSI Schäfer Graz: die optimierte Shuttle-Lösung des Orbiter-Systems und das dynamische Flow-Control-Modul, mit dem sich laut SSI Schäfer »bis zu 25 Prozent Produktivitätsgewinn bei der sequenziellen Auftragszusammenführung via Fördertechnik erzielen lassen«.

Ergonomischer Arbeitsplatz

Auf breites Interesse stießen in Graz auch die ergonomics@work(-stations) für die automatisierte bzw. halbautomatisierte Kommissionierung und das erweiterte Synchro-Pick-System. Der ergonomische Arbeitsplatz nach dem Prinzip »Ware zum Mann« steigert die Durchsatzleistung, indem durch Einbindung eines Fördersorters von einer einzelnen Lagerauslagerung mehrere Aufträge bearbeitet werden – eine Vorgehensweise, die eine Kommissionierleistung von 7.200 Auftragszeilen bei 900 Picks pro Stunde ermöglicht.

»Zwei Drittel der teilnehmenden Unternehmen waren zum ersten Mal zu Gast auf der Logistica«, berichtet SSI-Schäfer-Vertriebsmanager Manfred Preiß. »Die Informationsangebote und -foren wurden intensiv genutzt, und wir können erneut eine durchgehend positive Resonanz verzeichnen.«

Highlights auf der Logimat

Auf positive Resonanz dürfte auch der Auftritt von SSI Schäfer auf der Logimat (8. – 10. Februar, Stuttgart) stoßen. Am Schäfer-Stand (Halle 1, Stand 321) zeigen die Spezialisten von SSI, wie moderne Intralogistik-Lösungen zu deutlich mehr Effizienz im Lager führen. Eines der Highlights auf dem Messestand von SSI Schäfer ist der RoboPick. Die vollautomatische Pickzelle lässt sich nahtlos in bestehende Lagerarchitekturen integrieren. Das innovative System kommissioniert Artikel unterschiedlichster Größe und Form und mit verschiedensten Gewichten präzise und in kürzester Zeit. Es ist in nahezu jeder Branche einsetzbar. Auch das Schäfer-Orbiter-System dürfte das Interesse der Logimat-Besucher auf sich ziehen. Die kombinierte Lager- und Transportlösung erhöht die Effizienz, Leistungsfähigkeit und Sicherheit von Kanallagern. Bei der komplexen Ladesteuerung und -elektronik des im Orbiter-System eingesetzten Shuttles handelt es sich um eine weitere, innovative Eigenentwicklung der Spezialisten von SSI Schäfer.

www.ssi-schaefer.de



Daten & Fakten

SSI Schäfer ist Spezialist für Lager- und Logistiksysteme. Die angebotenen Leistungen reichen von der Konzeptfindung über die Lagereinrichtung bin hin zur Realisierung komplexer Projekte als Generalunternehmer.
Die Unternehmensgruppe ist aus der 1937 von Fritz Schäfer gegründeten, gleichnamigen Firma hervorgegangen und ist heute auf der ganzen Welt vertreten. Hauptsitz von SSI Schäfer ist Neunkirchen im Siegerland.

Ausgabe:
lj 01/2011
Unternehmen:
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