17. NOVEMBER 2017

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Tracking and Tracing: Aufs Etikett kommt's an


Special

Auto-ID-Systeme - Die Havi Logistics GmbH versorgt unter anderem den bekanntesten Burger-Brater mit Ware. Wer solche Kunden hat, muss beste Qualität bieten. Dabei kommt es auch auf Drucker und Etiketten an.

Systemgastronomie in diesem Geschäft kommt der Qualitätssicherung besonders große Bedeutung zu. Für ein hochspezialisiertes Logistikunternehmen wie die Havi Logistics GmbH, die unter anderem alle europäischen Restaurants des vermutlich bekanntesten Burger-Braters der Welt mit Food- und Non-Food-Artikeln beliefert, ist effektive Qualitätssicherung daher ein Muss, ebenso wie lückenloses Tracking and Tracing, also die komplette Verfolgbarkeit der Ware vom Wareneingang bis zur Filiale. Um all dies zu gewährleisten, wird die Ware bei Havi Logistics digital erfasst. Alle relevanten Informationen werden auf einem Barcode-Label hinterlegt. Doch zurück zur Planung dieser Vorgehensweise.

Da man durchgängig nur einen Etikettentyp einsetzen wollte, bedurfte es eines Labels, das in allen drei Lagerbereichen von Havi zuverlässig halten sollte. Zudem sollten die Barcode-Etiketten wieder rückstandslos ablösbar sein, da sie zum Teil auf Mehrwegbehälter geklebt werden. Mit dem Systemintegrator Rodata aus Neuss fand man schließlich die passende Lösung – und den passenden Partner für das »Spezialetikett«.

Havi Logistics mit Hauptsitz in Duisburg ist Logistics Provider für die Food-Service-Industrie. Mit 43 Distributionszentren in 26 Ländern, 4.800 Mitarbeitern, einer Fahrzeugflotte von 570 Lkw und einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro zählt das Unternehmen zu den Größten seiner Branche. »Unser Geld verdienen wir klassisch mit Logistikdienstleistungen. Allein 2008 haben wir 2,1 Millionen Tonnen Ware ausgeliefert«, sagt Gerold Wichern, Senior Manager Transport Deutschland bei Havi in Duisburg.

Qualität als oberstes Gebot

Große Bedeutung bei den Dienstleistungen des Unternehmens haben die gleichbleibend hohe Qualität der eingekauften Ware, die Einhaltung der Vorschriften zu Hygiene und Lebensmittelsicherheit sowie die termingenaue Lieferung. In allen europäischen Distributionszentren kommissionieren Havi-Mitarbeiter in drei Temperaturzonen: im Trockenlager (5 bis 25 Grad), im Frischelager (1 bis 3 Grad) und im Tiefkühllager (bis minus 23 Grad). Problem dabei: Den Temperaturschwankungen bis 40 Grad Celsius hielten die meisten Etiketten, die Havi während einer Pilotphase auf die Behälter und Paletten klebte, nicht stand. »Die wenigen Barcodeaufkleber, bei denen dieses Problem nicht auftrat, ließen sich nicht rückstandsfrei ablösen«, erinnert sich Gerold Wichern. Was also tun? Rodata hatte die Lösung in petto.

Der herstellerunabhängige Systemintegrator, dessen Produktportfolio die gesamte Hardwarepalette von Mobile Computing und automatischer Identifikation umfasst und der damit auch Spezialist für Drucker und Etiketten ist, überzeugte Havi hinsichtlich Produkt und Preis. Zudem konnte Rodata auch in Sachen Lieferqualität punkten. Gerade sie ist bei einem Etikettenvolumen von fünf Millionen DIN-A5-Aufklebern, die Jahr für Jahr aus den Havi-Druckern kommen, ein echtes K.o.-Kriterium. Aber: Die Verfügbarkeit des Etikettenmaterials ist von Rodata garantiert. Alle zwei Monate geht eine Lkw-Lieferung mit Etikettenrollen nach Duisburg, von wo aus sie an alle Distributionszentren von Havi in ganz Europa verteilt werden.

Die rechtlichen Vorschriften – die 2005 in Kraft getretene EU-Verordnung zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und Regelungen wie die Richtlinie für Food Contact Material sowie die Spielzeug-Verordnung – ließen das Unternehmen bereits 2003/2004 auf Auto-ID-Systeme und beleglose Kommissionierung umsteigen.

Jede Lieferung trägt ein Barcode-Label

Seit 2005 ist das Lagerpersonal mit mobilen Terminals ausgestattet, und jede Lieferung trägt ein Barcode-Label. Die einzelnen Kommissionieraufträge werden drahtlos vergeben und abgearbeitet. Ist ein Auftrag abgeschlossen, werden die Auftragsdaten barcodetechnisch aufbereitet und an einen Drucker übertragen, der das entsprechende Etikett ausdruckt. Bei der Druckerauswahl wurde Havi Logistics im Sortiment des Herstellers Intermec fündig. Der Anbieter punktete beim Projektverantwortlichen Gerold Wichern und seinen Kollegen nicht nur aufgrund hoher Produktqualität. Intermec erhielt den Zuschlag vor allem wegen seines Druckkopf-Austauschprogramms.

Da Havi auch die Etiketten über Intermec bezieht, gewährleistet der Hersteller den kostenlosen Austausch des Druckkopfs über die gesamte Lebensdauer des Druckers hinweg. In 29 der 43 europäischen Distributionszentren von Havi Logistics sind 127 Hochleistungsthermotransferdrucker vom Typ Intermec PX6i im Einsatz, unter anderem auch im Tiefkühlbereich, wo sie in beheizten Spezialschränken untergebracht sind und ihre Daten problemlos über ein WPA2-verschlüsseltes WLAN erhalten. »Die Alternative wäre gewesen, die Drucker in wärmeren Bereichen aufzustellen.

Aber dann hätten wir zum einen durch eigentlich unnötige Wege mehr Zeit zum Kommissionieren benötigt und zum anderen die Handheld-Terminals, mit denen wir die Warenströme im Lager verwalten, ständigen Temperaturwechseln ausgesetzt«, erklärt Logistik-Experte Gerold Wichern. Mit der Sonder-lösung können die Barcode-Labels an Ort und Stelle, unabhängig vom Temperaturbereich, gedruckt werden.

Erstklassige Zusammenarbeit

Von der Zusammenarbeit mit Rodata zeigt sich Gerold Wichern begeistert: »Wir geben die hohen Anforderungen unserer Kunden an unsere Lieferanten weiter. Rodata hat sich zwar von Anfang an bewährt, musste sich aber dennoch an seinen Wettbewerbern messen lassen. Da wir niemanden gefunden haben, der uns in Preis und Leistung, Umgang und Betreuung so überzeugt hat wie Rodata, hatten wir auch keine Schwierigkeiten, uns längerfristig zu binden.« Aus dem ursprünglich auf ein Jahr befristeten Etiketten-Kontrakt ist ein Drei-Jahres-Vertrag mit einem Gesamtvolumen von 16,5 Millionen Etiketten geworden; Tendenz: steigend. Gerold Wichern: »Wir sehen in Rodata mehr als einen Hardware-Lieferanten.«

Barcode-Identifizierung wird auch in Zukunft bei Havi Logistics das ID-Mittel der Wahl sein. »Für die Qualitätssicherung ist die Auto-ID-Technik ein großer Gewinn«, sagt Gerold Wichern. Kein Wunder. Die Rückverfolgbarkeit ist einfacher, fehlerhafte Chargen lassen sich per Knopfdruck sperren. Dass Ware gesperrt wurde, weil sie zum Verzehr ungeeignet war, ist bei Havi Logistics allerdings noch nicht vorgekommen.

www.rodata.de
www.intermec.de


Daten & Fakten

Intermec bietet das komplette Produktportfolio für effiziente Auto-ID-Anwendungen an. Für Verkauf bzw. Wartung ist ein globales Vertriebs- und Servicenetz zuständig.

Das Unternehmen hat automatisierte Systeme für Datenerfassung, Mobile Computing, RFID und Barcode-Printing im Programm.

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