31. JULI 2016

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Die Branche wird moderat wachsen


Trends Neben ihrer Funktion als Neuheitenbörse gilt die Cemat auch als Branchenbarometer. Klar wurde: Die Staplerwelt blickt verhalten optimistisch auf 2006.

Wie beurteilen Sie die Aussichten des Staplergeschäfts in Deutschland mit Blick auf das Jahr 2006? Diese Frage stellte das logistik journal Kennern der FFZ-Szene nach Abschluss der wichtigsten Branchenveranstaltung für die nächsten drei Jahre, der Cemat 2005. Hier die Antworten der Staplerexperten:

Bert Frisch, Kommunikationsleiter beim Hersteller Still aus Hamburg:
»Wenn es um den Einsatz und die Durchsetzung von Hightech-Trends geht, spielt die Intralogistik in der ersten Liga. Das hat die Cemat im neuen Gewand eindrucksvoll bestätigt. Die Innovationsgeschwindigkeit der Branche ist hoch. Unterschiedlichste Technologien werden adaptiert und zu wegweisenden Logistiklösungen umgewandelt. Still hat daran in vielen Bereichen erheblichen Anteil. In diesem Zusammenhang ist der fahrerlose Schubmaststapler MX-X zu nennen, ebenso ein neues, intelligentes Antriebsmanagement für verbrennungsmotorische Stapler, die dank ihrer Hybridtechnologie weitere Kraftstoffeinsparungen ermöglichen. Große Beachtung hat auch unser RFID-Navigationssystem gefunden. Vor diesem Hintergrund erwarten wir weiteres Wachstum beim Staplergeschäft in Deutschland.«

Lars Beuel, Vertrieb und Marketing bei Hubtex Maschinenbau:
Wir gehen fest davon aus, dass die Kurve in diesem Jahr mindestens auf gleichem Niveau verläuft wie in 2005 und spätestens ab dem Jahr 2007 von Wachstum auszugehen ist.«

Werner Meier-Ansari, Regional Manager Deutschland/Zentraleuropa bei der Yale Fördertechnik GmbH:
»Leider zeichnete sich nach der Cemat ab, dass weiterhin Verunsicherung bei den Endkunden hinsichtlich der kurzfristigen wirtschaftlichen Entwicklung besteht und insofern Investitionsvorhaben weiterhin eher zurückhaltend angestoßen beziehungsweise zeitlich weiter nach hinten verlagert werden. Die Diskussion um den Fertigungsstandort Deutschland und die Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland erweist sich dabei unter anderem auch als ein Grund für die Stagnation beziehungsweise Reduktion des Gesamtmarktes im Bereich Gegengewichtsstapler, allerdings weniger im Elektrobereich und mehr im Verbrennerbereich. Gleichzeitig erkennen wir jedoch zunehmenden Bedarf speziell im Segment der Lagertechnik, welches nach wie vor gute Wachstumsraten erzielt. Wir haben daher unser Augenmerk verstärkt auf diesen Bereich gelegt und werden hier kurz- und mittelfristig unser Produktangebot erweitern.«

Andreas Schumacher, Marketing- und Vertriebsdirektor von Kalmar:
»Es wäre spekulativ, eine zu konkrete Aussage über 2006 zu machen. Aber: Wir denken positiv und gehen zuversichtlich in die Zukunft.«

Dr. Erich Kirschneck, Vorstand Technik, Jungheinrich AG:
»Vor der Cemat haben wir immer gesagt, wir erhoffen uns von dieser Messe auch einen Impuls für das Geschäft in Deutschland. Das gilt auch jetzt noch. Insofern erwarten wir ein moderates Wachstum ? auch auf dem deutschen Markt. Wir gehen allerdings davon aus, dass der Markt außerhalb Deutschlands weiter stärker wachsen wird.«

Georg Silbermann, Geschäftsleitungsmitglied von Linde Material Handling:
»Wir gehen von einem weiterhin positiven Wachstum des Staplermarktes in Deutschland aus. Wie stark es ausfallen wird, hängt entscheidend von der konjunkturellen Entwicklung ab. Ziel von Linde Material Handling ist es, überproportional an der Entwicklung zu partizipieren. Nicht zuletzt von der erfolgreich verlaufenen Cemat im vergangenen Jahr versprechen wir uns positive Impulse.«

Jan Regler, Geschäftsführer von BT Deutschland:
»Wir sehen das Jahr 2006 positiv. Wir rechnen mit keinem überaus großen Wachstum, jedoch mit Stabilität auf hohem Niveau. Interessant ist auf jeden Fall der weiter wachsende Einfluss deutscher Großkunden auch im Ausland. Wer in Zukunft an dieser Expansion teilhaben möchte, muss frühzeitig die Weichen stellen. Hier sind unserer Meinung nach deutliche Impulse zu erkennen. Mittel- bis langfristig sehen wir Deutschland ganz sicher im Aufwind, da wir hier schon aus rein geographischer Sicht das Zentrum Europas und mehr denn je das Tor zu Osteuropa sind.«

André Netzler, Bereichsleiter Gabelstapler bei Zeppelin Baumaschinen:
»Bezüglich des Gesamtmarktes rechne ich für dieses Jahr mit einer Stagnation. Bei Zeppelin/Hyster planen wir aufgrund neuer Produkte eine Steigerung der Marktanteile im Bereich verbrennungsmotorischer und elektrischer Gegengewichtsstapler.«

Franz Josef Tolle, Manager Marketing & Planning bei Toyota Gabelstapler Deutschland:
»Nach Ende der Cemat 2005 sprach wenig dafür, dass sich die Konjunktur merklich verändern wird. In der Folge werden auch keine wesentlichen Veränderungen des Marktes prognostiziert. Nach wie vor werden in vielen Fällen Investitionen nur sehr schleppend getätigt. Soweit es Toyota Gabelstapler anbelangt, ist es das erklärte Ziel, das Wachstum der letzten Jahre weiterzuführen.«

Michel de Weert, Marketing Manager bei Hyundai Heavy Industries Europe:
»Die Marktaussichten in unserem Geschäftsbereich deuten auf einen leichten Anstieg im Staplerbereich von 1 bis 1,5 Prozent hin. Hyundai ist auf dem deutschen Staplermarkt noch eine neue Marke und muss sich gegen einen starken angestammten Wettbewerb durchsetzen. Die Cemat 2005 bildete den Auftakt unserer Marktoffensive. Deshalb planen wir, zurückhaltend, in der ersten Phase der Markteinführung etwa zwei bis drei Prozent Marktanteile zu gewinnen. Erste Kunden haben bereits positive Erfahrungen mit unseren Maschinen gemacht. Wenn sich die Qualität unserer Produkte herumspricht, sind wir zuversichtlich, unseren Marktanteil kontinuierlich ausbauen zu können.«

Jan Burmeister, Geschäftsführer der Atlet Flurförderzeug GmbH:
»Für Atlet bedeutet das Jahr 2006 weiteres Wachstum. Ergonomisch anspruchsvolle und sichere Stapler werden bei uns auch in Zukunft allerhöchste Priorität haben. Dies war schon immer die Stärke von Atlet und wird es auch in Zukunft bleiben. Mit dem neuen Schubmaststapler ›Forte‹, dem Niederhubkommissionierer ›Tempo‹ und dem Niederhubwagen ›Presto‹ präsentiert Atlet in diesem Jahr ein Distributionspaket von hoher Zuverlässigkeit und Flexibilität.«

Martin McVicar, Geschäftsführer der irischen Combilift Ltd:
»Verglichen mit den letzten Jahren kann sich die Marktsituation in Deutschland nur verbessern. Ich gehe davon aus, dass es im Bereich der Produktion weiter einen rauen Wettbewerb geben wird und sich ein Trend in Richtung Lager- und Distributionsindustrie entwickelt. Daraus entsteht ein zusätzlicher Bedarf an Raum sparenden Material-Handling-Fahrzeugen, an Fahrzeugen also, wie wir sie herstellen.«

Hans Willems, Marketing-Manager bei Doosan Infracore:
»Die Probleme Deutschlands müssen tatsächlich angegangen werden. Das ist aus unserer Sicht zwingend notwendig, um die Konsumzurückhaltung zu beseitigen und damit ein Marktwachstum zu ermöglichen. Sollte dies gelingen, wird das Jahr 2006 sicherlich steigende Absatzzahlen bereithalten.«

Erwin Strauch, Geschäftsführer der OM-Pimespo Fördertechnik GmbH:
»Die wirtschaftliche Gesamtlage sollte realistisch denkende Menschen eigentlich dazu veranlassen, auch 2006 die Aussichten im Staplersektor vorsichtig zu beurteilen - wären da nicht die Erfahrungen und Zahlen aus 2004 und 2005. Ersteres brachte es nach anfänglichen Schätzungen in Richtung 51.000 Gesamteinheiten in der Endabrechnung dann doch auf rund 56.500 Geräte. Und auch nach der Cemat war davon auszugehen, dass diese Zahl wieder erreicht wird. Offenbar bedeuten höhere Arbeitslosenquoten nicht zwangsläufig niedrigere Investitionen im Flurförderbereich. Impulse ergeben sich augenscheinlich aufgrund anderer Effekte, wie zum Beispiel aus der Verlagerung in Richtung Rentalgeschäft und damit hin zu kürzeren Lebenszyklen der Neufahrzeuge. Ich gehe daher für 2006 von einem ähnlich hohen Bedarf an Flurförderzeugen aus wie im vergangegen Jahr.«

Harald Schlosser, Geschäftsführer bei Genkinger-Hubtex:
»Im Anschluss an die Cemat hat sich das Nachfragepotenzial deutlich verbessert. Dadurch könnten die Aussichten für 2006 besser ausfallen als seinerzeit die für 2005.«

Andreas Mahnel, Leiter Vertrieb International bei Mitsubishi Gabelstapler:
»Der Markt in Deutschland wird sich voraussichtlich auch 2006 nicht spürbar verändern. Dies bezieht sich allerdings nur auf die Stückzahlen. In der Verteilung wird sich einiges bewegen. Allen voran sind wir selbst zu nennen. Mitsubishi Gabelstapler wird auch in diesem Jahr in Deutschland weiter steigende Umsätze verzeichnen. Die Gründe hierfür sind ganz einfach: Erstens ist unsere Händlermannschaft in Deutschland fast vollständig aufgestellt. Zweitens sind wir ein Full-Liner mit Lagertechnikgeräten und Gabelstaplern, die in allen Bereichen auf dem technisch neusten Stand sind. Und drittens gehören unsere Maschinen zu den zuverlässigsten im Markt. Deshalb freuen wir uns auf die zu meisternden Herausforderungen.«


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