18. SEPTEMBER 2014

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Neue Höhe nicht in Sicht


Rückblicke & Aussichten Wie war das zurückliegende Geschäftsjahr? Und wie geht’s weiter? Das fragten wir Anbieter von Flurförderzeugen. Nach einem langen Sommer, meinen manche, wird’s langsam kühler.

Matthias Fischer, Geschäftsführer der Toyota Material Handling Deutschland GmbH, sieht das zurückliegende Geschäftsjahr so: »Das Jahr war vor allem vom Zusammenschluss der Toyota Gabelstapler Deutschland GmbH und der Toyota Material Handling Deutschland GmbH, vormals BT Deutschland, geprägt. Daher ist ein direkter Vergleich mit dem Vorjahr nicht möglich. Allerdings können wir feststellen, dass sich die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Direktvertrieb und Händlervertrieb sehr positiv entwickelt hat. So konnten wir die gemeinsamen Ziele im Jahr 2007 voll erreichen.« Zu den Tendenzen in seiner Branche sagt Fischer: »Wie bereits im Vorjahr beobachten wir erneut ein starkes Wachstum der osteuropäischen Märkte. Insbesondere Russland entwickelt sich sehr schnell.« Auch auf der Weltleitmesse für Intralogistik konnte der Geschäftsführer von Toyota Material Handling Deutschland Trends ablesen: »Auf der Cemat war unter anderem zu erkennen, dass das Umweltbewusstsein eine wichtige Rolle spielt. Insbesondere die Konzeptstudie unseres Hybridgabelstaplers stieß auf großes Interesse. Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten steigt.« Und so sieht Matthias Fischer das noch laufende Geschäftsjahr: »Nach einer über siebenjährigen Phase des Aufschwungs rechnen wir damit, dass sich 2008 in Europa nur noch ein leicht wachsender Markt einstellen wird.« Die Kion Group (Linde, Still, OM) äußert sich zum zurückliegenden Geschäftsjahr wie folgt: »Der Auftragseingang von Kion stieg gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (4,179 Mrd. Euro) um zehn Prozent auf 4,592 Mrd. Euro. Den Nettoumsatz konnte die Kion Group 2007 um gut zehn Prozent auf 4,312 Mrd. Euro steigern. Wachstumstreiber waren vor allem die Märkte Asiens und Osteuropa sowie insbesondere auch Westeuropa. Stark entwickelten sich in Westeuropa vor allem Deutschland, Frankreich und Italien und damit Märkte, in denen die Kion Group über die Marktführerschaft verfügt. Der Einfluss der negativen Marktentwicklung in den USA auf die Geschäftsentwicklung bei Kion konnte durch eine sehr gute Geschäftsentwicklung in Süd- und Mittelamerika überkompensiert werden. In Asien wurde die positive Entwicklung vor allem durch China getragen, wo Kion über ein eigenes Werk verfügt, das inzwischen verstärkt auch für den gesamten asiatisch-pazifischen Raum sowie Module für die europäischen Montagelinien produziert.
Das um Einmal- und Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Kion Group wurde überproportional um 28,5 Prozent auf 338 Mio. Euro gesteigert (Vorjahr: 263 Mio. Euro). Die Zahl der Beschäftigten (einschließlich der Auszubildenden) stieg 2007 von 20.102 Ende 2006 um 4,9 Prozent auf 21.086 Mitarbeiter.« 2008 schätzt die Kion Group so ein: »Für das laufende Jahr rechnen wir mit weiterem, im Vergleich zu 2007 jedoch deutlich geringerem Wachstum des Weltmarktes für Flurförderzeuge. Dabei dürfte es voraussichtlich und wie bereits in den Vorjahren in Asien, insbesondere in China, zu einem überdurchschnittlichen Wachstum kommen. Der nordamerikanische Markt wird sich wie im Vorjahr negativ entwickeln. Für Westeuropa erwarten wir ein geringes Wachstum, während der osteuropäische Markt erneut überproportional ansteigen wird. Das weltweite Marktwachstum wird voraussichtlich alle Produktbereiche in etwa gleichem Maße betreffen.« Für die Jungheinrich AG, hinter Toyota und Kion jetzt die Nummer 3 im weltweiten Geschäft mit Flurförderzeugen, nimmt Vertriebsvorstand Dr. Helmut Limberg zu Umsätzen und Aussichten Stellung: »Jungheinrich hat sich 2007 in einem dynamisch wachsenden Markt für Flurförderzeuge erfolgreich entwickelt und blickt auf das beste Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte zurück. Die Nachfrage nach allen Produkten und Dienstleistungen stieg deutlich. Mit einer kräftigen Steigerung des Auftragseingangs und guten Ergebnissen setzte Jungheinrich seinen profitablen Wachstumskurs fort. Der Konzernumsatz übertraf erstmals die Marke von 2 Milliarden Euro. An der Steigerung des Konzernumsatzes waren alle Geschäftsbereiche beteiligt. Den größten Zuwachs erzielte das Neugeschäft mit einer Steigerung von 19 Prozent. Das After-Sales-Geschäft nahm um 7 Prozent zu.«
Auch spezielle Tendenzen hat Jungheinrich-Vorstand Helmut Limberg registriert: »Insbesondere in der Produktionslogistik kommen zunehmend Schlepper zum Einsatz. Das belegen die Verkaufszahlen. Jungheinrich hat auf diesen Trend reagiert und nun eine komplette Schlepperpalette im Programm. Auf Regionen bezogen kann gesagt werden, dass die Nachfrage in Asien, insbesondere in China, und in Osteuropa, hier speziell in Russland, besonders hoch war. Diese Märkte entwickeln sich auch 2008 besonders gut.«

Verhaltene Freude
Für die Nacco Materials Handling Group (Hyster, Yale) äußert sich Christina Kmetko, Manager Finance and Investor Relations von Nacco Industries. Der Konzernbereich Materials Handling konnte das zurückliegende Geschäftsjahr zwar mit einem ähnlich hohen Umsatz (1,984 Mrd. Euro) abschließen wie das Jahr 2006 (1,982 Mrd. Euro), unterm Strich aber hätte es für die Amerikaner deutlich besser laufen können. Dass es nicht so kam, liegt am wenig erfreulichen Zustand der US-Wirtschaft. Christina Kmetko spricht in diesem Zusammenhang von der »slowing U.S. economy«.
Keine Frage: Ein Hersteller wie Hyster hat’s schwer, wenn der Heimatmarkt ein Tief durchläuft. Der schwache Dollar – wer bestimmte US-Produkte etwa im Euro-Raum kauft, bekommt sie jetzt oft günstiger, was wiederum den Absatz der Anbieter treibt – ist da nur ein schwacher Trost. Dennoch blickt man auch bei Nacco Materials Handling optimistisch in die Zukunft, denn für das, was kommt, ist man gut gerüstet. Weil Staplerkäufer verstärkt auf die kostengünstige Kombination aus größtmöglicher Geräte-Zuverlässigkeit und höherem Service-Level Wert legen, sieht man sich bei Nacco gut aufgestellt. Voraussetzung für den Erfolg ist allerdings die wirtschaftliche Großwetterlage. Und diesbezüglich ist man bei Nacco skeptisch.

Unsicherheiten in USA
»Stapler-Unternehmen«, so Christina Kmetko, »sehen sich Unsicherheiten in der US-Ökonomie gegenüber.« Dafür sind wenigsten die Trends klar ablesbar: »In den meisten Regionen der Welt wünschen die Kunden spezielle Lösungen für ihren Material-Handling- Bedarf.« Genau diese Lösungen möchte Nacco anbieten. Wichtig dabei: die Kosten. »Die Hersteller müssen Produkte anbieten, die sich über ihren gesamten Lebenzyklus hinweg optimal rechnen.« Neben den »low cost of ownership« nennt Kmetko auch andere Aspekte, die im Staplerbusiness eine immer wichtigere Rolle spielen: vom Service über die jeweils passende Finanzierung der Geräte bis hin zu ihrer Umweltverträglichkeit. Eitel Sonnenschein herrscht im Stapler-Geschäftsbereich von Mitsubishi. Peter Wolf, Leiter der Zweigniederlassung Deutschland von MCFE, spricht mit Blick auf 2007 vom »besten Jahr in unserer Geschichte«. Was Tendenzen angeht, registriert Wolf bei seiner Kundschaft eine stärkere Hinwendung zu elektrisch bzw. mit Gas betriebenen Geräten. Das laufende Geschäftsjahr sieht der Niederlassungsleiter »auf gleichem Niveau wie 2007«. 2009 wird nach Auffassung von Peter Wolf »eher stabilisierend« ausfallen.

Ein spannendes Jahr
Kenneth Dufford, Geschäftsführer European Operations bei Crown, sieht das zurückliegende Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum so: »Crown erlebte ein sehr spannendes Jahr. Trotz der Probleme in der Weltwirtschaft, die in der Presse ausführlich ihren Niederschlag fanden, hatten wir ein weiteres Jahr mit einem deutlichen Ertragswachstum, das wiederum zu einer befriedigenden Gesamtleistung im Hinblick auf das Erreichen unserer Ziele beitrug. Wir haben verschiedene neue Produktmodelle auf den Markt gebracht, die unser Wachstum weiter voranbrachten. Dazu gehört unser GPC 3000, mit dem die Effektivität im Bereich ›Niederhubkommissionieren‹ deutlich erhöht wird. Außerdem haben wir den RC 5500, einen prämierten Fahrerstand- Gegengewichtsstapler, den Schubgabel- Hochhubwagen SHR 5500 sowie neue Versionen in unserer Dreirad- und auch in unserer Vierrad-Gegengewichts-Staplerreihe auf den Markt gebracht. Unsere Produktentwickler haben sich also sichtbar ins Zeug gelegt. Diese Produkte und unsere kontinuierliche, weltweite Erweiterung des Vertriebsnetzes halfen uns, mehr Kunden zu erreichen und so zu einem gewissen Grad die sinkende Marktnachfrage in den USA aufzufangen. Ein Höhepunkt bei der Erweiterung des Vertriebsnetzes war die Eröffnung unserer Einzelhandelszentrale in Shanghai, die nach unserem Werk in Suzhou den vollen Betrieb aufnahm.« Auch zum Thema »Trends« äußert sich der Crown- Geschäftsführer European Operations. Kenneth Dufford: »Unsere Branche und die Branchen, in denen wir agieren, sind insgesamt deutlich umweltbewusster geworden. Unsere Beteiligung an Erforschung und Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie wurde vom US-Bundesstaat Ohio mit der Gewährung eines erheblichen Zuschusses gewürdigt, um auf diese Weise unser weiteres Engagement zu unterstützen. Zudem wurden wir vom Umweltschutzministerium der USA als einer von nur 27 ›Partnern bei der Abfallminimierung‹ für unsere Anstrengungen bei der Reduzierung von Abfall- und Emissionswerten in der Produktion gewürdigt. Wir haben auch verschiedene ältere Industrieanlagen gekauft, revitalisiert und sie dann in attraktive Arbeitsplätze zum Nutzen von Mensch und Umwelt umgewandelt. Aber wir bei Crown sehen noch mehr Potenzial im Bereich Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit. Der Hauptfokus in unserer Branche wird auf Menge und Art der benötigten Energie gelegt, die zum Transport der Güter erforderlich ist. Wir glauben aber, dass ein Schwerpunkt auch auf jene Energie- und Materialmenge gelegt werden sollte, die für die Produktion von Gütern erforderlich ist. Crown ist seit jeher für die Qualität seiner Produkte bekannt. Diese Qualität hat sowohl für den Kunden – in Bezug auf seine Kosten – als auch für die Umwelt einen direkten Nutzen. Oder einfacher gesagt: Je länger die Nutzungsdauer eines Produkts, desto weniger Energie und Rohmaterial wird langfristig für Ersatzteile verbraucht. Crown trägt seinen Teil dazu bei.«

Klare Prognose
Wie schätzt Crown den Markt mit Blick auf die nähere Zukunft ein? Diese Frage beantwortet Kenneth Dufford wie folgt: »Wir gehen davon aus, dass der Weltmarkt stabil bleibt, wobei in den ›neuen Märkten‹ ein Wachstum zu verzeichnen sein wird, durch das die Schwäche der traditionellen Märkte in Nordamerika und Westeuropa ausgeglichen wird.« Für den Staplerbereich von Komatsu, so Toji Kudo, General Manager Planning & Sales Support bei Komatsu Utility, sei das zurückliegende Geschäftjahr »sehr erfolgreich« verlaufen – »mit Ausnahme des amerikanischen Marktes«. Tendenziell, ergänzt Kudo, sei im immer noch zufriedenstellend wachsenden Markt für Material-Handling-Equipment eine verstärkte Nachfrage nach elektrisch betriebenen Staplern festzustellen. Zudem registriert Komatsu, dass die Kunden »mehr und mehr die Gesamtkosten für den Einsatz ihrer Stapler im Blick haben«. Gefragt seien hohe Leistungskraft und geringe Kosten für den Unterhalt. In diesem Zusammenhang rücke auch das Thema »Energieeffizienz« immer stärker in den Vordergrund. Auch Kees van Santen, General Manager von Nissan Forklift Europe in Amsterdam, äußert sich positiv über das zurückliegende Geschäftsjahr. Im Vergleich zu 2006 habe sich die Material-Handling-Division von Nissan gut entwickelt. Obwohl es »starke Schwankungen zwischen Regionen und Ländern« gebe, sei jedoch absehbar, dass »vor dem Hintergrund verschiedener Entwicklungen auf den Finanzmärkten und in der Wirtschaft « die globale Nachfrage im laufenden Geschäftsjahr im Vergleich zu 2007 schwächer ausfalle. Wichtigster Schritt von Nissan im vergangenen Jahr war die Akquisition des schwedischen Lagertechnik- Spezialisten Atlet. Die Übernahme ist auch der Grund dafür, dass in der Weltrangliste der Umsatz von Atlet in den von Nissan eingeflossen ist.

Sauber liegt im Trend
Holger Schmitz, Marketing Manager von Doosan Infracore, meldet mit Blick auf 2007 »das erfolgreichste Jahr seit Beginn unserer Verkaufsaktivitäten in Deutschland«, registriert »eine verstärkte Nachfrage nach Gas- und Elektrostaplern «, rechnet jedoch nach einer »positiven, wenn auch stagnierenden Entwicklung in 2008« für das kommenden Jahr »mit einem deutlichen Nachfragerückgang«. »Das Geschäftsjahr 2007 hat alle Erwartungen übertroffen «, sagt Ingo Rose vom Product Marketing des Hauses Clark Europe und ergänzt: »Das gestiegene Umweltbewusstsein und die Vorgaben durch Gesetze erhöhen die Nachfrage nach AC-Elektrogeräten merklich.« Zu den Aussichten für die nähere Zukunft äußert Rose sich so: »Der Gesamtmarkt für Flurförderzeuge in Europa wird weiter wachsen, wobei die Zuwachsraten geringer ausfallen werden als in den letzten Jahren.« Einer positiven Entwicklung des Marktes für motorisierte Flurförderzeuge entgegen sieht Jens Körner, Geschäftsführer der W. Körner GmbH und unter anderem Anbieter von Artison Gabelstaplern. Allerdings: »Umweltaspekte wie Energieverbrauch und Abgaswerte werden immer wichtiger. « Ähnliches stellt Hubtex- Verkaufsleiter Lars Beuel fest: »Die Nachfrage nach elektrisch angetriebenen Fahrzeugen steigt stetig. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise werden auf Basis neuer Antriebstechnologien für Elektrofahrzeuge immer mehr Verbrenner durch Elektrostapler ersetzt. Positiver Nebeneffekt ist der Wegfall von Rußpartikeln und Geräuschpegeln. « Über gute Verkäufe im zurückliegenden Geschäftsjahr freut sich Bruno Haller, Geschäftsleitung Stöcklin Logistik, und merkt an: »Die Nachfrage nach Spezialgeräten nimmt stetig zu.« Für 2008 kündigt Haller »eine weitere, jedoch nicht mehr so markante Steigerung« an.

Hohes Kostenbewusstsein
Hans-Jürgen Ebsen, Verkaufsleitung Magaziner Lager- und Fördertechnik, sieht »viele Kunden, die nicht nur Anschaffungspreise vergleichen, sondern auch Wert auf günstige Folgekosten legen. Wir erkennen einen Trend zu mehr Stabilität, Zuverlässigkeit und Service-Freundlichkeit der Geräte. Das kommt uns zugute.« Sehr wichtig, so Ebsen, sei auch eine flexible Anpassung der Geräte an die Bedürfnisse der Kunden. Die Dambach Lagersysteme GmbH & Co. KG konnte ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2007 um 17 Prozent steigern. Allerdings: Die Steigerung kommt aus dem Bereich ›Automatische Regalbediengeräte‹. Dambach Lagersysteme-Chef Dr.-Ing. Roland Thumm: »Die Hochregalstapler konnten mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten.« Für 2008 aber rechnet Thumm »entsprechend dem Markt für Intralogistikprodukte « auch bei den Hochregalstaplern mit einer Umsatzsteigerung. (wei)
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