24. NOVEMBER 2017

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Mehr Flexibilität mit Anlagen von Eisenmann


Neuheiten Die Spezialisten aus Böblingen bringen zwei innovative Entwicklungen auf den Markt: den E-Shuttle für Prozesse in der Automobilindustrie und eine steigfähige Elektrohängebahn für die innerbetriebliche Logistik.

Mit dem E-Shuttle bringt Eisenmann ein System auf den Markt, das den Produktionsprozess der Automobilhersteller spürbar flexibilisiert. Geschaffen für die Vorbehandlungs- und Tauchlackierprozesse der Karossen, kann es bezüglich Tauchkurven, Fahrweise oder Verweildauer im Prozessbecken dem zu beschichtenden Produkt individuell angepasst werden. Basierend auf bewährten Systemkomponenten haben die Anlagenbau-Spezialisten aus Böblingen mit dem E-Shuttle ein System entwickelt, bei dessen Nutzung die Betreiber von einfacher Handhabung, platz-sparender Bauweise und damit einhergehend von einer betriebskosten- und energiefreundlichen Technik profitieren können.

Mitfahrende Steuerung

Der E-Shuttle transportiert die Karossen mit Einzelfahrwerken durch die Prozessbecken in Vorbehandlung und kathodischer Tauchlackierung (KTL). Jedes E-Shuttle-Fahrwerk hat eine eigene, mitfahrende Steuerung, mit der die Tauchkurve der transportierten Karosse definiert und ihre Verweildauer im Prozessbecken überwacht wird. Der Anlagenbetreiber kann sowohl die Tauchkurven als auch die Prozesszeiten individuell auf jeden Karossentyp und jedes Prozessbecken programmieren. So erhält jede Karosse die für sie optimale Behandlung. Zudem ist es möglich, bestimmte Becken im Vorbehandlungs- und KTL-Prozess zu überspringen.

Kontinuierliche Positionserfassung

Dank kontinuierlicher Positionserfassung werden die Fahrbewegungen des Gesamtsystems aufeinander abgestimmt. Eine übergeordnete Kopfsteuerung koordiniert die Shuttles untereinander und verhindert so Kollisionen. All dies macht den E-Shuttle zu einem flexiblen und dem jeweiligen Karossentyp individuell anpassbaren System, das bei hoher Beschichtungsqualität Modellwechsel oder Umstellungen im laufenden Produktionsprozess problemlos ermöglicht. Der E-Shuttle besteht aus drei frei programmierbaren Achsen: einer Fahr-, einer Hub- und einer Drehachse. Sie ermöglichen individuell einstellbare Tauchkurven und alle denkbaren Fahrweisen (wie Dach oben, Dach unten oder beliebige Zwischenpositionen). Mittels einer Kombination aus Hub- und Drehbewegung tauchen die Karossen in die Becken ein, wobei sie um 360° gedreht werden können und eine komplette Vertikalstellung erreichbar ist. Die Karossen können sowohl in den Prozessbecken geflutet als auch über ihnen vollständig entleert werden.

Aufträge von VW und Porsche

Mit seiner platzsparenden Bauweise eignet das System sich besonders für Neuanlagen im Pkw-Bereich. Das zeigen u.a. die Aufträge von Volkswagen und Porsche. Zu Raumeinsparungen führt das System, weil die seitliche Rückführstrecke der leeren Einzelfahrwerke in Störfällen als Puffer genutzt werden kann. Bei der Entwicklung des E-Shuttle konnte Eisenmann unter anderem auf seine jahrelangen Erfahrungen auf dem Gebiet der Elektrohängebahnen (EHB) zurückgreifen. Aus diesem Produktbereich stellte der Systemanbieter jetzt eine neue steigfähige Elektrohängebahn vor. Mit diesem Materialfluss-System können im Zuge der innerbetrieblichen Logistik große Höhenunterschiede und Steigungen ohne großen Aufwand in den Materialfluss eingebunden werden.

Hohes Leistungsvermögen

Bei Nutzlasten bis 1.000 kg konnten mit der Standard-EHB von Eisenmann bisher kleine Steigungen zwischen zwei und zehn Grad bewältigt werden. Dazu wurden die konventionellen Fahrwerke mit stärkeren Antrieben oder externen Hilfsschleppern bestückt. Wenn große Steigungen auf kleinem Raum zu überwinden waren, setzte man Hubstationen ein, was sich jedoch auf Investitionskosten und Durchsatzleistung auswirkte. Die neue EHB kann beispielsweise Lasten bis zu 300 kg über Steigungen von 30 Grad transportieren. Theoretisch aber können alle Steigungen zwischen 0 und 45 Grad überwunden werden. Bei größeren Steigungen reduziert sich allerdings die transportable Nutzlast.

Keine externen Steighilfen

Die bei der neuen EHB zum Einsatz kommenden Fahrwerke benötigen keine externen Steighilfen. Um das Steigen ohne Hilfsmittel zu ermöglichen, sind die Fahrwerke mit einer Anpresseinheit ausgestattet. Sie erhöht die Reibung auf der Schiene und hält das Fahrwerk dadurch in der schiefen Ebene. Je nach Gewicht der Last besteht die Möglichkeit, Monofahrwerke oder – bei Nutzlasten über 100 kg – Fahrwerke mit Vor- und Nachläufer einzusetzen. Bei letzterer Variante befindet sich die Anpresseinheit am Vorläufer. Die Fahrwerke bestehen aus denselben Komponenten wie bisher. Zur bewährten Technik zählt auch die frei programmierbare Fahrwerksteuerung mit parametrierbarem Abstandssensor und kontinuierlicher Wegerfassung.

Bewegliche Gehänge

Damit die Last auch in der Steigung waagrecht gehalten werden kann, müssen die Gehänge beweglich befestigt sein. Bei den Fahrwerken mit Vor- und Nachläufer bedient man sich dabei in der Regel einer Traverse, die je nach Transportgut unterschiedlich gestaltet ist. Bei den Monofahrwerken kann das Stückgut meist direkt oder über eine kurze Traverse angehängt werden. Um einen gefahrlosen Betrieb zu gewährleisten, sind entlang der EHB-Strecke Absturzsicherungen angebracht. Die Geschwindigkeiten der Fahrwerke liegen in der Ebene bei 60 m/min und in Steigungen bzw. Gefällen bei 40 m/min.

Flexiblere Streckenführung

Mit der steigfähigen EHB sind flexiblere Streckenführungen möglich, da sowohl kleinere Kurvenradien gefahren als auch Höhendifferenzen problemlos überwunden werden. Zudem ergibt sich beim Einsatz der steigfähigen Fahrwerke im Vergleich zur Ausstattung mit stärkeren Antrieben oder externen Hilfsschleppern ein nicht geringeres Einsparpotenzial. Sind schwerere Lasten zu transportieren oder größere Steigungen zu überwinden, kann nun auf die Anschaffung teurer Hubstationen verzichtet werden. Ein Vorteil, der sich auch auf den Durchsatz der Anlage positiv auswirkt, weil die beim Einsatz von Hubstationen nötige Taktung des EHB-Systems entfällt.

www.eisenmann.com



Daten & Fakten

Eisenmann zählt zu den international führenden Systemanbietern in Oberflächentechnik, Materialfluss-Automation, Umwelt- und Thermoprozess-Technik.
2.200 Mitarbeiter entwickeln und bauen effiziente Anlagen für Fertigung, Montage und Distribution. Stammsitz von Eisenmann ist Böblingen in Baden-Württemberg.

Ausgabe:
lj 02/2010
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