30. JUNI 2016

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Investment mit Augenmaß


Special Modernisierung

Retrofitting - Die Papstar-Gruppe hat ihr Logistikzentrum mittels klugem Retrofitting bei laufendem Betrieb auf Vordermann gebracht. Beträchtlichen Anteil daran hatten die Lagertechniker von Bito.

Bestecke, Teller, Becher, Kerzen, Servietten, Tischdecken – das sind nur einige von mehr als 6.000 Artikeln der Papstar-Gruppe mit Hauptsitz in Kall in der Eifel. Die Artikel, teils von der Unternehmens-Gruppe selbst hergestellt, werden aus dem Papstar-Lager- und Kommissionierzentrum zu den Verkaufsstellen transportiert. Dabei hat sich im Lauf der Jahre ein ausgeprägtes Logistik-Know-how gebildet.

Gegründet wurde die Papstar Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG 1979 in Schleiden. Ein Jahr später entstand im nahegelegenen Kall ein großes Verwaltungs- und Logistikzentrum, das in mehreren Stufen um- und ausgebaut wurde. In unterschiedlichen Lagerbereichen stehen in Kall 25.000 Quadratmeter Hallenfläche und 40.000 Palettenplätze zur Verfügung. Beliefert werden sowohl kleine Verbrauchermärkte in Südeuropa als auch große Outlets und Zentrallager von SB-Warenhaus- und CC-Ketten in Mittel- und Nordeuropa. Geboten wird ein geschlossenes Sortiments- und Präsentationskonzept aus Einmalgeschirr, gedecktem Tisch, Entsorgung, Reinigung, Party- beziehungsweise Festbedarf. Zudem agiert das Unternehmen Papstar seit über drei Jahren auch als Logistikdienstleister für namhafte Hersteller der Konsumgüterindustrie im Bereich Non-Food. Dadurch kommen zu etwa 6.000 eigenen rund 2.000 »Fremdartikel« hinzu. Die Artikel müssen vom Wareneingang bis zum Kunden transportiert werden.

Klare Aufgabenstellung

»Wir verstehen uns als Dienstleister – von der Abholung der Ware bis zum Regalbefülldienst«, umreißt Gregor Falke, Prokurist und CIO/CLO Head of IT/Logistics bei Papstar, die Aufgabenstellung. Um dem eigenen Anspruch gerecht werden zu können, wurde das ohnehin schon leistungsfähige Logistik- und Kommissionierzentrum zusätzlich auf die neuen Anforderungen ausgerichtet. Die Bereiche I (eigene Produkte) und II (Supply Management) wurden umgerüstet und ausgebaut. Die Modernisierung erfolgte bei laufendem Betrieb und gleichzeitiger Aufnahme weiterer Artikelpositionen. Auch für den Lieferanten der Lagereinrichtungen, Bito-Lagertechnik aus dem rheinlandpfälzischen Meisenheim, stellte die Modernisierungsmaßnahme eine Herausforderung dar.

Neue Elemente für mehr Effizienz

Im Laufe der Jahre hatten die Experten von Bito-Lagertechnik das Logistik- und Kommissionierzentrum von Papstar bereits mit einer Stückgut-Durchlauf-Regalanlage in dreigeschossiger Bauweise und mit Kunststoffbehältern für die Kommissionieranlage ausgerüstet. Im Zuge der Modernisierung wurde die Kommissioniertechnik um ein automatisch bedientes Palettenlager (APL) und ein automatisches Kleinteilelager (AKL) erweitert. Generalunternehmer und damit Auftraggeber von Bito war die Swisslog Holding AG mit Hauptsitz im schweizerischen Buchs.

Das APL wurde zu etwa zehn Prozent aus vorhandenen Komponenten und zu 90 Prozent aus neuen Bauteilen errichtet. Es umfasst vier Einzelregalreihen, zwei Bediengeräte-Gassen sowie zwölf Felder in X- und zwei beziehungsweise drei statische Ablageebenen in Y-Richtung. Die Anlage bietet eine Kapazität von 460 (440) statischen Palettenstellplätzen. Das APL ist für die flexible Lagerung von Euro-Flachpaletten (800 x 1.200 mm) sowie für Paletten mit Überstand (bis 900 x 1.300 mm) konzipiert. Die beladenen Paletten dürfen 2.200 mm hoch und zwischen 150 und 600 kg schwer sein.

Flexible Mehrplatz-Bauweise

Für die Direktkommissionierung von der Palette aus dem APL wurde die erste Lager-ebene mit 174 Schwerkraft-Rollenbahnen des Paletten-Durchlauf-Regalsystems Bito PDS ausgerüstet. Die Beschickung der Rollenbahnen erfolgt vollautomatisch durch ein Regalbediengerät (RBG). In jeden Paletten-Durchlaufkanal wurden eine Nachlaufsperre, eine Bremstragrolle und eine Rückschubsicherung eingebaut. Insgesamt sind hier 348 Palettenplätze vorhanden. Schnelldreher werden direkt von der Palette kommissioniert. Im neuen AKL dagegen befinden sich mehr als 2.000 verschiedene A-, B-, C- und D-Artikel. Papstar setzt das automatische Kleinteilelager zur kurzfristigen Lagerung vorkommissionierter Aufträge ein. Die diesbezügliche Zeitspanne liegt bei höchstens einer Woche. Bito-Lagertechnik hatte das AKL in flexibler Mehrplatz-Bauweise mit Stahlpaneel-Auflagen konzipiert. Pro Regalfach sind mehrere Paneele in gleichmäßigem Abstand eingelegt. Auf diese Weise können die Regalbediengeräte, ausgestattet mit Universalgreifern, Kartons unterschiedlicher Abmessungen einlagern. Im automatischen Kleinteilelager stehen 4.760 Regalfächer zur Verfügung. Das leistungsfähige AKL besteht aus 14 Einzelregalreihen, welche siebenBediengeräte- Gassen bilden und je 20 Felder in Längsrichtung sowie 17 Ebenen in vertikaler Richtung aufweisen. Je nach Kartongröße können pro Fach bis zu 20 Kartons eingelagert werden. Damit liegt die Gesamtkapazität bei 95.000 Kartons.

Bis zu 65.000 Picks pro Tag

Die Modernisierung des Logistik- und Kommissionierzentrums hat bei Papstar zu deutlich mehr Produktivität und Effizienz geführt. Nach Abschluss der Maßnahme ist die Anlage jetzt für die Abwicklung von rund 1.500 Aufträgen täglich ausgelegt. In Spitzenzeiten entspricht das rund 65.000 Picks pro Tag. Die Aufträge werden im manuellen Stückgut-Durchlaufregal (SDS) kommissioniert. Je nach Frequenz werden die Kartons entweder direkt zum Versand gebracht oder im AKL zwischengelagert. Die über den Tag hinweg eingehenden Aufträge müssen bis 15 Uhr kommissioniert und verpackt sein. Die jeweils angeforderte Ware wird aus dem AKL abgerufen und über eine Förderstrecke zu einer von vier Stückgut-Packstationen beziehungsweise zu der entsprechenden KEP-Packstation, es sind sechs an der Zahl, transportiert. Muss der Auftrag noch um Ware aus dem Schnelldreher-Regal ergänzt werden, wird der Gesamtauftrag mittels MzW-Kommissionierung um die Artikel aus dem APL komplettiert. Erst dann wird die Palette mit Schutzfolie umwickelt und versandfertig gemacht.

Durch die klug geplante Modernisierung entspricht die Lagertechnik von Papstar jetzt exakt den neuen Anforderungen des Unternehmens. Positiv auch: Trotz erweitertem Angebot musste der Personalstand nicht erhöht werden. »Bei Produkten mit niedrigem Preis ist hohe Produktivität unerlässlich«, weiß Papstar-Prokurist Gregor Falke. »Bito hat uns hierbei mit seiner lager- und regaltechnischen Lösung unterstützt. Indem wir die vorhandenen Elemente nutzten, konnten wir Investitionskosten sparen.«

www.bito.de




Daten & Fakten

Bito Lagertechnik ist auf Lager- und Betriebseinrichtungen sowie auf innovative Kommissioniertechnik spezialisiert.

Das Unternehmen bietet Regale und Regalsysteme, Lager- und Kommissioniersysteme, Kästen und Behälter sowie Lagereinrichtungen und Zubehör für alle Branchen an.

Die Kunden von Bito erhalten selbst entwickelte und hergestellte Standardprodukte ebenso wie individuelle Speziallösungen.

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