29. AUGUST 2016

zurück

kommentieren drucken  

Bussystem spart Kohle


AS-Interface: Hans-Peter Bahr, Siemens A&D

Weniger Kabel, weniger Montageleistung, mehr Funktionalität: Ein gelungenes Beispiel für den Einsatz dezentraler Steuerungstechnik in der Anlagenrealisierung bietet eine neue Verladeeinrichtung für Braunkohlestaub bei der Laubag.

Eine Verladeeinrichtung mit moderner Bus-Technologie sichert bei der Lausitzer Braunkohle AG (Laubag) künftig denn Absatz von Braunkohlestaub per Straße. Realisiert wurde das Projekt von der Tessag AG, xxxxx. Sie hatte eine Lösung angeboten, bei der das Feldbussystem AS-Interface eine zentrale Rolle spielt.

Das moderne Steuerungskonzept spielte bei Laubag seine Vorteile voll aus. So konnten mit der dezentralen Peripherie mehr als 50 Prozent der Verdrahtung und 60 Prozent der Montageleistung eingespart werden. 20 Vor- Ort-Steuerkästen mit den sonst üblichen Rangierverteilern fielen weg. Weitere Einsparungen ergaben sich auch bei der Inbetriebnahme (50 Prozent) und bei der Dokumentation (30 Prozent).

Störungen schnell beseitigt

Neben dem reinen Kostenvorteil spielte für Laubag aber auch der Gewinn an Funktionalität eine Rolle. So führten etwa die Möglichkeit einer besseren Diagnose - insbesondere vor Ort - und des Austauschs von AS-Interface-Modulen bei laufender Steuerung („hot swap“) zu einer einfacheren und schnelleren Störungsbeseitigung. Die Folge war eine deutlich höhere Verfügbarkeit.

Die großen Entfernungen innerhalb der Anlage ließen jedoch eine Realisierung allein mit AS-Interface nicht zu. Zum Einsatz kommt deshalb eine Steuerung Simatic S7-318DP mit Profibus-DP als übergeordnetem Bussystem. Über Industrial Ethernet wird mittels Lichtwellenleiter eine Anbindung zur Leitwarte realisiert. Für die Visualisierung und Bedienung ist ein Operator Panel OP 37 vorhanden. Die Steuerung für rund 280 Ein- und Ausgänge konnte durch den Einsatz von dezentraler Peripherie sehr platzsparend ausfallen.

Am Profibus sind neben anderen Komponenten drei DP/ASI-Links angeschlossen. Das erste Link ist der Schaltanlage zugeordnet und das zweite - in Schutzart IP 67 - einer Rohrbrücke in etwas größerer Entfernung. Die Brücke dient zur Befüllung des Verladesilos aus der Mahlanlage.

Ex-geschütztes System

Das letzte und interessanteste Link ist das des eigentlichen Silos. Für die Beladung der Straßensilofahrzeuge mit einer Kapazität von 53 Kubikmetern sind zwei Verladeeinrichtungen mit durchschnittlich je 100 Tonnen pro Stunde gleichzeitig auf das Straßensilofahrzeug aufzusetzen. Die Innenräume des Silos sind als staubexplosionsgefährdete Bereiche der Zone 20 zugeordnet, Silodach-, Austrags- und Verladebereich der Zone 22.

In den Innenräumen sind verschiedene Lösungen mit AS-Interface- Modulen realisiert worden. Durch den Einsatz von AS-I-fähigen Bedienkapselungen konnte die Vor-Ort-Bedienung einfach realisiert werden. Außerdem kamen digitale E/A-Module in Schutzart IP 67 zum Einsatz, um die Sensoren und Aktoren anzuschließen. Durch die Nähe der Module mit ihren LED für Ein- und Ausgänge zu den angeschlossenen Sensoren und Aktoren ist eine leichtere Störungsbeseitigung im Fehlerfall vor Ort möglich.

Für die Messgrößen wurden auch zwei Analogmodule projektiert. Ihr Vorteil liegt in der Wandlung vor Ort. Der Messwert wird digitalisiert und über AS-Interface zur Steuerung übertragen. Damit können Störungen, die das Analogsignal verfälschen, vermieden werden.





kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren...

Duisburg sorgt für jede Menge Drive

Duisburg sorgt für jede Menge Drive

Die Toyota Gabelstapler Deutschland GmbH blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück – und 2006 soll noch besser werden. Ein neuer Dreirad-Elektrostapler dürfte daran erheblichen Anteil haben. » weiterlesen
BASF erteilt Siemens Auftrag zur Errichtung eines zentralen Distributionslagers

BASF erteilt Siemens Auftrag zur Errichtung eines zentralen Distributionslagers

Die Siemens Production and Logistics Systems AG (PL) mit Sitz in Nürnberg errichtet für die BASF AG, Ludwigshafen, ein Distributionslager mit circa 125.000 Paletten-Stellplätzen im dortigen Werk als Generalunternehmer. » weiterlesen

"LogNet" macht bei tts Karriere

IT-System erfasst 10.000.000ten Auftrag. » weiterlesen
Maßgeschneiderter Bundhubwagen

Maßgeschneiderter Bundhubwagen

Produktivitätssprung bei Blechcoils » weiterlesen
EHB mit integriertem Handling

EHB mit integriertem Handling

Zeitgenaue Abläufe werden in der Dieselmotoren-Fertigung bei DaimlerChrysler durch eine Elektrohängebahn mit integriertem Handling garantiert. Um Kurbelwellen feinfühlig gesteuert in den Rumpfmotor einlegen zu können, wurde ein teilautomatisches Konzept gewählt. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Über uns

Aktuelle Ausgaben

Weltmarkt Flurförderzeuge

logistik journal: Weltmarkt Flurförderzeuge 2011