Akkurater Walzenwechsel

Demag: Zweiträger-Laufkran leistet Präzisionsarbeit

Um Spundwandprofile wirtschaftlicher fertigen zu können, investierte die HSP Hoesch Spundwand und Profil GmbH in eine neue Walzgerüstgruppe. Das Handling beim Walzenwechsel übernimmt ein Zweiträger-Laufkran von Demag Cranes & Components, der zudem Reparaturarbeiten und Inspektionen unterstützt. Überzeugt hat den Anwender vor allem die hohe Verfügbarkeit des Krans und der feinfühlige und präzise Transport der schweren Walzen.

24. März 2004

Die Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP) in Dortmund zählt weltweit zu den führenden Herstellern von Stahlprofilen, speziell von Stahlspundwänden. Deren klassische Einsatzbereiche sind Uferbefestigungen, Hafenanlagen sowie der Tief- und Grubenbau sowie zunehmend der Schutz vor Hochwasser. Ihr besonderer Vorteil sind die geringen Kosten und die kurze Errichtungszeit. Heute erwarten die Kunden zunehmend möglichst breite und hohe Profile, die dünner sind als herkömmliche - natürlich bei unveränderter Widerstandsfähigkeit.

Um diesen Ansprüchen genügen zu können, errichtete HSP eine neue Anlage mit zwei zusätzlichen Walzgerüsten mit jeweils zwei Walzen. Für deren Wechsel verwendet der Stahlverarbeiter einen Zweiträger-Laufkran von Demag Cranes & Components. Gesteuert werden die Bewegungen des Krans über Funk. Dabei ermöglicht die Frequenzregelung der Fahreinheiten des Krans und der Katze sowie des Haupthubwerks eine feinfühlige und präzise Handhabung der Walzen. Ein Vorteil des Krans ist auch die Ecklager-Bauform der Fahrwerke, welche die Reparatur- und Wartungsarbeiten wesentlich vereinfacht.

Sonderlösung

Maßarbeit gefragt war bei der Anpassung der Höhe und der Anfahrmaße an die örtlichen Gegebenheiten. Berücksichtigen mußte der Hersteller hier vor allem Beschränkungen durch die niedrige Hallendecke und die hohen Walzgerüste. Als Sonderlösung baute Demag deshalb die Katze in besonders niedriger Form, damit zwischen dem Kranhaken und den Gerüsten ein Sicherheitsabstand von 500 Millimetern bleibt. Trotz eines knappen Zeitrahmens für die Bauarbeiten und sehr enger Platzverhältnisse mußte der Kran zudem präzise installiert werden, um ein exaktes Handling der Walzen zu ermöglichen.

Walzenwechsel in 20 Minuten

Der Walzenwechsel benötigt etwa 20 Minuten Wechselzeit. Dazu werden die Walzenpaare zunächst mit Hydraulikzylindern in eine Walzenwechsellinie gefahren. Danach bringt ein Walzenwechselwagen zwei neue beziehungsweise überarbeitete Walzendoppel in die Gerüstlinie. Sodann hebt der Kran die gebrauchten Walzen auf einen Walzenwechselstand. Hier werden die Einbaustücke mit Hilfe des Krans abgezogen, auf die überarbeiteten Walzenduos aufgezogen und auf den Wechselwagen gehoben. Zum Einsatz kommt der Kran zudem beim Umladen der gebrauchten Walzen auf einen Wagen zum Transport in die Walzendreherei zur Überarbeitung. Ferner nutzt das Unternehmen den Kran zum Ver- und Entsorgen eines Lagers für gebrauchte und überarbeitete Walzen.

Hohe Verfügbarkeit

Der Kran führt für jede Walze drei verschiedene Bewegungen aus und benötigt dabei für einzelne Bewegungen häufig die gesamte Länge der Kranbahn. Für einen kompletten Walzenwechsel mit acht Walzen entspricht dies 24 Bewegungen. Beim Walzenwechsel ist der Kran deshalb praktisch ständig im Einsatz. Da der Kran daneben die Mitarbeiter bei Reparaturarbeiten an den Gerüsten und bei Inspektionen unterstützt, indem er schwere Teile anhebt und transportiert, ist eine hohe Verfügbarkeit unabdingbar. Die beste Lösung für den Anwender bot deshalb Demag Cranes & Components: Die Lösung der Materialfluß-Spezialisten aus Wetter an der Ruhr überzeugte nicht allein mit den technischen Daten, dem präzisen Handling der Walzen und großer Zuverlässigkeit - das Unternehmen konnte zudem die geforderte kurze Lieferzeit garantieren.

Erschienen in Ausgabe: 01/2004