In kaum einem Bereich der Industrie gelten mehr Vorschriften und Gesetze als in der Lebensmittelindustrie, und das nicht ohne Grund: Schließlich könnten verdorbene, verunreinigte oder falsch deklarierte Nahrungsmittel die Gesundheit vieler Menschen gefährden. Schon seit mehr als zwei Jahren gilt deshalb in Deutschland die „Verordnung der Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und Futtermitteln“, die eine entsprechende EU-Vorgabe umsetzt und die Sicherheit von Lebensmitteln für den Verbraucher erhöhen soll. Einige der wichtigen Bestimmungen treten aber erst am 1. Januar 2005 in Kraft. Hier geht es insbesondere um die Rückverfolgbarkeit von produzierten und ausgelieferten Waren.

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Für die Hersteller von Lebensmitteln bringt die Verordnung vor allem zwei Folgen mit sich: Sie müssen nicht nur wissen, wie und wo die eingesetzten Zutaten erzeugt oder gewonnen, erstverarbeitet und gehandelt wurden, sondern benötigen zudem einen Nachweis darüber, in welchen Bereichen des Handels und in welchem Umfang sich die in Verkehr gebrachten Lebensmittel befinden. Der Hersteller muß also in der Lage sein, den Weg der Ware mit allen Transportvorgängen jederzeit und über alle Stufen zurückzuverfolgen - von den Rohstoffen über die Produktion bis zum Groß- und Einzelhandel.

Maßgeschneiderte Lösungen für derartige Aufgaben bietet etwa der Staplerspezialist und Intralogistikanbieter Still - beispielsweise für die Saftkelterei Emil Jacoby im südbadischen Auggen, die jährlich 30.000 Tonnen heimische Früchte verarbeitet. Pro Jahr produziert und vertreibt das mittelständische Unternehmen 35 Millionen Flaschen Fruchtsaft. Zur Chargenrückverfolgung installierte der Hamburger Komplettanbieter für Intralogistik auf Wunsch des Kunden ein Barcode- und Etikettiersystem nach EAN 128. Wichtige Komponenten des Systems sind Scanner in verschiedenen Varianten als Handgeräte, als stationäre Einrichtungen und als Ausführungen an den Gabeln der Stapler.

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Ein Vorteil für die Integration des Systems war, daß Still auch die nötigen Gabelstapler liefern konnte. Der Hersteller von der Elbe liefert seine Fahrzeuge optional ab Werk komplett ausgerüstet mit Scannern, eine Einbaumöglichkeit nach dem Plug & Play-Prinzip ist grundsätzlich gegeben. Dieses modulare Angebot bietet Still europaweit als einziger Hersteller. Die selbst entwickelte nötige Software deckt rund 80 Prozent aller Anwendungsfälle ab und läßt sich mit geringem Aufwand für spezielle Verhältnisse beim Anwender parametrieren, um zum Beispiel besondere Bedingungen des Lagers zu erfassen.

Die einzelnen Scanner kommunizieren per Datenfunkübertragung mit dem Server des Materialfluß-Management-Systems (MMS) von Still, das einzelne Dokumente mit dem jeweiligen Vorgang (Charge) verknüpft. Für den Zugang zu den Daten der Chargenverfolgung über Intranet und Internet genügt die Eingabe der Nummer der Versandeinheit.

Das neuinstallierte System ermöglicht dem Safthersteller eine lückenlose Rückverfolgung der Chargen über sämtliche Produktionsschritte hinweg, von der Annahme des Obstes bis zur Verladung der fertigen Säfte auf den Lkw. Jeder einzelne Schritt in dieser Kette läßt sich zu 100 Prozent kontrollieren, der Standort jeder einzelnen Versandeinheit in Produktion, ager oder beim Transport ist bekannt, selbst „stille Rückholaktionen“ sind möglich. Weitere Vorteile für den Anwender sind die elektronische Dokumentenarchivierung sowie eine

optimale Leergutverfolgung und Verwaltung. Die Lösung von Still erfüllt deshalb nicht nur alle Voraussetzungen, um die Ziele der EU-Verordnung zu erfüllen, sondern bringt dem Anwender zugleich eine größere Flexibilität und Fehlerfreiheit im Lager, eine höhere Umschlagleistung sowie eine Erleichterung des Leergutproblems.