Alles neu macht der Mai

Technik / Gabelstapler

Wandler - Jungheinrich stellt im Mai 2014 auf der Cemat der Weltöffentlichkeit zeitgleich zwei neue Baureihen von verbrennungsmotorisch angetriebenen Gegengewichtsstaplern vor.

19. März 2014

Bei der komplett neu entwickelten Generation handelt es sich um hydrodynamisch angetriebene Fahrzeuge das heißt um Wandler vom Typ DFG/TFG 316-320 sowie DFG/TFG 425-435. Die Fahrzeuge gibt es somit in einer Diesel- (DFG) und einer Treibgasvariante (TFG). Die Stapler können Lasten von bis zu 3.500 Kilogramm transportieren und bis zu 7,50 Meter hoch stapeln.

Der Hersteller produziert die Fahrzeuge im Werk Moosburg in Bayern. Sie sind durchgängig mit Kubota-Motoren ausgerüstet. »Bei diesen Industriemotoren handelt es sich um ein in harten Baumaschineneinsätzen weltweit bewährtes Motorenkonzept mit einem hohen Drehmoment schon bei niedrigen Drehzahlen«, erläutert Marek Scheithauer, Leiter Produktmanagement verbrennungsmotorisch angetriebene Gegengewichtstapler bei Jungheinrich. Insbesondere im Hinblick auf harte Einsätze sei es wichtig gewesen, bei den Kernkomponenten der Wandler auf eigene Entwicklungen »made in Germany« zu setzen, so Scheithauer. Zu diesen zählen unter anderem der Mast, der Rahmen und die Lenkachse.

Das Gegengewicht der neuen Stapler ist Teil der tragenden Rahmenstruktur. Die Lenkachse wurde in das Gegengewicht integriert. »Der Schwerpunkt des Fahrzeugs liegt daher nicht nur besonders niedrig, sondern physikalisch nahezu optimal, und zwar zwischen den beiden Achsen«, führt der Produktmanager aus. Dadurch besitze der Stapler eine sehr hohe Stabilität und komme ohne ein aufwendiges zusätzliches elektronisches Stabilitätsprogramm aus.

Gekapselte Nasslamellenbremse

Die Jungheinrich-eigene Antriebsachse des neuen Wandlers ist mit einer integrierten verschleißfreien Nasslamellenbremse ausgerüstet. »Im Vergleich zu herkömmlichen Trommelbremsen verursachen die Nasslamellenbremsen praktisch keine Servicekosten«, stellt Marek Scheithauer heraus. Zudem wird die Bremswirkung aufgrund der gekapselten Bauweise nicht durch Umwelteinflüsse beeinträchtigt.

Auch für große Hitze gut gerüstet

Das Hochleistungskühlsystem dieses Fahrzeugs ist laut Unternehmensangaben auch bei sehr hohen Umgebungstemperaturen voll belastbar. Der Kühler besteht aus einem einzigen Voll-Aluminium-Bauteil. Somit sind die neuen Wandler gut für Einsätze bei großer Hitze gerüstet sowie vor Staub und anderen Umwelteinflüssen geschützt.

Auch die Wartung des gesamten Fahrzeugs sei einfach, schnell und kostengünstig zu bewerkstelligen, stellt Scheithauer einen weiteren Aspekt heraus: »Damit garantieren wir im Falle einer Wartung eine hohe Verfügbarkeit der Stapler sowie nur minimale Unterbrechungen der internen Produktions- und Logistikabläufe.« Das L-Design der Motorhaube ermöglicht in Verbindung mit einem Öffnungswinkel von nahezu 90 Grad und mit schnell abnehmbaren Seitenteilen einen sehr guten Zugang zum Motorraum.

Serienmäßig verfügen die neuen Baureihen über eine elektrische Parkbremse, wodurch der bisherige Parkbremshebel im Fahrerraum entfällt. Die Parkbremse kann der Fahrer über Knopfdruck aktivieren.

Ein neues Hubmastkonzept garantiert eine sehr gute Sicht auf Last, Gabeln und Arbeitsumfeld. »Eine sehr gute Rundumsicht ist nicht nur eine Voraussetzung für entspanntes, konzentriertes und sicheres Arbeiten, sondern auch für hohe Umschlagsleistungen«, so Scheithauer.

Bei der Entwicklung dieser neuen Fahrzeuggeneration wurde auch auf den Fahrerarbeitsplatz ein besonderes Augenmerk gerichtet. Dank der schmalen Lenksäule ist die Beinfreiheit deutlich höher als bei Flurförderzeugen mit herkömmlichen Lenksäulen.

Vielfältige Ablagemöglichkeiten, zum Beispiel Becherhalter oder Dokumentenklemmen, sorgen dafür, dass im Arbeitsbereich des Fahrers »alles an seinem Platz ist«.

Fahrerorientiertes Bedienkonzept

Das Thema Ergonomie am Fahrerarbeitsplatz bildet so auch einen weiteren Schwerpunkt des Unternehmens auf der Cemat. Die komplett überarbeiteten Features sollen unter anderem bei den Hydrostaten sowie den Elektro-Gegengewichtsstaplern der Baureihen 4 und 5 eingeführt werden.

»Wir wollen dem Fahrer einen optimalen Arbeitsplatz bieten. Hierzu haben wir bei der Konzeption des neuen Fahrerplatzes nicht einzelne Komponenten losgelöst betrachtet, sondern einen ganzheitlichen Ansatz für ein fahrerorientiertes Bedienkonzept gewählt«, erläutert Stefan Pfetsch, Leiter Portfoliomanagement Gegengewichtsstapler.

Dazu gehört auch ein neuer Duo-Pilot. Dieser ist in die mehrfach verstellbare Armlehne integriert und ermöglicht es dem Fahrer, alle Fahrzeugfunktionen exakt zu steuern. Der neue Duo-Pilot lässt sich – wie auch die weiterentwickelten Solo- und Multi-Piloten – auf Kundenwunsch frei konfigurieren und damit genau an den Fahrer und die Fahrzeuganwendung anpassen. »Darüber hinaus führt das feinfühlige Steuern des Fahrzeugs, kombiniert mit einer guten Rundumsicht auf die Last, zu einer weiteren Steigerung der Umschlagsleistung der Stapler.«

Durch die Entwicklung des neuen Kompaktmastes erhält der Fahrer »eine Rundumsicht, die deutlich über der ohnehin schon sehr guten Mastdurchsicht bei Jungheinrich-Staplern liegt«, stellt Pfetsch heraus. So wurden beispielsweise die Ketten und Schläuche hinter die Profile gelegt und das Hubgerüst deutlich kompakter gestaltet.

Daten & Fakten

Jungheinrich gehört zu den führenden Unternehmen in den Bereichen Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik.

Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2012 im Geschäftsfeld Logistiksysteme weltweit mit über 600 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 286 Millionen Euro.

Zum Jahresbeginn hat es die Jungheinrich Logistiksysteme gegründet. Die neue Gesellschaft hat ihren Sitz in Moosburg.

Erschienen in Ausgabe: 02/2014