Der französische Pharmagroßhändler OCP hatte ein Problem: Nach jahrelangem Wachstum und einem ständigen Ausbau des Marktanteils gerieten zwei Lager in Nordwestfrankreich an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Schließlich beliefert das Unternehmen mit der Zentrale in Saint-Ouen in der Nähe von Paris täglich 17.000 Apotheken in ganz Frankreich mit rund vier Millionen Artikeln. Dazu kamen die immer höheren Anforderungen, das richtige Produkt innerhalb kürzester Zeit an die richtige Apotheke zu liefern. Lösen läßt sich diese Aufgabe nur mit einem schlanken und straff organisierten Lagerkonzept, das eine rasche Auftragsabwicklung und hohe Lieferqualität ermöglicht. Der Medikamenten-Lieferant war also gezwungen, seine zwei älteren Lager zu einem neuen, modernen Distributionszentrum zusammenzulegen; als Standort wählte das Unternehmen die Kleinstadt Bourg Achard in der Normandie.

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Besonders heikel war bei dem Projekt, daß Verlegung und Inbetriebnahme den reibungslosen Betrieb nicht stören durften. Als Partner für diese komplexe Aufgabenstellung verließ sich der Pharmagroßhändler auf das Logistikunternehmen SSI Schäfer Peem im österreichischen Graz. Für Francis Biz und Lionel Deslandes, Projektleiter bei OCP, lag diese Entscheidung auf der Hand: „Die Österreicher haben schon viele Lagerlösungen für uns umgesetzt und kennen unsere Anforderungen genau, schließlich können wir uns bei diesem Projekt Fehler einfach nicht erlauben.“ Zudem konnten die Logistikspezialisten aus der Steiermark die gesamte Lösung von Anfang bis Ende konzipieren, planen und umsetzen und lieferten die Fördertechnik, das Kommissioniersystem sowie Steuerung, Mechanik und Elektronik aus einer Hand.

Fast alle Prozesse zwischen Auftragseingang und Versand im neuen Lager in Bourg Achard geschehen automatisch, denn nur so läßt sich die große Zahl an Aufträgen schnell und zuverlässig abwickeln. Dabei erhalten die Behälter zunächst eine Auftragsnummer, den Kommissionierbeleg sowie nötigenfalls ein Preisetikett. Nach der Tara-Wiegung gelangen die Behälter zur Kommissionierung. Dabei erlaubt ein hybrides Kommissierungsverfahren die flexible Anpassung an die geforderten Stückzahlen: Die Schnelldreher, also die Medikamente mit großer Nachfrage, werden vollautomatisch kommissioniert, während Artikel mit niedriger Bestellfrequenz manuell zusammengestellt werden.

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Spezialartikel, die dauernd gekühlt lagern müssen, werden automatisch aus einem Kühlbereich zugeführt und zum Temperaturschutz in eine Kühltasche gepackt.

Überprüft werden die Kommissionierungen einerseits durch Statistikkontrollen, andererseits durch Sonderkontrollen sowie durch mehrere Kontrollwägungen.

Nach den Kontrollen erhalten die Aufträge automatisch Adreßbelege und Rechnung. Zuletzt werden die Behälter vollautomatisch mit einem Deckel geschlossen, versiegelt und zu den insgesamt 18 Versandstationen in die Versandzone weitertransportiert.

Leere Originalverpackungen gelangen auf eigens dafür vorgesehenen Förderbändern in die Kartonpresse.

Der Pharmagroßhändler ist zufrieden: Die Umstellung der beiden Großlager zu einem gemeinsamen Zentrallager verlief problemlos und gelang während des laufenden Betriebs. Dabei amortisieren sich die Investitionskosten innerhalb kurzer Zeit. Schließlich senken die effizienten Logistikprozesse, die geringe Fehler- und Ausfallsrate sowie der hohe Automatisierungsprozeß die Lagerkosten dauerhaft. CPO-Logistikleiter Jean Pierre Houssin gibt sich denn auch zuversichtlich: „Das ausgeklügelte Logistikkonzept verhilft uns zur bestmöglichen Service- und Lieferqualität für unsere Kunden.“