Ausgeprägte Dynamik

Unternehmen

Projekte - Die Fruchtsaft-Kellerei Güldenkron sah Handlungsbedarf und zentralisierte ihre Außenläger in einemLogistikcenter mit 10.000 Palettenplätzen. Planung und Realisierung der Intralogistik lagen bei den Experten von Still.

02. Oktober 2012

Das neu erbaute Logistikcenter am Standort Nistertal optimiert die gesamte Lagerhaltung für die in Flaschen, Bag-in-Boxes und Tetra Paks abgefüllten Fruchtsäfte. Durch die Automatisierung werden die Lagerhaltungskosten reduziert, wobei die Flexibilität der Fruchtsaft-Kellerei auch bei sich ändernden Rahmenbedingungen erhalten bleibt. Als General-unternehmer plante und realisierte Still den vollautomatischen Palettentransport von der Produktion bis zur sequenzgenauen Tourenbereitstellung. Genauer: Nach der Beladung des Lkw werden die Paletten ohne Umstellung in der richtigen Reihenfolgen ausgeliefert.

Die Einlagerung der Palettenware in das von Still gelieferte und aufgestellte Palettenregalsystem erfolgt mit vier automatisierten Kommissionierstaplern des Typs MX-Q. Das gesamte Regalsystem bietet Platz für mehr als 10.000 Paletten und umfasst neun Gassen à 100 Meter. Die Auslagerung bis zur kompletten Tourenbereitstellung wird über einen mehrstufigen Transport durch die Schmalgangfahrzeuge MX-Q und drei automatisierte Hochhubwagen des Typs EGV-S vorgenommen. Infolge der durchgängigen Automatisierung wird ein schneller und präziser Warenzugriff garantiert. Doch vor allem wird bei täglich etwa 500 Ein- und Auslagerungen nahezu maximale Wirtschaftlichkeit erreicht.

Der Kommissionierstapler MX-Q ist für schmale Gänge mit einer Arbeitshöhe bis 15 Meter konzipiert und findet seinen Weg selbstständig per Magnetpunktnavigation. Das Fahrzeug wird insbesondere dann sinnvoll eingesetzt, wenn größere Wegstrecken auch außerhalb der Gänge zurückgelegt werden müssen. So werden für die Bedienung der neun Gassen bei Güldenkron lediglich vier Kommissionierstapler benötigt. Das bedeutet geringere Investitions- und Betriebskosten.

Automatisierte Verpackung

In der Produktionshalle von Güldenkron wird die Palettenware mit Staplern an die Übergabestation zur Fördertechnik geliefert. Auf dem Doppelkettenförderer wird die Ware per Barcode-Scanner erfasst und voll automatisiert verpackt. Die Verpackungseinheit besteht aus einem Kantenschutzanleger mit einer Heißklebeeinheit und zwei Magazinen für unterschiedliche Palettenhöhen sowie aus einem vollautomatischen Ringwickler, der die Palettenware in Folie einwickelt.

Nach erfolgreicher Konturenkontrolle wird die Palettenware gewogen, Versandlabels werden gedruckt, das Lagergut vollautomatisch etikettiert und im Lagerverwaltungssystem vereinnahmt. Mit dem Stetigförderer und zwei Palettenaufzügen wird das Lagergut über einen zehn Meter breiten Verkehrsweg zum Hochregallager transportiert. Dort übernimmt ein automatisierter Verschiebewagen mit einer Rotationseinheit die Palettenware und befördert sie entlang der schrägen Rückseite der Lagerhalle zu den versetzten Übergabestationen der einzelnen Gassen des Hochregals.

Die für den automatisierten Horizontaltransport eingesetzten Hochhubwagen des Typs EGV-S sind von Still weiterentwickelt worden. Die schmale Bauform der Geräte mit je 1.000 kg Tragkraft erlaubt Navigieren auf engstem Raum per Lasertriangulation. Schnell und problemlos ist die Inbetriebnahme der automatisierten Fahrzeuge, da – anders als bei klassisch induktiv geführten FTF – keine Bodeninstallation nötig ist. Sequenzgenau bedienen drei EGV-S die 22 Tourenbereitstellungsbahnen. Über dem Ende jeder kompakten Blockbahn zeigt ein Bildschirm Verladeinformationen und Tourendaten an.

Effektive Kapazitätserhöhung

Der verantwortliche Projektleiter von Still, Frank Domke, erklärt: »Große Herausforderungen bei diesem Projekt waren sowohl die Überbrückung des Verkehrweges als auch die optimale Nutzung der speziellen Geometrie des Logistikcenters. Durch ein besonderes fördertechnisches Konzept haben wir die Aufgaben gelöst. Einerseits wird der Verkehrsweg mit Palettenaufzügen und einer Förderstrecke überbrückt, andererseits bedient ein Verschiebewagen die versetzten Übergabestationen der neun Gassen mit Paletten. Durch dieses Konzept wird insbesondere auch der nicht rechtwinklige Einlagerungsbereich optimal genutzt. Dadurch erhöht sich effektiv die gesamte Lagerplatzkapazität im Logistikcenter.«

Transporte, die vor der Einführung des neuen Systems bei Güldenkron mit manuell geführten Flurförderzeugen abgewickelt worden waren, lassen sich heute automatisiert und damit wesentlich wirtschaftlicher durchführen. Alle Stapler sind aber weiter uneingeschränkt manuell und damit flexibel einsetzbar. Güldenkron-Geschäftsführer Alexander Müller: »Mit der modernen Intralogistik von Still können wir auch in Zukunft flexibel auf veränderte Anforderungen des Marktes reagieren. Das modulare System lässt sich jederzeit weiter ausbauen.«

Grenzüberschreitende Aktivitäten

Die Fruchtsaft-Kellerei Güldenkron in Nistertal (Westerwaldkreis), ein traditionsreiches Familienunternehmen, ist auf dem Gebiet der Fruchtsaftherstellung und Lohnabfüllung einer der führenden Lieferanten für Industrie und Handel. Das Unternehmen ist sowohl auf dem nationalen Markt als auch auf internationaler Ebene aktiv

Daten & Fakten

Still, international tätiger Intralogistiker mit Hauptsitz in Hamburg, realisiert für seine Kunden das effiziente Zusammenspiel von Gabelstaplern, Lagerhausgeräten und Software.

Mit 7.000 Beschäftigten, vier Produktionsstätten, 14 Niederlassungen in Deutschland, 20 Tochtergesellschaften im Ausland und einem global geknüpften Händlernetz ist der Intralogistiker von der Elbe eines der führenden Unternehmen in seiner Branche.

Erschienen in Ausgabe: 05/2012