Beispielhaftes Ketten-Triple

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Kettentausch - Die Leistung bestehender Anlagen und Maschinen kann in manchen Fällen durch einfache Modifikationen erhöht werden. Drei Fälle des Hersteller Tsubaki zeigen, wie das in der Praxis aussehen kann.

07. November 2018
Beispielhaftes Ketten-Triple
(Bild: Tsubaki)

Gesamtleistung, Lebensdauer, Kosten: Diese Punkte haben Logistikleiter und Wartungstechniker im Blick, wenn sie sich mit Transport- oder Förderketten beschäftigen. Der Hersteller von antriebstechnischen Produkten Tsubaki verspricht seinen Kunden, für diese Themen passende Lösungen im Portfolio zu haben.

Oft reiche nur eine kleine Modifikation oder eine Nachrüstung. Wie das in der Praxis funktionieren kann, zeigen drei Einsatzfälle in der Automobilmontage, in einer Papierfabrik und einer Bäckerei. Nach Angaben von Tsubaki konnte diesen Unternehmen geholfen werden, ihre Total Costs of Ownership zu senken.

Beispiel 1: Langlaufendes Fördersystem zur Automobilmontage

Ein deutscher Maschinenbauer für die Automobilmontage hatte in sein Fördersystem für Fahrzeugkarosserie- und andere Teile eine Standard-Förderkette mit eigenkonstruierten Auflageplatten für den Produkttransport eingesetzt. Es zeigte sich jedoch, dass die Lebensdauer der Originalkette aufgrund der hohen Belastungen und der langen Einsatzzeiten sehr kurz war.

Nach der Installation musste die Kette zudem regelmäßig geschmiert werden, was Kosten verursachte. Im Gebrauch wurden die Ketten steif und schwergängig, da sich an den Verbindungen Verunreinigungen ansammelten. Das führte zu einer maximalen Lebensdauer von zwölf Monaten. Zudem lösten sich viele der oberen Platten aufgrund schlechter Vernietung – unerwartete Kettenbrüche und Produktionsstillstände waren die unerfreuliche Folge.

Der Maschinenbauer wollte sein Maschinendesign verbessern und lud dazu Experten von Tsubaki ein. Nach der Diskussion mehrerer Ideen zur Verbesserung des Maschinendesigns fiel die Wahl auf den Austausch durch eine wartungsfreie »Lambda«-Kette des Antriebsspezialisten. Weil diese Rollenkette keine Schmierung mehr erfordert, konnte die Kontamination nach Angaben der Unternehmen stark minimiert, die vorher aufgetretene Versteifung verhindert und so die Funktion auf lange Sicht beibehalten werden. Außerdem verhindern die Auflageplattenbefestigung durch eine spezielle Schraubverbindung und ein hochfester Klebstoff von Tsubaki das Lösen der Schrauben.

Beispiel 2: Exakte Bahnen aus der Papierfabrik

Ein ähnliches Problem wurde bei einer Papiermühle offensichtlich, obwohl hier die Lasten viel leichter waren. Das Papiergewebe wird in einer großen Bahn hergestellt, die bei der Herstellung zu großen Rollen aufgerollt wird. Diese Rollen werden dann auf die Größe von Küchen- und Toilettenpapier abgelängt. Beim Schneideprozess wird Papierstaub erzeugt, der herumfliegt und sich an der Kette absetzen kann.

Der Papierstaub bildete zusammen mit dem Kettenschmierstoff eine klebrige Verschmutzung, die an der Kette anhaftete. Papierstaub und Verschmutzung machten wiederum die Kette steif, bei der die Rollen nicht mehr richtig ausgerichtet waren und so die Anlage blockierten.

Als der Anlagenhersteller die herkömmliche Kette durch eine Lambda-Kette ersetzte, sah er nach eigenen Angaben eine sofortige Verbesserung.

Der Hersteller übernahm zusätzlich den »Match-and-Tag«-Service von Tsubaki, bei dem die Ketten präzise vermessen und gepaart werden. Werden sie anschließend parallel auf einer Maschine installiert, verspricht das Unternehmen ein »perfekt synchrones« Arbeiten.

Beispiel 3: Brotlinien laufen wie ein Uhrwerk

Eine Bäckerei hatte sich einen Übergabeförderer gebaut, um Brote von den Durchlauföfen zum Verpackungs- und Versandbereich so effizient wie möglich zu transportieren. Die Konstruktion im Betrieb basiert auf fünf parallel laufenden Rollenketten mit 0,5 Zoll Teilung. Um den Hygienestandard einzuhalten, verwendet die Bäckerei Kunststoffketten.

Wie das Unternehmen berichtet, erwies sich die Kette vom Anlagenhersteller als ungeeignet. Der Grund: Aufgrund der heißen Umgebung und der regelmäßigen Reinigung im Trockenreinigungsverfahren wurden sie brüchig. Dass jeder Kettenstrang mit unterschiedlicher Geschwindigkeit betrieben wurde, verschärfte die Probleme zusätzlich: Die Brote bewegten sich unregelmäßig zu den Seiten des Förderers, wo sie auf den Boden fallen konnten.

Nachdem das Problem identifiziert worden war, wandten sich die Wartungstechniker der Bäckerei an Tsubaki. Die Mitarbeiter des Unternehmens fanden eine Lösung, bei der die ursprüngliche Kette durch eine PC-Hybridkette, bestehend aus Kunststoff-Innengliedern und Edelstahl-Außengliedern, ersetzt wurde. Sie ist nach eigenen Angaben stärker als eine reine Kunststoffkette, schmiermittelfrei und lebensmitteltauglich. Mit Erfolg: Seit dem Tausch gab es laut Tsubaki keine außerplanmäßigen Stillstände mehr.

Erschienen in Ausgabe: 06/2018

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