Bericht zur Lage der Staplerwelt

Staplerweltmarkt - Stimmen der Hersteller

Umfrage - Die Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten sind mit der Entwicklung des Welt-markts für Flurförderzeuge durch die Bank zufrieden. Freude bereitet den auch dort tätigen Staplerbauern zum Beispiel der US-Markt - nach langer Durststrecke in den Staaten. von Bernhard Foitzik & Michael Weilacher

21. Oktober 2014

Das erste Wort hat der langjährige Weltmarktführer unter den Herstellern von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten: die Toyota Industries Corporation. Matthias Fischer, Europa-Chef der Staplerbauer des japanischen Großkonzerns, die auch und nicht zuletzt in den USA eine herausragende Position haben: »Der nordamerikanische Markt hat nach Phasen von Stagnation und Rückgang inzwischen wieder sein ›all-time-high‹ erreicht. Das macht sich auch in der Weltrangliste bemerkbar, die von der Toyota Industries Corporation weiter mit großem Abstand angeführt wird.« Weltweit die Nummer eins im Geschäft mit Flurförderzeugen, möchte Toyota diese Position langfristig auch in Europa erobern. Matthias Fischer: »Unser Fernziel ist, auch in Europa die Spitzenposition unter den Herstellern von Flurförderzeugen einzunehmen. Derzeit sind wir die Nummer 3. Aber die Abstände zu den beiden Führenden sind klein. Wobei wir natürlich wissen, wie schwer es ist, in Europa Marktanteile hinzuzugewinnen.«

Dass die Eroberung der Spitzenposition auch in Europa kein einfaches Unterfangen für Toyota ist, liegt an der Kion Group mit ihren erfolgreichen Marken Linde und Still (Nummer 1) und auch an dem in Hamburg ansässigen und international tätigen Hersteller Jungheinrich (Nummer 2). Beide, Kion wie Jungheinrich, befinden sich auch und nicht zuletzt im wichtigen deutschen Staplermarkt in starken Positionen. Still-Chef Bert-Jan Knoef: »In Europa ist Kion der absolute Marktführer und wirtschaftlich sehr gut unterwegs.« Auch Knoefs Konzernkollege bei Linde Material Handling, Theodor Maurer, weist auf die Bedeutung von Europa als Markt für Gabelstapler und Lagertechnikgeräte hin, sieht großes Potenzial für sein Haus aber auch in anderen Territorien: »Europa ist und bleibt ein wichtiger Markt, der über das ohnehin schon große Volumen von derzeit rund 330.000 Flurförderzeugen hinaus weiteres Wachstum zeitigen wird. Allerdings sehen wir auch in China und in Asien insgesamt noch erhebliches Wachstums-potenzial. Weitere Chancen liegen sowohl in Nord- als auch in Südamerika.« Derweil freut sich Gordon Riske, Vorstandschef von Kion (das Unternehmen ist seit September dieses Jahres im MDAX der Deutschen Börse gelistet), über die Entwicklung des globalen Staplermarkts: »Die weltweite Nachfrage nach Flurförderzeugen ist im Jahr 2013 erneut gewachsen. Insgesamt wurden am Material-Handling-Markt erstmals mehr als eine Million Einheiten verkauft. Das entspricht einer Zunahme um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Positiv entwickelten sich neben den USA die für die Kion Group besonders wichtigen Wachstumsmärkte China, Osteuropa und Brasilien.«

Erstmals mehr als eine Million Geräte Auch bei Jungheinrich, europaweit nach Kion die Nummer 2 im Geschäft mit Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten und weltweit betrachtet die Nummer 3 der Weltrangliste, blickt man mit Wohlwollen auf die Entwicklung der Märkte und die Chancen des eigenen Hauses. Vorstandschef Hans-Georg Frey: »Der Weltmarkt für Flurförderzeuge hat 2013 erstmals die Marke von einer Million Fahrzeugen überschritten. Jungheinrich hat im vergangenen Jahr den Umsatz leicht gesteigert und wiederum einen Rekordwert erzielt.« Weiteres Potenzial für das eigene Haus sieht Jungheinrich nicht nur bei Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten, sondern auch im Systemgeschäft. Vertriebsvorstand Dr. Lars Brzoska: »Wir bauen das Systemgeschäft sukzessive aus, und zwar in erheblichem Umfang. Schon jetzt übernehmen wir ja die Projektierung, die Projektbegleitung und das Management über die Gewerke hinaus. Wenn der Kunde es wünscht, bauen wir ihm ein komplettes Logistikzentrum ein Leistungsumfang, der uns deutlich vom Gros unserer Wettbewerber abhebt.«

Elektro im Aufwind

Verhalten optimistisch zeigt sich Crown, US-Unternehmen mit starken Elektrogeräten, Europazentrale in München und Fertigung in Roding, bei der Einschätzung des europäischen Marktes – zumindest für das Segment Elektrostapler. »Dieser Markt hat 2013 leicht zugelegt«, konstatiert Ken Dufford, verantwortlich für das Europa-Geschäft von Crown. Und er freut sich: »Dank des nachhaltigen Erfolges unseres kontinuierlich erweiterten Produktprogramms konnten wir von diesem Wachstum profitieren.« Nicht zuletzt dank des Produktionsstandortes Roding konnten für den in der aktuellen LJ-Weltrangliste der Staplerbauer betrachteten Zeitraum neun neue Produktlinien auf den Markt gebracht werden. Das Thema »Stapler-Automatisierung« sieht man bei Crown wohlwollend, weil momentan ein echter Trend, aber mit Blick auf die Kunden sehr differenziert. Ken Dufford: »Nicht alle Anwendungen und Arbeitsabläufe lassen sich effektiv auf automatisierte Prozesstechnik umstellen.« Das müsse bei der Fahrzeugentwicklung berücksichtigt werden. Seinen Niederschlag findet diese Erkenntnis in Fahrzeugen, die nicht nur automatisch, sondern auch manuell gefahren werden können.

Für das laufende Jahr und die nähere Zukunft erwartet der Crown-Manager, »dass sich der europäische Markt für Elektrostapler nach einem leichten Umsatzwachstum im Jahr 2013 auch im laufenden Geschäftsjahr weiter erholen wird«. Das muss er auch, denn Crown will seine Chancen im wichtigen europäischen Markt nutzen. Ken Dufford: »Unabhängig von der generellen Marktsituation sind wir davon überzeugt, dass Crown das Wachstumspotenzial nutzen kann und sich unsere vielfältigen Investitionen rentieren werden.« Der Produktionsstandort Roding, so Crown-Europe-Chef Dufford, werde die Marktposition seines Unternehmens in Europa weiter festigen und ausbauen.

Darf man Börsenzahlen glauben? Gute Frage in der heutigen Zeit. Bei Mitsubishi Nichiyu Forklift würde man diese Frage mit Blick auf den Aktienkurs eindeutig mit »ja« antworten. Denn in den vergangenen 52 Wochen hat sich der Kurs der Aktie verdoppelt und in den vergangenen drei Jahren rund vervierfacht – auf Yen-Basis, versteht sich. Still und ohne großes Aufsehen hat sich auf Rang 6 der LJ-Weltrangliste mit Mitsubishi Nichiyu Forklift ein neuer Name platziert. Dabei sind es mehr oder weniger gute alte Bekannte, die sich zusammengetan haben: Nichiyu (2012: Rang 12) und die Stapler-Fraktion von Mitsubishi. Als Mitsubihi Caterpillar Forklift belegte das Unternehmen 2012 Rang 9.

Mitsubishi Nichiyu: Zusammen stärker

Zählt man deren damals getrennte Umsätze zusammen, kommt man in etwa auf den aktuellen Wert. Keine aufregende Umsatzexplosion also? Nein, aber den gleichen Output mit weniger Leuten zu stemmen, sorgt für gute Stimmung, siehe Börsenkurs, mit dem konzentrierten Know-how aber auch für Power auf dem Markt. General Manager Kazuo Yoshizawa, bei Nichiyu Mitsubishi Forklift für das Überseegeschäft und Marketing zuständig, setzt auf die anhaltend starken Märkte Nordamerika (nach langer Durststrecke wieder klar im Aufwind), China und Südostasien: »Auch wenn das Wachstumstempo nachlässt, es bleibt global gesehen ein Wachstum.« Und Yoshizawa fügt keine unwesentliche Ergänzung hinzu: »Vor allem wenn wir weiter auf umweltfreundliches Equipment setzen.« Zum umweltfreundlichen Equipment darf man getrost auch den Hybridantrieb zählen. Und Kalmar, Schwerlaststapler-Spezialist und Teil der finnischen Cargotec-Gruppe, schwimmt hier nicht etwa nur mit. Cargotec-Geschäftsführer Rüdiger Schultz: »Kalmar ist es gelungen, den ersten Reachstacker mit Hybridantrieb zu liefern.« Europa sei der Innovationstreiber für alternative Antriebskonzepte. Dabei geht die Tendenz aus Sicht von Schultz zu größeren Geräten mit höherer Umschlagleistung.

Erfolgreiches Jahr 2013

Nicht nur was die Antriebstechnik betrifft, zählt sich das Unternehmen zu den Schrittmachern: »Kalmar ist Vorreiter im Bereich Terminal Automation.« Dies, so Schultz, gelte auch für das energieeffiziente Containerhandling. Ein Umsatzplus von 130 Millionen Euro bewertet er mit knappem Understatement: »Das Jahr 2013 war erfolgreich für Kalmar.« Die weitere Entwicklung wird nach Auffassung von Rüdiger Schultz auch bestimmt von einem hohen Kundeninteresse an »grünen«, wettbewerbsfähigen Lösungen. Nicht schwer zu prognostizieren: »Der Anteil an größeren Elektrostaplern wird weiter steigen.« Die nun bei Kalmar als Standard kommende 4.000-Stunden-Garantie (alternativ: zwei Jahre) und eine Reihe weiterer angekündigter Service-Verbesserungen werden ein Übriges tun, um das Geschäft von Kalmar zusätzlich zu unterstützen.

Die steigende Nachfrage nach Elektrostaplern mit größeren Traglasten sieht man auch bei Unicarriers (vormals Nissan Forklift, TCM, Atlet). Aufgrund seines breiten Produktspektrums sieht man den Trend hin zu größeren Elektrostaplern bei Unicarriers aber nur als Teil einer allgemeinen Entwicklung. Dennoch: »Die Nachfrage nach Elektrostaplern mit Ladekapazitäten bis zu fünf Tonnen ist ungebrochen«, sagt Hans-Georg Hesse, Geschäftsführer Unicarriers Germany. Seine Sorge galt im vergangenen Jahr vermutlich auch weniger der Entwicklung in diesem Marktsegment, sondern eher der Positionierung des neu formierten Unternehmens. »Das zurückliegende Jahr stand im Zeichen der Konsolidierung. Diese haben wir erfolgreich bewältigt und die Integration der drei Marken Atlet, Nissan Forklift und TCM jetzt vollständig und zufriedenstellend abgeschlossen.« Und nun, nachdem der Zug auf die Gleise gesetzt worden ist, »hat Unicarriers die Weichen für ein erfolgreiches Geschäftsjahr gestellt«. Technisch stellt sich der Drei-Marken-Anbieter auf »schneller, weiter, höher« ein. Zu beobachten sei etwa eine steigende Nachfrage nach Staplern mit höheren Fahrgeschwindigkeiten. Wenn der Markt weiter wächst, wird Unicarrier, davon ist Hesse überzeugt, seinen Anteil haben: »Wir gehen in Europa von einem kontinuierlich wachsenden Markt für motorisierte Flurförderzeuge aus – vielleicht nicht unbedingt in Russland und der Ukraine.« Dafür steige der Bedarf nach Warehouse-Lösungen in der Türkei und im Nahen bzw. Mittleren Osten, besonders in Israel, weiter an.

Noch weiter im Osten lag 2013 für Manitou die »Trendregion des Jahres«, denn im Raum Asien/Pazifik samt Mittlerem Osten und Afrika legte das Unternehmen um elf Prozent zu. Eine deutliche Tendenz bemerkt Manitou-Kommunikator Damien Cocton bei der Betrachtung der Kosten, die ein Flurförderzeug verursacht. Diesbezüglich sieht der Manitou-Sprecher eine klare Hinwendung zur Betrachtung der sogenannten »Total Costs of Ownership«, jener Kosten also, die zum Beispiel ein Gabelstapler über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg bei einem Kunden verursacht. Zudem, so Cocton, generiere sein Haus mehr und mehr Umsatz mit seinem Angebot an Lagertechnikgeräten. Allerdings sei Europa eher ein »replacement market«. Bezogen auf alle Märkte und Branchen, in denen Manitou mit Maschinen präsent ist, sieht das Unternehmen die Lage differenziert. Manche Regionen wie zum Beispiel Nordeuropa entwickelten sich für das Manitou-Geschäft besser, andere, wie die Benelux-Staaten, weniger erfreulich. Und was ist mit erkennbaren Trends? Die, so Damien Cocton, verzeichne Manitou ebenfalls. So bemerke man eine (verstärkte) Nachfrage nach Trucks mit größerer Ladekapazität für den Einsatz sowohl in Innen- als auch in Außenbereichen.

»A better 2013 than 2012.« So lautet der knappe Kommentar von Jenny Zhang, Geschäftsführerin von Hangcha, zur Unternehmensentwicklung im zurückliegenden Geschäftsjahr. Um mehr als 14 Prozent konnte der chinesische Hersteller seinen Umsatz steigern und rückt damit auf Platz 11 der Weltrangliste vor. 140 chinesische und über 70 ausländische Händler und Agenten tragen zu dem überdurchschnittlichen Wachstum von Hangcha bei. Für die kommenden Jahre erwartet Jenny Zhang ein moderates Wachstum, das sich an den Kriterien »umweltfreundlich, energiesparend und komfortabel« orientiert. Aber auch wenn das auf Elektrostapler hinweist: Das aktuelle Erfolgsmodell von Hangcha ist der Dieselstapler »Yanmar 98«.

Bei Clark empfindet man beim Blick auf das zurückliegende Geschäftsjahr eher verhaltene Freude. Nach drei außerordentlich guten Jahren hat sich das Wachstum für Clark 2013 etwas abgeschwächt. Ein Wachstum wohlgemerkt, was reichte, um einen Platz in der Weltrangliste der Staplerbauer gutzumachen. Für die schleppende Vorwärtsbewegung im vergangenen Jahr hat Rolf Eiten, CEO von Clark Europe, eine eindeutige Ursache ausgemacht: »Der Absatz in der Eurozone blieb 2013 deutlich hinter dem Wachstum der Weltwirtschaft zurück.« Erst im laufenden Jahr erwarte man hier wieder nennenswerte Zuwächse. »Davon wird Clark sicherlich profitieren. Schon jetzt spüren wir eine deutliche Belebung der Nachfrage.«

Eiten macht das zu erwartende Wachstum an handfesten Faktoren fest: „Erstens richtet sich die Nachfrage immer mehr auf elektrisch betriebene Fahrzeuge. Zweitens rückt ›Energieeffizienz‹ in den Fokus der Betreiber. Und drittens wollen Flottenkunden ihre Betriebskosten systematisch reduzieren.« Und weil Clark in allen Punkten gut aufgestellt sei, werde sich diese Entwicklung für das Unternehmen auszahlen. Den Trend hin zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen, speziell zu elektrisch angetriebenen Gabelstaplern, kann Holger Schmitz, Country Manager Germany bei Doosan, nur bestätigen. Dabei sind die Koreaner eigentlich als klassischer Hersteller von verbrennungsmotorischen Staplern bekannt. Doch schon 2013 lag der Anteil der in Deutschland verkauften Elektrostapler bei 40 Prozent. Greift die Entwicklungsstrategie, wird oder soll der Anteil weiter steigen. Schmitz kündigt den nächsten »kräftigen« Schritt gegenüber »Logistik Journal« schon an: »Anfang 2015 wird eine komplett neue Staplerserie mit Elektroantrieb ihre Premiere in Europa feiern.« Für das laufende Jahr rechnet der Doosan Country Manager mit einem Zuwachs in der Größenordnung von acht Prozent.

»Unerbittlich« nennt Hans-Jörg Fleiner, Verkaufsleiter Deutschland von Pramac, den Preiskampf hierzulande bei elektrischen Nieder- und Hochhubwagen (verbrennungsmotorische Gabelstapler bzw. Gegengewichtsstapler hat Pramac mit Mutterhaus in Italien nicht mehr im Programm). Und obwohl das Unternehmen auch künftig keinen Direktvertrieb anbietet und ausschließlich mit Händlern arbeitet, sieht Fleiner eines: »Der Hersteller muss bei der Betreuung von Endkunden immer mehr Aufgaben des Händlers übernehmen.« Wie bitte? Dann macht man das Geschäft doch besser selbst. Aber nein. »Wir müssen unsere Händler noch mehr unterstützen«, sagt Hans-Jörg Fleiner. Verkehrt kann die Pramac-Strategie kaum sein. Denn in der Sparte »Handling Systems« gab es ein Plus von 8,1 Prozent. Noch besser sehen die Zahlen der verkauften Units aus: von 32.000 Einheiten stieg der Verkauf auf knapp 49.000 Einheiten. Und das liegt vermutlich nicht nur am spektakulären Einsatz von CFK beim Hubwagen-Prototyp des Projektes »Ecopat«.

Augenmerk auf E-Stapler

Tailift hat den leichten Umsatzrückgang aus dem Vorjahr noch nicht ganz aufgeholt, trotz einem beeindruckenden Plus von 20 Prozent auf dem US-Markt. Der deutsche Alleinimporteur für die Maschinen aus Taiwan, Körner, ist nach wie vor dabei, ein flächendeckendes Händlernetz in Deutschland aufzubauen. Jens Körner hat für das laufende Jahr aber auch andere Prioritäten: »Unser Augenmerk liegt beim Vertrieb von E-Staplern.«

Dass elektrisch angetriebene Fahrzeuge in Sachen Umsatz besonders vielversprechend sind, sieht auch Philip Chen, Gesamtvertriebsleiter beim chinesischen Hersteller E-P Equipment, so, abhängig allerdings vom Marksegment. Seine Aussage das zurückliegende Geschäftsjahr betreffend: »Sinkende Umsätze bei verbrennungsmotorischen Staplern, steigende Absätze bei elektrisch angetriebenen Lagertechnik-Geräten.« Dabei habe aus seiner Sicht insbesondere der europäische Markt mehr leichte Fahrzeuge für die Intralogistik nachgefragt. Das brachte E-P Equipment ein Umsatzplus von zehn Prozent und, erstmals in der Weltrangliste vertreten, auf Anhieb Platz 18.

Wachstum in allen wichtigen Märkten

»In allen wichtigen Märkten, in denen Combilift tätig ist, haben wir Wachstum verzeichnen können.« Das Zitat von Combilift Managing Director Martin McVicar stammt, ja, aus 2012. Gut für das Unternehmen, dass es McVicar für 2013 schlicht übernehmen kann. Wobei ein Umsatzwachstum von 20 Millionen Euro innerhalb eines Jahres andernorts sicher mehr Euphorie auslösen dürfte. Nun ja, in Irland, der Heimat von Combilift, ist man bescheiden. Als Tatsache macht McVicar aus, dass auch die Käufer von Flurförderzeugen unter einem höheren Druck stehen als je zuvor, effiziente und profitable Geschäfte zu machen. Das sei zwar positiv für die Nachfrage nach Combilift-Fahrzeugen, führe aber auch im Unternehmen selbst zu höherem Druck. Wenn die Entscheidung zu Kauf oder Miete von Fahrzeugen erst mal gefallen sei, erwarte der Kunde eine schnelle, wenn nicht sofortige Lieferung. Für 2015 erwartet der Managing Director von Combilift ein signifikantes Wachstum in allen Märkten. Einen weiteren Satz nach vorn sieht Martin McVicar mit Blick auf 2016/2017, dann allerdings getrieben von den »developing markets«.

Svetruck, Spezialist für Fahrzeuge zum Handling schwerer Lasten, hat 2013 mehr Einheiten verkauft als im Jahr zuvor. Der Umsatz jedoch fiel niedriger aus. Prokurist Wolfgang Tietze hat diese Entwicklung kommen sehen: »Die rückläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2013 waren vorhersehbar.« Ursache seien die Schuldenkrisen in diversen europäischen Staaten gewesen: »Eine solche konjunkturelle Unsicherheit führt zu einer abwartenden Haltung bei Investitionen.« Trotz positiver Zeichen, insbesondere bei den Gebrauchtgeräten, dürfe aus seiner Sicht für das Marktsegment, in dem Svetruck unterwegs sei, mit keinem großen Aufschwung gerechnet werden – auch wenn von Zuwächsen in 2014 und einer Auflösung des Investitionsstaus gesprochen werde. Immerhin: In der Weltrangliste nimmt Svetruck bei gesunkenem Umsatz Platz 23 ein. Gesunken ist auch der Umsatz des indischen Staplerherstellers Godrej & Boyce. Das Plus aus dem vergangenen Jahr ist wieder weg, das Unternehmen auf das Umsatzniveau von 2011 zurückgefallen. Das kommentiert Marketing Manager Sameer Chandekar mit knappen Worten: »Das Finanzjahr (2013; Anmerkung der Redaktion) war eine größere Herausforderung als das Jahr 2012. Godrej hat seine führende Position jedoch gehalten.« Was für den indischen Markt sicher richtig ist. Insofern kann Chandekar durchaus hoffnungsvoll in die Zukunft blicken: »Wir hoffen, dass sich die Wirtschaft und damit auch der Markt für Stapler wieder belebt.«

Da steht Stöcklin aus der Schweiz auf einer ganz anderen Ausgangsbasis, jedenfalls mit Blick auf die unternehmensüblichen Größenordnungen. Die Zahl der produzierten Einheiten in 2013 lag mit 1.200 Geräten 20 Prozent höher als im Jahr zuvor (1.000 Geräte).

Erfreuliches Flottengeschäft

Valentin Adelfio, Geschäftsbereichsleiter Flurförderzeuge und Mitglied der Geschäftsleitung von Stöcklin Logistik, hat eine plausible Erklärung: »2013 war vor allem durch den Gewinn von größeren Flotten im Flottenmanagement wesentlich interessanter als 2012.« Trends nimmt Adelfio ebenfalls wahr: »Die Tendenz hin zu wirtschaftlichen Komplettlösungen wie Flottenmanagement und die Anbindung automatisierter Geräte, Fahrerlose Transportfahrtzeuge etwa, nimmt klar zu. Eine weitere Tendenz geht in Richtung nachhaltiger Lithium-Ionen-Systeme. Stöcklin ist in den erwähnten Bereichen gut aufgestellt und rechnet mit gesundem Wachstum.« Auch mittelfristig, so Stöcklin-Manager Adelfio, würden der Flurförderzeug-Markt und die damit verbundenen Dienstleistungen weiter wachsen, und zwar auf hohem Niveau.

Einen Umsatzrekord vermeldet Genkinger-Hubtex. 14,4 Millionen Euro ließen das Unternehmen auf dem ehrenvollen Platz 28 der Weltrangliste landen. Norbert Hendricks, zuständig für Public Relations und Marketing, führt das Umsatzplus auf »innovative Engineering-Lösungen sowie konsequente Kundenorientierung« zurück. Der Analyse folgt allerdings keine Prognose, jedenfalls keine allgemeingültige: »Aus unserer Sicht verbieten sich zurzeit pauschale Aussagen über ein keineswegs homogenes Marktgeschehen.« Jede Region und jede Branche sei für sich zu bewerten. Mittelfristig werde entscheidend sein, ob die anhaltend positive Entwicklung in bestimmten Schlüsselmärkten stark genug sei, um derzeit eher schwächere oder rückläufige Märkte positiv zu beeinflussen.

Miag, Spezialist für ex-geschützte Flurförderzeuge, braucht diesbezüglich nur das Marktsegment zu beobachten, auf das es fokussiert ist – das Unternehmen steht zu seinem Spezialistentum. So wie es aussieht, kann Miag die leichte Vorwärtsentwicklung fortsetzen. Andreas Völpel vom Miag-Verkauf ist davon überzeugt, dass sich mit der Entwicklung innovativer Produkte die Marktposition halten lässt: »Wir verzeichnen einen stabilen Auftragseingang und gehen davon aus, auch das laufende Jahr mit einem positiven Geschäftsergebnis abschließen zu können.«

Mit einer Sonderstellung unter den Staplerbauern endet die diesjährige Berichterstattung zur Weltrangliste der Flurförderzeug-Hersteller. »Im Marktsegment der speziellen Flurförderzeuge ist Hubtex weiterhin der Anbieter mit der weltweit breitesten Produktpalette – von 500 Kilogramm bis 350 Tonnen«, freut sich Norbert Hendricks, zuständig für Public Relations und Marketing. Gemessen an ihrem Umsatz, und der ist für die Platzierung der Hersteller in der Weltrangliste maßgeblich, landet Hubtex 2013 mit dem bisher höchsten Umsatz der Firmengeschichte auf Rang 21. Wobei das gegenüber dem Vorjahr nochmals verbesserte Umsatzergebnis nach Angaben des Unternehmens noch positiver hätte ausfallen können, »wenn sich einzelne Märkte und Branchen nicht temporär schwächer als geplant entwickelt hätten«. Dennoch überwiegt bei Hubtex die Freude über den Rekordumsatz von 2013.

Erschienen in Ausgabe: 05/2014